Shopify Markets und SEO: Länder, Sprachen und hreflang richtig

Unterordner, Subdomain oder eigene Domain: wie Shopify Markets Länder und Sprachen abbildet, was Shopify automatisch erledigt und was du selbst prüfen musst.

Redaktion ecomando8 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Was ein Markt ist
  2. Drei URL-Strukturen im Vergleich
  3. Sprache und Land auseinanderhalten
  4. Was Shopify Markets für SEO automatisch erledigt
  5. Übersetzungen: Handles, Texte, Metadaten
  6. Duplicate Content zwischen DE, AT und CH
  7. Automatische Weiterleitung nach Standort
  8. Preise, Währung und der Feed
  9. Prüfen vor dem Start eines Markts
  10. Checkliste vor dem Livegang

Shopify Markets macht es einfach, aus einem Shop in drei Ländern zu verkaufen. Ein paar Klicks, und der Shop hat Preise in Franken, eine englische Version und Unterordner für Österreich. Genauso einfach entstehen dabei dreifach vorhandene Seiten, halb übersetzte Kollektionen und Weiterleitungen, die Google aussperren.

Dieser Artikel zeigt, wie Markets Länder und Sprachen in URLs abbildet, was Shopify für SEO automatisch erledigt, was du selbst pflegen musst und wie du vor dem Start eines Markts prüfst, dass nichts kaputtgeht. Die allgemeinen hreflang-Regeln, die richtigen Codes für DE, AT und CH und ihre typischen Fehler stehen im Artikel zu hreflang für Shops in DE, AT und CH; hier geht es um die Shopify-Umsetzung.

Was ein Markt ist

Ein Markt ist in Shopify eine Gruppe aus einem oder mehreren Ländern mit eigenen Einstellungen: Währung, Preise oder Preisanpassungen, Sprachen, Domain oder Unterordner, Versand und Steuern. Dein Hauptmarkt ist der, in dessen Währung und Sprache der Shop ursprünglich läuft. Jeder weitere Markt übernimmt die Standardeinstellungen und überschreibt, was du anpasst. Eine allgemeine Obergrenze für die Zahl der Märkte nennt die Shopify-Hilfe nicht; einzelne Marktarten sind allerdings an Tarife oder Zusatzprodukte gebunden, etwa B2B-Märkte, Ladenmärkte mit POS Pro oder mehrere Geschäftseinheiten mit Plus.

Für SEO zählt vor allem eine Entscheidung je Markt: Unter welcher Adresse wird er ausgeliefert?

Drei URL-Strukturen im Vergleich

StrukturBeispielVorteileNachteile
Unterordnerdeinshop.de/de-at, deinshop.de/fr-frKeine weitere Domain, alle Signale auf einer Domain, hreflang und Sitemap automatisch, kein Zusatzaufwand bei ZertifikatenAdresse wirkt für Kunden im Zielland weniger „lokal“
Subdomainat.deinshop.deTrennung sichtbar, technisch weiter dieselbe Shopify-InstanzGoogle behandelt Subdomains eher als eigene Hosts; Signale sammeln sich getrennt
Eigene Domaindeinshop.at, deinshop.chHöchstes Vertrauen im Zielland, bestehende Domain mit Backlinks nutzbarDomain muss mit Shopify verbunden sein; jede Domain startet ohne die Autorität der Hauptdomain, sofern sie neu ist

Für die meisten kleinen und mittleren Shops ist der Unterordner die richtige Wahl. Die Ausnahme: Du hast bereits eine Länderdomain mit Geschichte, Rankings und Backlinks. Dann ist es sinnvoll, sie als Domain für den Markt zu verbinden, statt sie auf einen Unterordner weiterzuleiten.

Das Format der Unterordner gibt Shopify vor: Auf allen Märkten außer dem Hauptmarkt besteht der Pfad aus Sprach- und Ländercode, also /de-at oder /fr-fr. Nur der Hauptmarkt darf einen Unterordner mit reinem Sprachcode wie /fr haben. Der tatsächliche Pfad steht in den Domain-Einstellungen des Markts; prüfe ihn dort, statt ihn aus dem Kopf in interne Links oder Kampagnen zu schreiben.

Sprache und Land auseinanderhalten

Die häufigste Verwirrung: Sprache und Land sind in Markets zwei getrennte Dinge.

  • Ein Land, mehrere Sprachen. Schweiz mit Deutsch, Französisch und Italienisch: ein Markt, drei Sprachen, drei Unterordner oder Pfade.
  • Eine Sprache, mehrere Länder. Deutsch für Deutschland, Österreich und die Schweiz: drei Märkte oder ein Markt mit drei Ländern. Nur mit getrennten Märkten bekommst du getrennte Preise, getrennte URLs und damit getrennte hreflang-Angaben mit Region.
  • Ein Markt mit vielen Ländern. Etwa „Rest der EU“: eine Währung, eine Sprache, ein Pfad. Gut für Länder, in denen du wenig verkaufst und keine eigenen Inhalte pflegen willst.

Die Entscheidung folgt der Frage: Unterscheiden sich Preis, Versand, Steuer oder Ansprache zwischen den Ländern so, dass Kunden eine eigene Version brauchen? Wenn ja, eigener Markt. Wenn nein, zusammenfassen und den Aufwand sparen.

Was Shopify Markets für SEO automatisch erledigt

Laut Shopify-Hilfe zu internationalem SEO übernimmt das System bei Unterordnern, Subdomains und eigenen Domains:

  • hreflang-Angaben für alle Markt- und Sprachversionen, jeweils mit Verweis auf die anderen Versionen, plus ein x-default, das auf die Hauptdomain zeigt.
  • Canonical je Version: Jede Version bekommt ein selbstverweisendes Canonical. Das ist genau richtig, denn die Versionen sollen als eigenständige Seiten gelten, nicht als Dubletten. Prüfe im Quelltext trotzdem, ob eine SEO-App das Canonical überschreibt.
  • Sitemap mit allen veröffentlichten Sprachversionen samt hreflang-Angaben, damit Google die Zusammenhänge findet.
  • Meta-Titel und Meta-Description in der Standardeinstellung aus den übersetzten Produkt- und Kollektionsdaten; eigene Titel und Beschreibungen im Suchmaschinen-Eintrag musst du übersetzen, etwa mit Translate & Adapt.

Was das System nicht kann: entscheiden, ob deine Version dem Zielland etwas bringt. Ein englischer Unterordner mit maschinell übersetzten Texten, Preisen in Euro und Versand nur nach Deutschland ist technisch korrekt und für niemanden nützlich.

Übersetzungen: Handles, Texte, Metadaten

Shopify stellt mit Translate & Adapt eine eigene App für Übersetzungen bereit; Übersetzungen lassen sich außerdem per CSV importieren oder mit Apps von Drittanbietern pflegen. Für SEO sind vier Ebenen wichtig:

  1. Produkt- und Kollektionstexte. Titel, Beschreibung, Kollektionsbeschreibung. Ohne Übersetzung wird der Text der Standardsprache gezeigt, was Google als Sprachfehler auf einer Seite mit anderem hreflang wertet.
  2. Suchmaschinen-Eintrag. Eigene Seitentitel und Meta-Descriptions müssen je Sprache gepflegt werden, sonst greift der automatische Titel aus dem übersetzten Produktnamen.
  3. URL-Handles. Die Übersetzung des Handles ist optional; Shopify empfiehlt sie für bessere Lokalisierung. Der feste Pfadteil products oder collections bleibt aber immer englisch, /fr/products/sac-a-dos ist also das Maximum. Ein übersetzter Handle ist eine neue URL; änderst du ihn nachträglich, brauchst du eine Weiterleitung je Sprachversion, siehe Weiterleitungen in Shopify.
  4. Theme-Texte, Menüs, Rechtstexte. Buttons, Versandhinweise, Footer, Rückgabebedingungen. Sie werden gern vergessen und wirken auf Kunden im Zielland wie ein halbfertiger Shop.

Zur maschinellen Übersetzung: Sie ist als Ausgangspunkt brauchbar. Als Endzustand für Kategorietexte, Startseite und rechtliche Seiten ist sie riskant, weil Google in seinen Spam-Richtlinien automatisch übersetzte Inhalte ohne menschliche Prüfung ausdrücklich als Problem nennt. Lass mindestens die zwanzig wichtigsten Kollektionen, die Startseite und alle rechtlichen Seiten von einer Person prüfen, die die Sprache spricht.

Duplicate Content zwischen DE, AT und CH

Drei deutschsprachige Märkte mit identischen Produkttexten sind kein Duplicate-Content-Problem, solange hreflang die Versionen als regionale Ausgaben derselben Seite ausweist. Was der Artikel zu Duplicate Content im Shop für Varianten und Filter beschreibt, greift hier also nicht. Du musst Beschreibungen nicht dreimal umschreiben.

Unterscheiden sollten sich die Versionen dort, wo es Kunden sehen:

  • Preise in der Landeswährung inklusive der Steuer, die vor Ort gilt
  • Versandkosten, Lieferzeit, bei der Schweiz der Hinweis zu Zoll und Einfuhr
  • Zahlungsarten, die im Land üblich sind
  • Kontaktdaten, Rückgabe- und Widerrufsbedingungen in der Fassung, die für das Land gilt
  • Wortwahl, wo sie abweicht, etwa bei Produktbezeichnungen

Was du vermeidest: dass zwei Versionen unter derselben Sprache ohne Region laufen. Zwei Märkte mit de ohne Länderkürzel liefern Google zwei identische Seiten mit demselben hreflang-Wert, und dann ist es tatsächlich ein Duplikat.

Automatische Weiterleitung nach Standort

Shopify hat dafür eine eigene Einstellung: Unter Onlineshop → Einstellungen findest du den Bereich „Automatische Weiterleitung“, in dem du Land bzw. Region und Sprache getrennt aktivieren kannst.

Die gute Nachricht für SEO: Laut Shopify-Hilfe gilt die automatische Weiterleitung für Kunden, bekannte Suchmaschinen-Crawler sind ausgenommen. Sie bekommen den Inhalt der angeforderten URL, damit alle Versionen indexierbar bleiben. Die verbreitete Warnung, Googlebot sehe wegen der Weiterleitung nur eine Version, greift bei Shopify Markets also nicht automatisch.

Trotzdem bleiben drei Punkte:

  • Crawler und Prüfwerkzeuge, die Shopify nicht als Suchmaschine erkennt, können weitergeleitet werden. Das erschwert eigene Audits.
  • Kunden, die bewusst eine andere Version aufrufen, etwa über einen geteilten Link, landen ungefragt woanders. Ein sichtbarer Länder- und Sprachwähler auf jeder Seite ist deshalb Pflicht.
  • Prüfe nach dem Aktivieren mit der URL-Prüfung der Search Console, was Google für jede Sprachversion tatsächlich abruft. Ein Test kostet fünf Minuten und beendet die Diskussion.

Preise, Währung und der Feed

Markets kann Preise je Markt in lokaler Währung anzeigen, automatisch umrechnen und runden oder feste Preise je Markt verwenden. Für SEO ist das sekundär, für Google Shopping nicht: Der Google-&-YouTube-Kanal überträgt je Zielland die Preise und URLs des jeweiligen Markts ins Merchant Center. Wenn der Preis im Feed vom Preis auf der Seite abweicht, etwa weil Rundungsregeln oder eine Preis-App dazwischenfunken, werden Angebote abgelehnt. Wie die Anbindung und ihre Fehlermeldungen funktionieren, steht im Artikel zur Verbindung von Shopify mit dem Merchant Center.

Zwei Dinge klärst du je Markt bewusst: ob Preise die Steuer des Ziellandes enthalten, und ob Produkte, die du in ein Land nicht liefern kannst, dort aus dem Markt ausgeschlossen sind. Ein ausgeschlossenes Produkt ist in dieser Sprachversion nicht mehr erreichbar; die hreflang-Angaben der übrigen Versionen sollten dann nicht mehr darauf verweisen. Prüfe genau das im Quelltext, wenn du Produkte je Markt ausschließt.

Prüfen vor dem Start eines Markts

Diese Reihenfolge deckt die Fehler auf, die am meisten kosten – nach demselben Prinzip, mit dem du auch SEO-Audit-Befunde priorisierst:

  1. Quelltext einer Produktseite je Sprachversion aufrufen. Gibt es hreflang-Angaben für alle Versionen inklusive der eigenen? Zeigt das Canonical auf die eigene Version? Gibt es doppelte Angaben von einer App?
  2. Sitemap aufrufen. Unter /sitemap.xml sollten alle veröffentlichten Sprachen auftauchen. Fehlt eine, ist die Sprache vermutlich nicht veröffentlicht.
  3. Zehn Seiten stichprobenartig ansehen: Startseite, drei Kollektionen, drei Produkte, Versand, Rückgabe, Kontakt. Sind Text, Preis, Währung und Versandhinweis in der Zielsprache und für das Zielland korrekt?
  4. Weiterleitung prüfen. Ist die automatische Standort-Weiterleitung aus oder bewusst an? Was sieht die URL-Prüfung der Search Console für jede Version?
  5. Search Console nach Ländern auswerten. Nach vier Wochen im Leistungsbericht nach Land filtern: Bekommt die österreichische Version Klicks aus Österreich? Wenn Nutzer aus AT weiterhin auf der deutschen Version landen, stimmt etwas am hreflang oder an der Region.
  6. Merchant Center je Land prüfen. Angebotsstatus im Zielland, Preisabgleich, Versandregeln.

Checkliste vor dem Livegang

  • Struktur gewählt: Unterordner, Subdomain oder eigene Domain, je Markt bewusst entschieden
  • Sprache und Land je Markt so kombiniert, dass hreflang mit Region entsteht, wo Preise oder Inhalte sich unterscheiden
  • Übersetzungen für Produkte, Kollektionen, Suchmaschinen-Einträge, Theme-Texte und Rechtsseiten vorhanden und geprüft
  • Handles übersetzt oder bewusst nicht; bei späteren Änderungen Weiterleitungen je Sprachversion eingeplant
  • Preise inklusive Steuer des Ziellandes, Versandregeln je Land hinterlegt
  • Automatische Weiterleitung nach Standort geprüft und begründet ein- oder ausgeschaltet
  • Sprachwähler im Theme auf jeder Seite erreichbar
  • Unveröffentlichte Sprachen: Weiterleitungen für alte Sprach-URLs angelegt, damit keine 404-Fehler entstehen
  • Search Console: Leistungsbericht nach Land als wiederkehrende Prüfung eingeplant

In ecomando zeigt das SEO-Audit, auf welchen Seiten hreflang fehlt oder widersprüchlich ist, und die Rankings lassen sich je Land getrennt beobachten. Für alles, was an Shopify sonst SEO-relevant ist, unabhängig von Märkten, ist der Leitfaden zu Shopify SEO der Einstieg.

Häufige Fragen

Setzt Shopify Markets hreflang automatisch?

Ja. Für sprachspezifische URLs fügt Shopify die hreflang-Angaben automatisch ein und nimmt alle veröffentlichten Sprachen in die Sitemap auf. Prüfen musst du trotzdem, ob die Kombination aus Sprache und Land deinem Aufbau entspricht und ob Apps zusätzliche, widersprüchliche Angaben ausgeben.

Unterordner, Subdomain oder eigene Domain für Shopify Markets?

Unterordner sind für die meisten Shops die einfachste Wahl: keine zusätzliche Domain, alle Signale bleiben auf einer Domain, hreflang und Sitemap laufen automatisch. Eine eigene Länderdomain lohnt sich, wenn sie bereits Vertrauen und Backlinks hat oder Kunden im Zielland sie erwarten.

Erzeugt Shopify Markets Duplicate Content, wenn DE, AT und CH denselben Text haben?

Nicht, wenn hreflang korrekt gesetzt ist. Google versteht die Versionen dann als regionale Ausgaben derselben Seite. Unterscheiden sollten sich die Versionen dort, wo es für Kunden zählt: Preis, Währung, Versand, Lieferzeit, rechtliche Angaben.

Soll ich Besucher automatisch auf ihren Markt weiterleiten?

Shopify schließt bekannte Suchmaschinen-Crawler von der automatischen Weiterleitung aus, für die Indexierung ist sie also unkritisch. Wichtig bleibt ein sichtbarer Länder- und Sprachwähler auf jeder Seite, damit Kunden bewusst wechseln können, und eine Prüfung mit der URL-Prüfung der Search Console.

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