Google Search Console: Anleitung für Shop-Betreiber

Property einrichten, Leistungsbericht lesen, Indexierung prüfen, Sitemap einreichen: so nutzt du die Search Console für deinen Online-Shop richtig.

Redaktion ecomando8 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Schritt 1: Property einrichten und bestätigen
  2. Schritt 2: Sitemap einreichen
  3. Schritt 3: Leistungsbericht lesen
  4. Schritt 4: Indexierung prüfen
  5. Schritt 5: URL-Prüfung nutzen
  6. Weitere Berichte, die Shops betreffen
  7. Routine: was du wann ansiehst
  8. Häufige Fehler

Die Search Console ist das einzige Werkzeug, das dir zeigt, wofür dein Shop in Google tatsächlich erscheint, wie oft geklickt wird und welche Seiten Google nicht in den Index aufnimmt. Sie ist kostenlos, und trotzdem nutzen viele Shops nur den Leistungsbericht. Diese Anleitung führt dich durch die Einrichtung, die vier Berichte, die im Shop-Alltag zählen, und die Auswertungen, die zu konkreten Aufgaben führen.

Schritt 1: Property einrichten und bestätigen

Eine Property ist die Website, die du auswerten willst. Es gibt zwei Arten, und die Wahl hat Folgen.

Domain-PropertyURL-Präfix-Property
Erfasstalle Subdomains, http und httpsnur die genau angegebene Adresse
Nachweisausschließlich DNS-EintragHTML-Datei, HTML-Tag, Analytics, Tag Manager, Domain-Anbieter
Gut fürGesamtbild des Shopseinzelne Bereiche, Testsysteme, fehlender DNS-Zugang

Empfehlung für Shops: Richte eine Domain-Property ein, wenn du an die DNS-Einstellungen kommst. Damit fällt die häufige Fehlerquelle weg, dass Daten sich auf mehrere Properties verteilen, weil Nutzer teils mit und teils ohne www verlinken.

So gehst du vor:

  1. Melde dich mit dem Google-Konto an, das dauerhaft Zugriff haben soll. Nutze kein privates Konto eines Mitarbeiters.
  2. Property hinzufügen, Art auswählen, Domain ohne Protokoll eingeben (Beispiel: beispielshop.de).
  3. Den angezeigten TXT-Eintrag beim Domain-Anbieter in die DNS-Einstellungen eintragen und bestätigen. Die Übernahme kann einige Minuten bis Stunden dauern.
  4. Zusätzlich eine URL-Präfix-Property für https://www.beispielshop.de/ anlegen. Das kostet nichts und erleichtert später manche Auswertung.
  5. Unter den Einstellungen Nutzer und Berechtigungen prüfen: Wer braucht Zugriff, wer nicht mehr?
  6. Den Nachweis nicht entfernen. Wird der DNS-Eintrag gelöscht, verlierst du die Property und die Berichtshistorie.

Daten sammelt die Search Console erst ab der Bestätigung. Sie liefert keine Werte für die Zeit davor, deshalb ist ein möglichst früher Start wichtig. Die offizielle Beschreibung der Bestätigungsverfahren steht in der Google-Hilfe zur Websiteinhaberschaft.

Schritt 2: Sitemap einreichen

Die Sitemap ist eine Liste deiner indexierbaren URLs. Shopsysteme erzeugen sie meist automatisch, typischerweise unter /sitemap.xml. Trage die Adresse im Sitemap-Bericht ein und prüfe danach zwei Dinge:

  • Status. Bei Fehlern nennt der Bericht die Ursache, etwa nicht abrufbar oder ungültiges Format.
  • Gelesene URLs. Weicht die Zahl stark von der Zahl deiner Produkte und Kategorien ab, fehlt etwas oder es sind URLs enthalten, die nicht enthalten sein sollten.

In eine Sitemap gehören nur Seiten, die in den Index sollen: keine Weiterleitungen, keine Seiten mit noindex, keine gesperrten URLs, keine Parameter-Dubletten. Eine Sitemap voller nicht indexierbarer URLs ist ein Signal für schlechte Datenqualität. Große Shops teilen sie in mehrere Dateien und fassen sie in einer Index-Sitemap zusammen; pro Datei sind bis zu 50.000 URLs erlaubt.

Eine eingereichte Sitemap ist kein Versprechen auf Indexierung. Sie hilft Google beim Finden, entscheidet aber nicht über die Aufnahme.

Schritt 3: Leistungsbericht lesen

Der Leistungsbericht zeigt, was in der Google-Suche wirklich passiert. Vier Werte:

  • Klicks: Aufrufe deiner Seite aus den Suchergebnissen.
  • Impressionen: wie oft eine deiner Seiten in den Ergebnissen erschienen ist.
  • Klickrate (CTR): Klicks geteilt durch Impressionen.
  • Durchschnittliche Position: gemittelt über alle Impressionen der ausgewählten Zeilen.

Die durchschnittliche Position ist die am häufigsten falsch gelesene Zahl im ganzen Werkzeug. Sie mittelt über Suchanfragen, Geräte und Länder. Eine Seite mit „Position 14“ kann für ihre Hauptanfrage auf 6 und für zwanzig Nebenanfragen auf 40 stehen. Filtere deshalb immer auf eine Suchanfrage oder eine Seite, bevor du Schlüsse ziehst.

Fünf Auswertungen, die sich lohnen

1. Suchanfragen mit vielen Impressionen und wenig Klicks. Nach Impressionen sortieren, Klickrate ansehen. Bei Position 1 bis 5 mit auffällig niedriger Klickrate liegt das Problem am Snippet, nicht am Ranking. Ansätze dafür stehen unter Klickrate in Google verbessern.

2. Positionen 8 bis 20. Diese Suchanfragen stehen kurz vor der ersten Seite und reagieren oft auf kleine Verbesserungen an einer bestehenden Seite. Einen Filter auf einen Positionsbereich bietet der Bericht nicht – filtern kannst du nach Suchanfrage, Seite, Land, Gerät und Suchtyp. Du kannst die Spalte Position aber sortieren oder die Tabelle exportieren und den Bereich in der Tabellenkalkulation eingrenzen. Das Vorgehen dazu: Suchanfragen kurz vor Seite 1.

3. Seiten im Zeitvergleich. Wechsle auf die Dimension Seiten und vergleiche die letzten 28 Tage mit dem Vorjahreszeitraum. So erkennst du, welche Kategorien wachsen und welche verlieren, ohne Saisoneffekte falsch zu deuten.

4. Suchanfragen je Seite. Klicke auf eine Seite und wechsle dann auf Suchanfragen. Du siehst, wofür Google diese Seite einordnet. Passt das nicht zu deiner Absicht, stimmt die Ausrichtung der Seite nicht.

5. Geräte und Länder. Wenn mobil viel schlechter läuft als Desktop, prüfe Darstellung und Ladezeit. Impressionen aus Ländern, in die du nicht lieferst, verzerren deine Mittelwerte; filtere sie heraus. Dasselbe Problem in Anzeigen löst du über die Standort-Ausrichtung in Google Ads.

Praktisch für Shops: Der Bericht bietet inzwischen einen Filter, der Suchanfragen mit Markenbezug von denen ohne trennt. Damit siehst du ohne Handarbeit, wie viel deiner Sichtbarkeit aus Markensuchen kommt – und wie sich der Rest entwickelt, um den es bei SEO eigentlich geht.

Der Bericht reicht 16 Monate zurück. Exportiere ihn regelmäßig, wenn du längere Vergleiche brauchst, denn ältere Daten fallen heraus.

Wichtig für Shops: Die Search Console zeigt Klicks, aber keinen Umsatz. Erst zusammen mit den Bestellungen aus dem Shopsystem wird daraus eine Entscheidungsgrundlage. Eine Seite mit vielen Klicks und keinem Umsatz kann trotzdem ein Problem sein.

Schritt 4: Indexierung prüfen

Unter Indexierung findest du den Bericht zu den Seiten. Er teilt deine URLs in indexiert und nicht indexiert und nennt für letztere Gründe. Die häufigsten in Shops:

MeldungWas sie bedeutetReaktion
Alternative Seite mit richtigem kanonischen TagDublette, Canonical zeigt korrekt aufs Originalin Ordnung, nichts tun
Duplikat, Google hat eine andere Seite als kanonisch ausgewähltGoogle folgt deinem Canonical nichtUrsache prüfen: sind die Seiten zu ähnlich?
Gecrawlt, zurzeit nicht indexiertGoogle kennt die Seite, hält sie für nicht aufnahmewürdigInhalt stärken, intern verlinken
Gefunden, zurzeit nicht indexiertnoch nicht gecrawltVerlinkung und Crawl-Budget prüfen
Durch noindex-Tag ausgeschlossenSeite trägt noindexprüfen, ob gewollt
Durch robots.txt blockiertCrawling gesperrtprüfen, ob gewollt
Seite mit WeiterleitungURL leitet weiterinterne Links auf das Ziel umstellen
Nicht gefunden (404)Seite existiert nicht mehrweiterleiten, wenn sie Klicks hatte

Zwei Muster solltest du besonders ernst nehmen. Erstens: Viele Seiten unter „Gecrawlt, zurzeit nicht indexiert“ deuten auf dünne oder nahezu identische Seiten hin, oft Varianten oder Filterkombinationen. Zweitens: Wenn Google eine andere Seite als kanonisch wählt als du, sind deine Signale widersprüchlich. Beide Fälle behandelt der Artikel Duplicate Content im Shop vermeiden im Detail.

Gleichzeitig gilt: Nicht jede nicht indexierte URL ist ein Fehler. Warenkorb, Konto, Filter- und Sortierparameter sollen nicht im Index stehen. Ziel ist nicht die höchste Zahl indexierter Seiten, sondern dass genau die richtigen Seiten drin sind.

Schritt 5: URL-Prüfung nutzen

Mit der URL-Prüfung siehst du für eine einzelne Adresse, ob sie im Index ist, welches Canonical Google gewählt hat, wann sie zuletzt gecrawlt wurde und ob strukturierte Daten erkannt wurden. Der Live-Test ruft die Seite in diesem Moment ab und zeigt das gerenderte HTML.

Nutze das in diesen Fällen:

  • Nach dem Anlegen einer wichtigen Seite. Prüfen, dann Indexierung beantragen. Das ist für einzelne URLs gedacht, nicht für Massen.
  • Nach einer Korrektur. Prüfen, ob Google die neue Version schon gesehen hat.
  • Bei Verdacht auf ein Rendering-Problem. Im gerenderten HTML nachsehen, ob Produkttexte, Preise und Links überhaupt vorhanden sind. Wenn Inhalte erst per JavaScript nachgeladen werden und im Test fehlen, hast du die Ursache.
  • Bei Canonical-Streit. Vergleichen, welches Canonical du gesetzt hast und welches Google verwendet.

Die Indexierung zu beantragen ist ein Hinweis, keine Garantie, und beschleunigt nichts, wenn die Seite aus inhaltlichen Gründen nicht aufgenommen wird.

Weitere Berichte, die Shops betreffen

Strukturierte Daten. Erkennt Google auf deinen Seiten Auszeichnungen, erscheinen dafür eigene Berichte mit Fehlern und Warnungen, zum Beispiel für Produkt-Snippets, Breadcrumbs oder Bewertungen. Fehlerhafte Angaben zu Preis oder Verfügbarkeit stehen hier, bevor sie auffallen. Die Umsetzung beschreibt strukturierte Daten für Produkte.

Shopping-Bereich. Wenn Google Produktdaten auf deiner Website findet, kann die Search Console einen Bereich für Shopping-Auswertungen anzeigen, etwa zu Produkt-Snippets und Händlerlisten, teils mit Verbindung zum Merchant Center. Ob er erscheint, hängt von deinen Daten und der Verfügbarkeit in deinem Land ab, deshalb lohnt ein Blick in die Seitenleiste.

Core Web Vitals und HTTPS. Der Bericht zu den Core Web Vitals stützt sich auf Messwerte echter Nutzer und gruppiert URLs mit ähnlichen Problemen. Er ist träge, dafür realistischer als Einzelmessungen im Labor.

Links. Zeigt die am häufigsten verlinkten Seiten, verweisende Domains und die interne Verlinkung. Die Liste ist unvollständig und nicht als Backlink-Datenbank gedacht, aber gut dafür, interne Lücken zu erkennen: Kategorien mit wenigen internen Links sind selten zufällig schwach.

Crawling-Statistik. In den Einstellungen findest du Abrufe pro Tag, Antwortzeiten und Antwortcodes. Nützlich, wenn viele Seiten nicht indexiert werden oder der Server langsam antwortet.

Entfernungen. Hier kannst du eine URL vorübergehend aus den Suchergebnissen ausblenden. Das ist eine Notlösung für Pannen, kein Ersatz für noindex oder Löschen.

Routine: was du wann ansiehst

Wöchentlich, etwa zehn Minuten

  • Leistungsbericht: letzte 28 Tage gegen Vorperiode, auffällige Seiten notieren
  • Neue Suchanfragen mit Impressionen, aber ohne Klicks
  • Positionen 8 bis 20 durchsehen, eine Seite zur Überarbeitung auswählen
  • Meldungen und Benachrichtigungen prüfen

Monatlich, etwa dreißig Minuten

  • Seitenbericht: Veränderungen bei nicht indexierten Seiten
  • Sitemap-Status und Zahl der gelesenen URLs
  • Berichte zu strukturierten Daten auf Fehler prüfen
  • 404-Seiten mit Klicks in den letzten 28 Tagen weiterleiten
  • Core Web Vitals: hat sich eine Gruppe verschlechtert?
  • Daten exportieren, damit die 16-Monats-Grenze dir keine Historie nimmt

Wenn du diese Auswertungen nicht jede Woche manuell zusammenstellen willst, lassen sich die Search-Console-Daten automatisiert holen und mit Shop- und Werbedaten in einer Ansicht zusammenführen; in ecomando sind die Positionen 8 bis 20 und die Klickraten-Ausreißer zum Beispiel als fertige Liste hinterlegt. Der inhaltliche Ablauf bleibt derselbe.

Häufige Fehler

  • Nur eine Property für www, obwohl ohne www verlinkt wird. Daten verteilen sich, Berichte wirken schwächer als die Realität.
  • Die durchschnittliche Position als Ranking lesen. Immer erst filtern.
  • Indexierung für hunderte URLs beantragen. Das ersetzt keine interne Verlinkung und keine gute Sitemap.
  • Nicht indexierte Seiten als Fehler behandeln. Vieles davon soll draußen bleiben.
  • noindex und robots.txt gleichzeitig setzen. Eine gesperrte Seite kann das noindex nicht lesen und bleibt eventuell im Index.
  • Nie exportieren. Nach 16 Monaten fehlt dir der Vorjahresvergleich.

Wie die Search-Console-Daten in eine größere SEO-Arbeit eingeordnet werden, steht im Leitfaden SEO für Online-Shops. Für punktgenaue Positionen zu festen Suchbegriffen an einem Ort brauchst du zusätzlich eine eigene Messung, beschrieben unter Google-Ranking prüfen.

Häufige Fragen

Ist die Google Search Console kostenlos?

Ja, die Search Console ist für alle Websites kostenlos und benötigt nur ein Google-Konto sowie den Nachweis, dass dir die Website gehört.

Domain-Property oder URL-Präfix: was soll ich wählen?

Nimm eine Domain-Property, wenn du Zugriff auf die DNS-Einstellungen hast, denn sie erfasst alle Subdomains und beide Protokolle in einer Ansicht. Eine URL-Präfix-Property ist sinnvoll, wenn du nur einen Teilbereich auswerten willst oder keinen DNS-Zugang hast.

Warum zeigt die Search Console weniger Klicks als Google Analytics Sitzungen?

Die Search Console zählt nur Klicks aus der Google-Suche, während Analytics alle Kanäle misst, und beide zählen unterschiedlich: ein Klick kann zu mehreren Sitzungen führen oder gar keine erzeugen, wenn der Nutzer sofort abbricht. Abweichungen von einigen Prozent sind normal.

Wie lange dauert es, bis Daten in der Search Console erscheinen?

Google nennt dafür zwei bis drei Tage. Die Werte der letzten beiden Tage sind vorläufig und können sich noch ändern; im Diagramm erkennst du sie an der gestrichelten Linie. Indexierungsberichte aktualisieren sich unregelmäßig, oft im Abstand von einigen Tagen.

Kann ich mit der Search Console meine Rankings prüfen?

Du siehst die durchschnittliche Position deiner Seiten für echte Suchanfragen, aber keine tagesaktuelle Position für einen bestimmten Suchbegriff an einem bestimmten Ort. Für punktgenaue Positionen brauchst du eine Ranking-Messung, die gezielt abfragt.

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