Produkte im Merchant Center abgelehnt: Gründe und Lösungen

Die häufigsten Ablehnungsgründe im Merchant Center, wie du sie der Reihe nach behebst und die Prüfung neu anstößt. Mit Tabelle Grund und Lösung.

Redaktion ecomando8 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Zuerst: Kontoebene oder Produktebene?
  2. Die häufigsten Ablehnungsgründe
  3. Tabelle: Grund und Lösung
  4. Schritt für Schritt: abgelehnte Produkte abarbeiten
  5. Checkliste: Feed gegen Ablehnungen absichern
  6. Was du dauerhaft im Blick behalten solltest

Abgelehnte Produkte sind der häufigste Grund, warum Shopping-Anzeigen und kostenlose Einträge weniger Umsatz bringen als geplant: Was Google nicht freigibt, taucht nirgendwo auf. Die gute Nachricht ist, dass sich fast alle Ablehnungen auf ein Dutzend wiederkehrende Ursachen zurückführen lassen. Dieser Artikel geht sie durch, zeigt die Reihenfolge der Bearbeitung und was du tun musst, damit Google erneut prüft.

Zuerst: Kontoebene oder Produktebene?

Bevor du einzelne Produkte anfasst, kläre die Ebene des Problems. Das spart oft Stunden.

Kontoebene. Ist das Konto gesperrt oder die Website nicht bestätigt, sind alle Produkte betroffen. Einzelne Feed-Korrekturen ändern daran nichts. Typische Auslöser: nicht bestätigte und nicht beanspruchte Website, fehlende Pflichtangaben im Shop (Impressum, Kontaktmöglichkeit, Versand- und Rückgabebedingungen, sichere Bezahlung), oder ein Richtlinienverstoß, der das ganze Konto betrifft.

Feedebene. Läuft die Feed-Verarbeitung auf Fehler, fehlen ganze Spalten oder Produktgruppen. Prüfe das Verarbeitungsprotokoll der letzten Abrufe, bevor du Einzelprodukte analysierst.

Produktebene. Hier greifen die klassischen Gründe: Preisabweichung, fehlende Kennung, Bildproblem, Versand. Diese Meldungen findest du im Merchant Center im Produktbereich, gruppiert nach Problem – sortiere nach Anzahl betroffener Artikel und arbeite von oben nach unten.

Ein Merchant-Center-Konto solide aufzusetzen, ist Voraussetzung für alles Weitere; die Grundlagen stehen in der Anleitung für das Google Merchant Center.

Die häufigsten Ablehnungsgründe

1. Preis stimmt nicht mit der Landingpage überein

Der Klassiker. Google ruft deine Produktseite auf, liest dort einen Preis und vergleicht ihn mit dem Wert im Feed. Weichen beide ab, wird das Produkt abgelehnt. Die häufigsten Ursachen:

  • Netto statt Brutto. In Feeds für Endkunden in Deutschland gehört der Bruttopreis inklusive Mehrwertsteuer hinein.
  • Streichpreis und Aktionspreis verwechselt. Der reguläre Preis gehört in price, der Aktionspreis in sale_price. Wenn du den Aktionspreis in price schreibst, während die Seite beide zeigt, entsteht ein Konflikt.
  • Preis wird erst per JavaScript nachgeladen. Was der Crawler im ersten Durchgang nicht sieht, kann er nicht abgleichen.
  • Preis je Land, Währung oder Kundengruppe unterschiedlich. Wird nach IP oder Login umgeschaltet, sieht Google einen anderen Wert als deine Kunden.
  • Feed ist veraltet. Bei häufigen Preisänderungen reicht ein täglicher Abruf oft nicht.

Die stabilste Lösung ist eine saubere Auszeichnung der Produktseite mit strukturierten Daten, weil Google damit einen eindeutigen Preis vorliegen hat statt einer Zahl irgendwo im Text. Wie das aussieht, steht im Artikel zu strukturierten Daten für Produkte. Ergänzend greifen die automatischen Artikelaktualisierungen: Google zieht price, sale_price, availability und condition aus der ausgezeichneten Produktseite nach, statt das Produkt sofort abzulehnen. Diese Automatisierungen sind standardmäßig aktiv und im Konto abschaltbar. Verstehe sie als Sicherheitsleine, nicht als Ersatz für einen korrekten Feed.

2. Verfügbarkeit weicht ab

Dasselbe Prinzip bei availability. Steht im Feed in_stock, zeigt die Seite aber „nicht lieferbar“ oder gar keinen Kauf-Button, wird abgelehnt. Kritisch sind Shops, die ausverkaufte Artikel weiter anzeigen, und Feeds, die nur einmal am Tag aktualisiert werden, während Bestände schnell wechseln. Nutze backorder oder preorder nur, wenn auf der Seite tatsächlich ein Liefertermin genannt wird.

3. Fehlende oder falsche Produktkennung

Google empfiehlt die gtin nachdrücklich, sobald es für ein Produkt eine gibt – die EAN oder UPC vom Produkt beziehungsweise von der Verpackung. Bei Markenware ohne GTIN reagiert das System entsprechend empfindlich, und ohne GTIN fällt das Produkt außerdem aus den Preisvergleichen heraus. Häufige Fehler: Nummern selbst erfunden, GTIN des Herstellers statt des konkreten Artikels, Prüfziffer falsch, oder eine Variante mit der GTIN einer anderen Größe versehen.

Wenn es für ein Produkt objektiv keine Herstellerkennung gibt (Handarbeit, Eigenmarke, Maßanfertigung, Antiquität), setzt du identifier_exists auf no und lieferst dafür brand und eine dauerhaft stabile id. Für Markenware ist dieser Weg keine Abkürzung: Google erkennt die Produkte über Titel und Marke und lehnt trotzdem ab.

Bei Ersatzteilen und Zubehör ohne GTIN ist die Kombination aus brand und mpn der richtige Weg.

4. Bildprobleme

Bilder sind die zweithäufigste Fehlerquelle und zerfallen in drei Gruppen:

  • Bild nicht abrufbar. Der Server blockiert Googles Crawler, die URL liefert einen Fehler, das Hosting hat ein Ratenlimit, oder die Bild-URL steckt hinter einem Login. Prüfe die URL aus dem Feed in einem privaten Fenster.
  • Bildinhalt nicht erlaubt. Werbeeinblendungen wie „Sale“, Rabattbanner, Wasserzeichen, Logos über dem Produkt, Rahmen, Text im Bild, Platzhalter- oder Vorschaubilder. Das Hauptbild zeigt das Produkt, sonst nichts.
  • Qualität zu gering. Zu kleine Auflösung oder ein Produkt, das nur einen Bruchteil der Fläche einnimmt.

Wenn du Aktionsgrafiken brauchst, gehören sie in additional_image_link – aber auch dort gelten die Bildrichtlinien. Praktischer Weg: Lifestyle- und Detailaufnahmen als Zusatzbilder, freigestelltes Produkt als Hauptbild.

5. Versandangaben fehlen

Für Deutschland brauchst du Versandkosten, entweder über die Versandeinstellungen im Konto oder über shipping im Feed. Fehlt beides für ein Zielland, wird das Produkt dort nicht ausgeliefert. Typischer Stolperstein: Sperrgut oder Speditionsware, für die die Standardregel nicht passt – hier setzt du die Kosten je Produkt im Feed.

6. Website nicht bestätigt oder beansprucht

Ohne bestätigte und dem Konto zugeordnete Website läuft nichts. Die Bestätigung erfolgt über die üblichen Wege für die Websiteinhaberschaft, zum Beispiel HTML-Tag, Datei-Upload oder eine verknüpfte Property in der Search Console. Wichtig: Die Domain im link-Attribut muss zur bestätigten Domain passen, inklusive www und https.

7. Eingeschränkte Produkte und Richtlinienverstöße

Bestimmte Kategorien sind nicht oder nur eingeschränkt zulässig, etwa Alkohol, Tabak und E-Zigaretten, Waffen und Waffenteile, verschreibungspflichtige Präparate, Glücksspiel, Finanzprodukte mit Auflagen oder gefälschte Markenware. Dazu kommen inhaltliche Verstöße: irreführende Heilversprechen, unklare Preisangaben, unzulässige Vergleiche. Bei solchen Ablehnungen reicht eine Feed-Korrektur nicht – du änderst Produktdaten und Landingpage und beantragst danach eine erneute Prüfung. Die aktuellen Regeln stehen in den Shopping-Richtlinien in der Google-Merchant-Center-Hilfe.

8. Landingpage nicht erreichbar oder gesperrt

Weiterleitungsketten, Fehlerseiten, ein Consent-Layer, der den Inhalt vollständig blockiert, eine per robots.txt gesperrte URL oder eine Länderumleitung, die Googles Crawler auf eine andere Seite schickt: In all diesen Fällen sieht Google keine gültige Produktseite. Achte auch auf Session-IDs in URLs, die nach kurzer Zeit ungültig werden.

Tabelle: Grund und Lösung

Meldung / GrundWahrscheinliche UrsacheLösung
Preis stimmt nicht übereinNetto im Feed, Streichpreis, JS-Preis, alter FeedBruttopreis, sale_price korrekt nutzen, Produktseite auszeichnen, Feed häufiger abrufen
Verfügbarkeit stimmt nicht übereinBestand veraltet, ausverkaufte Seite bleibt onlineBestandsabgleich verkürzen, ausverkaufte Artikel als out_of_stock melden
GTIN fehlt oder ungültigkeine EAN im Shop, falsche Variantenzuordnungechte GTIN je Variante pflegen; ohne Kennung identifier_exists: no plus brand
Bild kann nicht abgerufen werdenCrawler blockiert, URL fehlerhaft, Login nötigBild-URL öffentlich erreichbar machen, Ratenlimits prüfen
Werbetext im BildSale-Banner, Wasserzeichen, Logoneutrales Hauptbild, Aktionsgrafik höchstens als Zusatzbild
Versandinformationen fehlenkeine Versandregel fürs ZiellandVersandeinstellungen ergänzen oder shipping je Produkt setzen
Website nicht bestätigtInhaberschaft offen, Domain weicht abWebsite bestätigen und beanspruchen, link an bestätigte Domain anpassen
Eingeschränktes ProduktKategorie nur bedingt zulässigZulässigkeit prüfen, Angaben anpassen, erneute Prüfung beantragen
RichtlinienverstoßInhalt auf Seite oder im FeedProduktdaten und Landingpage korrigieren, erneute Prüfung beantragen
Landingpage nicht erreichbarFehlerseite, Weiterleitung, robots.txtURL direkt auf die Produktseite setzen, Zugriff freigeben
Doppelte oder instabile idid je Import neu generiertdauerhaft stabile id verwenden, Varianten über item_group_id bündeln

Schritt für Schritt: abgelehnte Produkte abarbeiten

  1. Kontostatus prüfen. Gibt es eine Meldung auf Kontoebene oder ist die Website nicht bestätigt? Dann zuerst das lösen, alles andere wäre verlorene Arbeit.
  2. Probleme nach Anzahl sortieren. Ein Problem, das 800 Artikel betrifft, hat fast immer eine gemeinsame Ursache im Feed-Mapping – und eine einzige Korrektur.
  3. Drei Beispielartikel per Hand nachvollziehen. Feedwert und Produktseite nebeneinander ansehen. Die Produktseite dabei in einem privaten Fenster öffnen, ohne Login und ohne Länderumleitung.
  4. Ursache im System beheben, nicht im Export. Korrigiere im Shop oder in der Feed-Regel, nicht in einer Datei, die beim nächsten Import überschrieben wird.
  5. Feed neu ausliefern. Nach der Korrektur einen Abruf auslösen, damit Google die neuen Werte hat. Bei Preis- und Verfügbarkeitsfehlern ist das der eigentliche Auslöser für die neue Prüfung.
  6. Bei Richtlinienthemen erneute Prüfung beantragen. Diese Fälle laufen nicht automatisch weiter. Beantrage die Prüfung erst, wenn die Änderung tatsächlich live ist: Google weist in der Hilfe zur Durchsetzung auf Kontoebene ausdrücklich darauf hin, dass die Anzahl der Überprüfungen, die du beantragen kannst, begrenzt ist. Wer mehrfach ohne echte Korrektur anfragt, bekommt eine Wartezeit, in der die Schaltfläche für die Überprüfung deaktiviert bleibt – und die wird mit jeder weiteren Anfrage länger.
  7. Bearbeitungszeit einplanen. Google nennt für Shopping-Anzeigen 3 bis 5 Arbeitstage für die Überprüfung, bei anderen Programmen kann es länger dauern; das Crawling der Seiten ist in der Regel nach 24 bis 48 Stunden erledigt. Bleibt der Status danach unverändert, war die Ursache nicht die vermutete.
  8. Wiederholung verhindern. Notiere, welche Feed-Regel du geändert hast. Die meisten Ablehnungswellen kommen zurück, weil ein Import die Korrektur überschreibt.

Checkliste: Feed gegen Ablehnungen absichern

  • id dauerhaft stabil, eindeutig, nicht bei jedem Export neu erzeugt
  • title und description ohne Werbefloskeln und ohne Großbuchstabenschreibung
  • price brutto und identisch mit der Produktseite, Aktionen über sale_price
  • availability aus dem echten Bestand, Abgleich möglichst mehrmals täglich
  • link direkt auf die Produktseite, keine Weiterleitungskette, keine Session-ID
  • image_link öffentlich abrufbar, Hauptbild ohne Text, Banner und Wasserzeichen
  • gtin je Variante korrekt, sonst identifier_exists: no plus brand und ggf. mpn
  • condition gesetzt, wenn du nicht ausschließlich Neuware verkaufst
  • google_product_category und product_type gefüllt
  • Varianten über item_group_id gebündelt, mit color, size und material
  • Versandregeln für alle Zielländer, Sondersätze für Sperrgut je Produkt
  • Produktseite mit strukturierten Daten für Preis und Verfügbarkeit ausgezeichnet

Wenn du diese Punkte einmal saubergezogen hast, verschiebt sich die Arbeit von der Fehlerbehebung zur Verbesserung: bessere Titel, vollständigere Attribute, mehr passende Suchanfragen. Wie du dabei vorgehst, steht im Artikel zum Produktfeed optimieren. Und sobald die Produkte freigegeben sind, lohnt ein Blick auf die kostenlosen Produkteinträge und auf den Vergleich deiner Preise mit dem Wettbewerb – beides läuft über dieselben Feeddaten.

Was du dauerhaft im Blick behalten solltest

Abgelehnte Produkte sind kein Zustand, den man einmal beseitigt. Jede Sortimentsänderung, jeder Rabatt, jedes neue Feed-Plugin kann eine neue Welle auslösen. Sinnvoll ist ein fester wöchentlicher Blick auf zwei Zahlen: Anzahl aktiver Produkte und Anzahl abgelehnter Produkte, jeweils im Vergleich zur Vorwoche. Fällt die Zahl aktiver Produkte, suchst du nach der Ursache, bevor der Umsatzrückgang in den Berichten ankommt. In ecomando läuft der Produktstatus aus dem Merchant Center im Shopping-Bereich mit, sodass ein Einbruch neben dem Umsatz sichtbar wird und nicht erst beim nächsten Login im Merchant Center.

Ein zweiter Punkt ist die Priorisierung. Zehn abgelehnte Artikel aus dem Auslaufsortiment sind unwichtig, ein abgelehnter Bestseller kostet jeden Tag Geld. Sortiere die abgelehnten Produkte nach Umsatz oder Deckungsbeitrag der letzten 90 Tage und arbeite diese Liste ab, nicht die alphabetische.

Häufige Fragen

Warum werden meine Produkte im Merchant Center abgelehnt?

In den meisten Fällen aus vier Gründen: Preis oder Verfügbarkeit im Feed stimmen nicht mit der Produktseite überein, eine Produktkennung wie die GTIN fehlt oder ist falsch, das Bild ist nicht abrufbar oder enthält Werbetext, oder die Website ist nicht bestätigt. Den genauen Grund nennt Google je Produkt in der Problemübersicht.

Wie lange dauert es, bis ein korrigiertes Produkt wieder freigegeben wird?

Nach einer Feed-Aktualisierung prüft Google automatisch neu; das Crawling der Seiten ist meist in 24 bis 48 Stunden erledigt. Bei Richtlinienverstößen musst du eine Überprüfung beantragen, für die Google 3 bis 5 Arbeitstage nennt – und die Zahl dieser Anträge ist begrenzt.

Was bedeutet abgelehnt im Unterschied zu eingeschränkt?

Abgelehnt heißt, das Produkt wird gar nicht ausgeliefert. Eingeschränkt heißt, es läuft grundsätzlich, aber nicht überall oder nicht in allen Programmen, zum Beispiel weil Versandangaben für ein Zielland fehlen.

Kann ich Produkte ohne GTIN bei Google bewerben?

Ja, wenn es für das Produkt tatsächlich keine Herstellerkennung gibt, etwa bei Eigenanfertigungen. Dann setzt du identifier_exists auf no und lieferst brand und eine eindeutige id. Für Markenware mit GTIN funktioniert dieser Weg nicht.

Warum werden Produkte abgelehnt, obwohl der Preis auf der Seite stimmt?

Häufig sieht Googles Crawler einen anderen Preis als du: wegen Ländervariante, Kundenlogin, angezeigtem Streichpreis, Netto statt Brutto oder weil der Preis erst per JavaScript nachgeladen wird. Eine Auszeichnung mit strukturierten Daten auf der Produktseite macht den gültigen Preis eindeutig.

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