Shopify-Weiterleitung einrichten: 404-Fehler finden, 301 setzen

Wo du in Shopify Weiterleitungen anlegst, wie der CSV-Import funktioniert, welche Pfade sich nicht umleiten lassen und wo du 404-Fehler findest.

Redaktion ecomando8 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Was Shopify bei Weiterleitungen vorgibt
  2. 404-Fehler finden: vier Quellen
  3. Einzelne Weiterleitung anlegen
  4. Viele Weiterleitungen per CSV
  5. Vorlage für die Zuordnungsliste beim Umzug
  6. Wechsel der Domain
  7. Nach dem Anlegen: prüfen und beobachten
  8. Häufige Fehler

Ein geänderter Handle, ein gelöschtes Produkt, ein Umzug von einem anderen Shopsystem: Jede alte Adresse, die ins Leere läuft, kostet Rankings, Backlinks und Kunden, die auf einer Fehlerseite landen. Shopify hat dafür eine eigene Verwaltung für Weiterleitungen, die einfach zu bedienen ist, aber Grenzen hat, die man kennen muss.

Dieser Artikel zeigt, wo du 404-Fehler findest, wie du einzelne Weiterleitungen und ganze Listen per CSV anlegst, was Shopify nicht umleiten kann und wie du nach einem Umzug prüfst, ob alles greift.

Was Shopify bei Weiterleitungen vorgibt

Die Verwaltung liegt im Admin unter Inhalt → Menüs; dort führt der Link „URL-Weiterleitungen anzeigen“ zur Liste (englisch: Content → Menus → View URL redirects). Shopify beschreibt die Einträge in der Hilfe als 301-Weiterleitungen und weist darauf hin, dass Browser und Suchmaschinen sie zwischenspeichern: Eine gelöschte Weiterleitung kann im eigenen Browser noch eine Weile greifen. Eine Auswahl zwischen 301 und 302 gibt es in dieser Verwaltung nicht; für SEO ist das kein Nachteil, weil du in praktisch allen Fällen ohnehin dauerhaft weiterleiten willst.

Die Grenzen, die Shopify in der Hilfe zu URL-Weiterleitungen nennt:

GrenzeWas das praktisch heißt
Nur von Adressen, die einen 404 liefernEin Produkt muss archiviert oder gelöscht sein, bevor die Weiterleitung greift. Eine bestehende Seite kannst du nicht „überlagern“.
Reservierte Pfade wie /collections/all, /collections/types, /collections/vendors nicht als QuelleDie Systemübersichten bleiben, wie sie sind.
Pfade mit den Präfixen /apps, /application, /cart, /carts, /orders, /services, /shop nicht als QuelleSystempfade sind ausgenommen.
URLs mit Parametern funktionieren laut Hilfe „möglicherweise nicht wie erwartet“Verlass dich nicht darauf, dass ?variant=, ?utm_source= oder ?page= in der Quelle berücksichtigt werden. Teste solche Fälle einzeln.
Bei Märkten mit Unterordnern eine Weiterleitung je Sprachversion/de-at/products/alt und /products/alt brauchen je einen Eintrag.
Höchstens 100.000 Weiterleitungen (Standardtarife), 20 Millionen (Plus)Für Umzüge ausreichend.

Zwei Folgen sind wichtig. Erstens: Bei einem Umzug von einem System mit Endungen wie .html oder mit Parametern in den URLs prüfst du nach dem Import stichprobenartig, ob die Weiterleitung wirklich greift. Zweitens: Weiterleitungen auf die eigene Domain trägst du als relativen Pfad ein, etwa /collections/wanderrucksaecke; nur externe Ziele bekommen die volle Adresse.

404-Fehler finden: vier Quellen

Bevor du Weiterleitungen anlegst, brauchst du die Liste der Adressen, die ins Leere laufen. Keine einzelne Quelle ist vollständig; die Kombination ist es weitgehend.

1. Google Search Console, Seitenbericht. Unter Indexierung → Seiten steht der Grund „Nicht gefunden (404)“ mit allen URLs, die Google gecrawlt hat und die einen Fehler liefern. Das sind die für SEO wichtigsten Fälle, weil Google diese Adressen kennt, also von irgendwo verlinkt sind. Exportiere die Liste. Wie du dich im Bericht zurechtfindest, steht in der Anleitung zur Google Search Console.

2. Google Search Console, Links-Bericht. Unter Links siehst du die extern verlinkten Seiten. Taucht eine URL auf, die es nicht mehr gibt, ist das ein Backlink, der ins Leere läuft. Diese Adressen kommen ganz oben auf die Liste. Der Artikel zum Prüfen des Backlink-Profils beschreibt, wie du solche Ziele systematisch findest.

3. GA4, Seitentitel der Fehlerseite. Shopify liefert für nicht gefundene Seiten eine 404-Vorlage aus dem Theme. Deren Seitentitel ist in GA4 als page_title sichtbar. Filtere den Bericht zu Seiten und Bildschirmen auf diesen Titel und blende den Seitenpfad ein: Du siehst alle Adressen, die echte Besucher aufgerufen haben, auch die, die Google nie gecrawlt hat. Typisch sind Tippfehler in Newslettern, alte Links in Social-Media-Profilen und veraltete Anzeigen.

4. Beim Umzug: die alte Sitemap und ein Crawl. Vor der Umstellung exportierst du die Sitemap des alten Systems und crawlst den alten Shop. Diese Liste aller alten URLs ist die Grundlage für die Zuordnung; ohne sie arbeitest du nur die Fehler ab, die schon passiert sind.

In ecomando zeigt das SEO-Audit die intern verlinkten Adressen, die einen Fehler liefern, samt der Seite, von der der Link kommt. Das ist der schnellste Weg, um die Fälle zu finden, die du selbst erzeugt hast.

Einzelne Weiterleitung anlegen

Für einen einzelnen Fall, etwa ein ausgelaufenes Produkt:

  1. Sicherstellen, dass die alte Adresse einen 404 liefert. Produkt archivieren oder löschen, Kollektion löschen, Seite entfernen.
  2. Im Admin zu Inhalt → Menüs gehen und die URL-Weiterleitungen öffnen.
  3. Weiterleitung erstellen: unter „Weiterleiten von“ den alten Pfad eintragen, etwa /products/wanderrucksack-trailhead-28l.
  4. Unter „Weiterleiten zu“ das Ziel eintragen: das Nachfolgeprodukt oder die passende Kollektion, nicht die Startseite.
  5. Speichern und im Browser die alte Adresse aufrufen. Der Browser zeigt die Zieladresse; den Statuscode siehst du in den Entwicklerwerkzeugen unter Netzwerk oder in der URL-Prüfung der Search Console.

Bei Änderungen am Handle eines Produkts, einer Kollektion, einer Seite oder eines Blogartikels bietet Shopify im Suchmaschinen-Eintrag ein Häkchen an, das die Weiterleitung von der alten URL automatisch anlegt. Prüfe nach dem Speichern in der Weiterleitungsliste, ob der Eintrag entstanden ist.

Welche Weiterleitung bei welchem Produktfall die richtige ist, ob du eine Seite überhaupt weiterleiten oder behalten solltest, behandelt der Artikel zu ausverkauften und gelöschten Produkten.

Viele Weiterleitungen per CSV

Für einen Umzug oder eine Umbenennung vieler Kollektionen ist der Import der Weg:

  1. In der Weiterleitungsverwaltung auf Export klicken und die Beispieldatei oder deine bestehenden Weiterleitungen herunterladen. Die Datei zeigt dir das erwartete Format mit den zwei Spalten für Quelle und Ziel.
  2. Deine Zuordnungsliste in dieselbe Struktur bringen: eine Zeile je Weiterleitung, Quelle als relativer Pfad, Ziel als relativer Pfad oder volle externe Adresse.
  3. Die Datei vor dem Import auf Ketten prüfen: Kein Ziel darf selbst in der Spalte der Quellen stehen. Wenn A auf B zeigt und B auf C, trägst du A direkt auf C ein.
  4. Duplikate in der Quellspalte entfernen; jede Quelle darf nur einmal vorkommen.
  5. In der Weiterleitungsverwaltung auf Import klicken, Datei hochladen, Vorschau prüfen, Import bestätigen.
  6. Nach dem Import zehn bis zwanzig Stichproben aus der Liste im Browser aufrufen, darunter bewusst Fälle mit Umlauten, Großbuchstaben und alten Endungen.

Die Shopify-Hilfe sagt nicht, wie der Import mit Quellen umgeht, für die es schon eine Weiterleitung gibt. Exportiere deshalb vor jedem Import die bestehende Liste als Sicherung und prüfe danach ein paar der doppelt vorkommenden Quellen. So merkst du sofort, ob eine ältere Weiterleitung überschrieben wurde oder unverändert geblieben ist.

Achte bei der Zuordnung auf Kodierung: Ein alter Pfad mit ä und derselbe Pfad mit %C3%A4 sind für den Import unterschiedliche Quellen. Wenn deine alten URLs beide Formen im Umlauf hatten, trägst du beide ein.

Vorlage für die Zuordnungsliste beim Umzug

Eine einfache Tabelle, die du vor dem Umzug anlegst und danach als Nachweis behältst:

SpalteInhaltBeispiel
Alte URLPfad im alten System/kategorie/rucksaecke/wandern.html
Neue URLPfad in Shopify/collections/wanderrucksaecke
TypProdukt, Kategorie, Inhalt, SonstigesKategorie
PrioritätKlicks aus Search Console, Backlinks vorhandenhoch
Statusoffen, importiert, geprüftgeprüft
Datumwann geprüft2026-10-05

Die Reihenfolge beim Abarbeiten: erst alle Adressen mit Backlinks, dann alle mit Klicks in den letzten zwölf Monaten, dann der Rest. Adressen ohne Klicks und ohne Links kannst du auf die passende Kollektion sammeln, statt jede einzeln zuzuordnen; wichtig ist, dass keine Sammelweiterleitung auf die Startseite geht. Wie eine tragfähige neue Struktur aussieht, bevor du sie mit Weiterleitungen festschreibst, steht im Artikel zur URL-Struktur im Online-Shop.

Wechsel der Domain

Zieht der Shop auf eine neue Domain, reicht die Weiterleitungsverwaltung nicht, weil sie nur Pfade innerhalb deiner Shopify-Domain kennt. Die alte Domain verbindest du zusätzlich mit Shopify und legst die neue als Hauptdomain fest; Shopify leitet dann Aufrufe der alten Domain auf die Hauptdomain weiter, und die Pfad-Weiterleitungen greifen anschließend dort. Prüfe nach der Umstellung, ob ein tiefer Link auf der alten Domain am richtigen Ziel auf der neuen ankommt. Wenn die alte Domain nicht mit Shopify verbunden werden kann, richtest du die Weiterleitung beim Hoster oder Registrar ein und achtest darauf, dass der Pfad erhalten bleibt.

Melde die neue Domain in der Search Console an und nutze dort die Funktion zur Adressänderung, damit Google den Umzug schneller versteht.

Nach dem Anlegen: prüfen und beobachten

  • Statuscodes prüfen. Ein Stichprobencheck mit der URL-Prüfung der Search Console oder den Entwicklerwerkzeugen zeigt, ob 301 ausgeliefert wird und wohin.
  • Ketten aufräumen. Nach jeder weiteren Änderung an einer Ziel-URL die Weiterleitungsliste nach dem alten Ziel durchsuchen und Einträge direkt auf das neue Ziel setzen.
  • Search Console beobachten. Zwei bis vier Wochen nach dem Umzug den Seitenbericht erneut auf 404 prüfen. Dort tauchen die Adressen auf, die du übersehen hast.
  • Interne Links korrigieren. Eine Weiterleitung ist ein Pflaster. Menüs, Kollektionsverlinkungen, Blogartikel und Footer sollten direkt auf die neue Adresse zeigen. Das Audit in ecomando listet interne Links, die über eine Weiterleitung laufen.
  • Weiterleitungen lange behalten. Mindestens ein Jahr, besser dauerhaft. Alte Backlinks verschwinden nicht, und das Löschen spart nichts.

Häufige Fehler

  • Weiterleitung auf die Startseite. Google behandelt eine Sammelweiterleitung auf die Startseite häufig wie einen Fehler, nicht wie eine Weiterleitung. Ziel ist immer die nächstpassende Seite.
  • Weiterleitung angelegt, Produkt noch aktiv. Die Weiterleitung greift nicht, weil die Seite keinen 404 liefert. Erst archivieren, dann testen.
  • Quelle mit Domain eingetragen. In „Weiterleiten von“ gehört nur der Pfad, nicht https://deinshop.de/....
  • Parameter in der Quelle. Laut Shopify-Hilfe funktionieren Quellen mit Query-String möglicherweise nicht wie erwartet. Meist genügt die Weiterleitung des Pfads ohne Parameter, prüfe es aber an einem echten alten Link.
  • Handle geändert, Häkchen übersehen. Der häufigste Einzelfall. Prüfe nach jeder Umbenennung die Weiterleitungsliste.
  • Sprachversionen vergessen. Bei Shopify Markets mit Unterordnern braucht jede Sprachversion einen eigenen Eintrag.

Wenn du die Weiterleitungen im Griff hast, ist der nächste Schritt meistens die Struktur der Kollektionen selbst: Welche Kollektionen es geben soll, wie sie heißen und wie sie verlinkt sind, steht im Artikel zu Shopify Collections und SEO. Und für alles, was Shopify sonst technisch vorgibt, ist der Leitfaden zu Shopify SEO der Einstieg.

Häufige Fragen

Wo richte ich in Shopify eine Weiterleitung ein?

Im Shopify-Admin unter Inhalt → Menüs findest du den Link zu den URL-Weiterleitungen. Dort trägst du den alten Pfad unter „Weiterleiten von“ und das Ziel unter „Weiterleiten zu“ ein. Shopify leitet dauerhaft weiter, also mit Statuscode 301.

Warum funktioniert meine Shopify-Weiterleitung nicht?

Shopify leitet nur Adressen weiter, die tatsächlich einen 404-Fehler liefern. Existiert die alte Seite noch, etwa ein nicht archiviertes Produkt, greift die Weiterleitung nicht. Außerdem lassen sich reservierte Pfade wie /collections/all nicht als Quelle verwenden, und URLs mit Parametern funktionieren laut Shopify-Hilfe möglicherweise nicht wie erwartet.

Wie finde ich 404-Fehler in meinem Shopify-Shop?

Der Seitenbericht in der Google Search Console listet URLs mit dem Grund „Nicht gefunden (404)“. Ergänzend hilft ein Filter in GA4 auf den Seitentitel deiner Fehlerseite, weil dort auch Aufrufe auftauchen, die Google nie gecrawlt hat.

Wie viele Weiterleitungen kann ich in Shopify anlegen?

Shopify nennt für Standardtarife eine Grenze von 100.000 Weiterleitungen, für Shopify Plus 20 Millionen. Für einen normalen Shop-Umzug reicht das bei weitem; der Engpass ist eher die Sorgfalt beim Zuordnen alter auf neue Adressen.

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