Shopify mit dem Merchant Center verbinden: Feed, Sync, Fehler

So verbindest du Shopify über den Google-&-YouTube-Kanal mit dem Merchant Center: Voraussetzungen, Produktabgleich, Felder für Google und typische Fehler.

Redaktion ecomando8 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Was der Kanal macht und was nicht
  2. Voraussetzungen: Checkliste vor dem Verbinden
  3. Einrichtung Schritt für Schritt
  4. Welche Shopify-Felder wo im Merchant Center landen
  5. Mehrere Länder und Sprachen
  6. Die häufigsten Fehler nach dem Verbinden
  7. Wann ein ergänzender Feed sinnvoll ist
  8. Kontrolle nach der Einrichtung

Shopify liefert deine Produkte nicht von allein an Google. Dazwischen sitzt der Google-&-YouTube-Kanal, der Produkte, Preise und Bestände ins Merchant Center überträgt und Fehler zurückmeldet. Wer ihn einmal sauber einrichtet, spart sich die Pflege einer Feed-Datei. Wer ihn halb einrichtet, wundert sich über abgelehnte Produkte, falsche Preise und Kampagnen ohne Angebote.

Dieser Artikel zeigt die Voraussetzungen, die Einrichtung Schritt für Schritt, welche Shopify-Felder wo im Merchant Center landen und wie du die typischen Fehlermeldungen liest. Die allgemeine Kontoeinrichtung, Versand, Steuer und Programme stehen in der Anleitung zum Google Merchant Center; hier geht es nur um den Shopify-Teil.

Was der Kanal macht und was nicht

Der Google-&-YouTube-Kanal ist eine App aus dem Shopify App Store, die laut Shopify-Hilfe von Google betrieben wird. Er verbindet dein Shopify-Konto mit einem Google-Konto und darüber mit dem Merchant Center und optional mit Google Ads samt Conversion-Tracking. Er ist nicht für alle Länder und Währungen verfügbar; für Shops in Deutschland, Österreich und der Schweiz funktioniert er.

Was er übernimmt:

  • Produkte samt Varianten, Preisen, Verfügbarkeit, Bildern und Produkt-URLs an das Merchant Center übertragen und aktuell halten.
  • Die Domain deines Shops im Merchant Center beanspruchen. Laut Shopify-Hilfe geschieht das automatisch, solange die Domain nicht bereits mit einem anderen Google-Konto verknüpft ist. Ist sie das, musst du den Anspruch erst übertragen.
  • Versandeinstellungen aus Shopify übernehmen, wenn du das beim Einrichten wählst.
  • Den Status je Produkt (freigegeben, ausstehend, abgelehnt) im Shopify-Admin anzeigen.

Was er nicht übernimmt:

  • Er schreibt keine besseren Titel oder Beschreibungen. Was im Shopify-Produkt steht, geht so an Google.
  • Er füllt keine Attribute, die in Shopify kein Standardfeld haben, etwa Farbe, Material oder Größe, solange du sie nicht als Option oder Metafeld pflegst.
  • Er repariert keine Richtlinienverstöße des Shops selbst: fehlende Rückgabebedingungen, fehlende Kontaktdaten oder ein Shop im Passwortschutz bleiben Probleme, egal wie der Feed aussieht.

Voraussetzungen: Checkliste vor dem Verbinden

Google prüft nicht nur Produkte, sondern den Shop. Bevor du den Kanal installierst, hake das ab:

  1. Eigene Domain ist Hauptdomain, die myshopify.com-Adresse leitet weiter.
  2. Passwortschutz des Onlineshops ist aus.
  3. Rückgabe- und Erstattungsbedingungen sowie die AGB stehen laut Shopify-Anforderungen im Footer-Menü; Versandinformationen, Impressum, Datenschutzerklärung und mindestens eine Kontaktmöglichkeit (Adresse, Telefon, E-Mail oder Formular) sind ebenfalls erreichbar.
  4. Checkout funktioniert mit mindestens einer gängigen Zahlungsart und ist per HTTPS erreichbar.
  5. Preise im Shop sind Endpreise inklusive Umsatzsteuer, so wie sie Kunden in deinem Zielland zahlen.
  6. Jedes Produkt, das zu Google soll, hat eine GTIN im Barcode-Feld, sofern es eine gibt. Produkte ohne GTIN brauchen laut Shopify stattdessen Marke und Herstellernummer (MPN) in den Google-Feldern.
  7. Produktbilder zeigen das Produkt ohne Werbetext, Logos oder Wasserzeichen.

Dieselbe Liste hilft dir, wenn du ein bestehendes Merchant-Center-Konto mit Shopify verbinden willst: Das Konto muss zum Google-Login gehören, mit dem du dich im Kanal anmeldest, und die dort hinterlegte Website muss deine Shop-Domain sein.

Einrichtung Schritt für Schritt

Die genauen Bezeichnungen der Schaltflächen ändern sich gelegentlich, der Ablauf bleibt gleich:

  1. Kanal installieren. Im Shopify App Store nach „Google & YouTube“ suchen und dem Shop hinzufügen. Der Kanal erscheint anschließend im Admin unter den Vertriebskanälen.
  2. Google-Konto verbinden. Melde dich mit dem Google-Konto an, das Zugriff auf das Merchant Center und gegebenenfalls auf Google Ads hat oder haben soll. Nimm ein Firmenkonto, nicht das private Konto eines Mitarbeiters.
  3. Merchant-Center-Konto wählen. Vorhandenes Konto auswählen oder ein neues anlegen. Der Kanal übernimmt die Bestätigung der Website.
  4. Zielmarkt und Sprache festlegen. Der Kanal fragt, für welches Land und in welcher Sprache die Produkte laufen sollen. Wähle das Land, dessen Währung und Steuersätze dein Shop im Standard verwendet. Weitere Länder kommen später dazu, dazu mehr unten.
  5. Versand hinterlegen. Entweder die Versandeinstellungen aus Shopify übernehmen lassen oder Versand direkt im Merchant Center anlegen. Übernehmen ist einfacher; manuell ist besser, wenn deine Versandregeln in Shopify komplex sind (Gewichtsstaffeln, Zonen mit Ausnahmen).
  6. Bedingungen akzeptieren und Produkte freigeben. Der Kanal überträgt anschließend alle Produkte, die für den Kanal verfügbar sind.
  7. Produktstatus abwarten. Die erste Prüfung durch Google dauert bis zu einigen Tagen. Danach siehst du je Produkt, ob es freigegeben ist oder warum nicht.

Welche Produkte übertragen werden, steuerst du über die Verfügbarkeit in Vertriebskanälen: Ein Produkt, das nur im Onlineshop, aber nicht im Google-&-YouTube-Kanal verfügbar ist, taucht im Merchant Center nicht auf. Das ist gleichzeitig der einfachste Weg, Produkte auszuschließen, die bei Google nichts bringen, etwa Ersatzteile für zwei Euro oder Gutscheine.

Welche Shopify-Felder wo im Merchant Center landen

Shopify dokumentiert die Zuordnung nicht Feld für Feld. Die folgende Tabelle beschreibt, was der Kanal in der Praxis überträgt; welche Werte bei einem Produkt tatsächlich ankommen, siehst du im Merchant Center in der Detailansicht des Angebots.

Shopify-FeldMerchant-Center-AttributHinweis
ProdukttiteltitleWird 1:1 übertragen; Titel mit Marke, Modell, wichtigstem Merkmal aufbauen
BeschreibungdescriptionHTML wird entfernt; Text muss ohne Formatierung lesbar sein
Preis / Vergleichspreisprice / sale_priceBeide inklusive Steuer des Zielmarkts
Bestand und VerfügbarkeitavailabilityAusverkaufte Varianten werden als nicht verfügbar gemeldet
BarcodegtinMuss eine gültige GTIN sein: UPC mit 8 oder 12, EAN mit 8 oder 13 Stellen, keine interne Artikelnummer
AnbieterbrandFür Markenware Pflicht; ohne GTIN verlangt Google Marke und MPN
Produkttypproduct_typeFreie Angabe, für Kampagnen und Filter nützlich
Optionen (Farbe, Größe)color, size je VarianteNur, wenn die Option so benannt ist, dass der Kanal sie erkennt; sonst im Kanal je Produkt nachtragen
Produkt-URLlinkJe Variante mit ?variant=-Parameter
Produktbilderimage_link, additional_image_linkErstes Bild wird Hauptbild
Varianten eines Produktsitem_group_idDer Kanal fasst Varianten automatisch zusammen

Zwei Dinge fallen auf: Erstens hängt die Qualität deines Feeds direkt an der Qualität deiner Produktdaten in Shopify. Wer die Titel für Google verbessern will, verbessert sie im Produkt oder arbeitet mit Feed-Regeln im Merchant Center, siehe dazu den Artikel zum Optimieren des Produktfeeds. Zweitens wird jede Variante ein eigenes Angebot mit eigener URL. Wie Shopify Varianten-URLs behandelt und wann eine Variante besser ein eigenes Produkt wäre, steht im Artikel zu Varianten in Shopify und SEO.

Zusätzliche Google-Felder pflegen

Einige Attribute haben in Shopify kein Standardfeld, sind aber für Google wichtig oder nützlich: die Google-Produktkategorie, der Zustand (neu, gebraucht, generalüberholt), Geschlecht und Altersgruppe bei Bekleidung, die Herstellernummer MPN und die Custom Labels für die Kampagnensteuerung.

Der Kanal stellt diese Felder je Produkt zur Verfügung; für viele Produkte gleichzeitig arbeitest du im Bulk-Editor von Shopify, indem du die entsprechenden Spalten einblendest. Alternativ setzt du im Merchant Center Feed-Regeln, die Werte aus anderen Feldern ableiten, zum Beispiel die Produktkategorie aus dem Produkttyp. Die Kategorie wählst du aus Googles Taxonomie so tief wie möglich; „Bekleidung & Accessoires“ hilft niemandem, „Wanderrucksäcke“ schon.

Mehrere Länder und Sprachen

Der Kanal überträgt zunächst für den gewählten Zielmarkt. Wenn dein Shop über Shopify Markets weitere Länder oder Sprachen bedient, kannst du im Kanal zusätzliche Zielländer hinzufügen; Preise in Landeswährung und übersetzte Inhalte fließen dann aus dem jeweiligen Markt. Achte darauf, dass je Land die passende Versandeinstellung im Merchant Center existiert, sonst werden Angebote dort abgelehnt. Die SEO-Seite dieser Einrichtung behandelt der Artikel zu Shopify Markets und SEO.

Die häufigsten Fehler nach dem Verbinden

Der Kanal zeigt dir je Produkt den Status; die ausführliche Begründung steht im Merchant Center im Bereich für Produkte. So ordnest du die Meldungen dem Shopify-Feld zu:

Meldung im Merchant CenterUrsache in ShopifyBehebung
Preis stimmt nicht übereinRabatt-App, Staffelpreis oder Markt-Preisanpassung zeigt im Shop einen anderen Preis als der Feed; oder Preise ohne SteuerStrukturierte Daten und sichtbaren Preis prüfen, Preis-Apps auf Feed-Kompatibilität prüfen, Details unter Preis stimmt nicht überein
Ungültiger oder fehlender Wert für GTINBarcode-Feld leer, interne Artikelnummer oder TippfehlerGültige EAN ins Barcode-Feld eintragen oder Produkt korrekt als Artikel ohne GTIN kennzeichnen
Bild mit Werbetext oder zu kleinHauptbild enthält Badge, Text, Wasserzeichen oder ist zu kleinNeutrales Hauptbild in ausreichender Auflösung hochladen
Versandkosten fehlenKein Versanddienst für das Zielland im Merchant CenterVersand aus Shopify übernehmen oder manuell anlegen
Website nicht bestätigt oder beanspruchtBestätigung über anderes Konto oder anderes System aktivKonflikt im Merchant Center auflösen, Kanal neu verbinden
Zielseite nicht erreichbarPasswortschutz aktiv, Produkt nicht im Onlineshop veröffentlicht, Produkt archiviertProdukt veröffentlichen oder aus dem Kanal nehmen
Nicht genügend Richtlinien-InformationenRückgabe, Kontakt oder Zahlungsinformationen für Google nicht auffindbarSeiten anlegen und im Footer verlinken

Zwei Regeln helfen beim Abarbeiten. Erstens: Beginne mit Meldungen, die viele Produkte betreffen, nicht mit der ersten in der Liste. Ein fehlender Versanddienst blockiert alles, eine falsche GTIN nur ein Produkt. Zweitens: Behebe die Ursache in Shopify, nicht im Merchant Center. Eine Korrektur im Merchant Center wird beim nächsten Abgleich überschrieben. Ausnahme sind Feed-Regeln und ergänzende Feeds, die genau dafür gedacht sind.

Wenn ganze Gruppen abgelehnt sind, hilft die Übersicht der Ablehnungsgründe im Artikel zu abgelehnten Produkten im Merchant Center.

Wann ein ergänzender Feed sinnvoll ist

Der Kanal ist die primäre Datenquelle. Ersetzen solltest du ihn nicht, ergänzen manchmal:

  • Bessere Titel für Google als im Shop. Ein ergänzender Feed im Merchant Center kann title je Artikel-ID überschreiben, ohne dass der Produktname im Shop sich ändert.
  • Custom Labels aus Margen oder Saison. Wenn Labels aus Daten kommen, die Shopify nicht kennt, etwa der Marge je Produkt, ist eine Tabelle als ergänzender Feed einfacher als manuelle Pflege.
  • Ausschluss einzelner Angebote je Land. Über das Attribut excluded_destination oder shopping_ads_excluded_country steuerst du, wo ein Produkt nicht erscheint.

Der ergänzende Feed wird über die Artikel-ID mit den Angeboten aus dem Kanal verknüpft. Die ID vergibt der Kanal aus Shopify-Produkt und Variante; exportiere sie aus dem Merchant Center, statt sie zu raten.

Kontrolle nach der Einrichtung

Nach der ersten Woche brauchst du eine Routine, sonst schleichen sich Ablehnungen ein, wenn neue Produkte online gehen oder eine App den Preis ändert:

  1. Wöchentlich den Anteil freigegebener Angebote je Land ansehen. Sinkt er sprunghaft, ist meistens eine Änderung im Shop die Ursache: neues Theme, neue Rabatt-App, geänderte Versandregeln.
  2. Neue Produkte nach dem Anlegen im Kanal auf Status prüfen, bevor die erste Kampagne auf sie zielt.
  3. Vor Aktionen die Preise mit Vorlauf ändern, damit Feed und Shop zum Start übereinstimmen.
  4. Monatlich das Merchant Center auf Kontoprobleme prüfen, nicht nur auf Produktprobleme.

In ecomando siehst du unter Google Shopping die abgelehnten und eingeschränkten Angebote mit Grund, ohne dich durch das Merchant Center zu klicken; die Behebung selbst findet weiterhin in Shopify statt.

Häufige Fragen

Brauche ich für Shopify einen eigenen Produktfeed fürs Merchant Center?

Nein. Der Google-&-YouTube-Kanal aus dem Shopify App Store überträgt Produkte, Preise und Verfügbarkeit automatisch ins Merchant Center. Eine eigene Feed-Datei brauchst du nur, wenn du Felder belegen willst, die der Kanal nicht liefert, und selbst dann reicht meist ein ergänzender Feed.

Wie oft synchronisiert Shopify die Produkte mit dem Merchant Center?

Der Kanal gleicht Änderungen laufend ab; einen exakten Takt nennt Shopify nicht. Dokumentiert ist nur, dass Google synchronisierte Produktdaten nach 30 Tagen verfallen lässt und der Kanal sie innerhalb dieser Frist erneuert. Nach einer Änderung im Admin dauert es erfahrungsgemäß Minuten bis wenige Stunden; Preisänderungen vor einer Aktion pflegst du deshalb mit Vorlauf ein.

Warum werden meine Shopify-Produkte im Merchant Center abgelehnt?

Die häufigsten Gründe sind fehlende oder falsche GTIN im Barcode-Feld, Preisabweichungen zwischen Shop und Feed, Bilder mit Text oder Wasserzeichen, fehlende Versandangaben und eine nicht bestätigte Website. Den konkreten Grund zeigt das Merchant Center je Produkt an.

Kann ich ein bestehendes Merchant-Center-Konto mit Shopify verbinden?

Ja. Beim Einrichten des Kanals wählst du aus, ob du ein vorhandenes Konto verbindest oder ein neues anlegst. Das Konto muss zum selben Google-Login gehören, und die Website im Konto muss deine Shop-Domain sein.

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