Merchant-Center-Konto gesperrt: prüfen, beheben, Überprüfung
Konto im Merchant Center gesperrt oder verwarnt: welche Richtlinien dahinterstecken, wie du deinen Shop Punkt für Punkt prüfst und die Überprüfung beantragst.

Inhalt
Ein rotes Banner im Merchant Center, alle Produkte abgelehnt, Shopping-Anzeigen und kostenlose Einträge stehen still: Eine Kontosperrung trifft Shops oft ohne Vorwarnung, und die Begründung ist knapp. Dieser Artikel zeigt, wie du die Sperrung von einer Verwarnung unterscheidest, welche Richtlinien fast immer dahinterstecken, wie du deinen Shop Punkt für Punkt prüfst und die Überprüfung so beantragst, dass sie eine Chance hat. Er ersetzt keine Rechtsberatung; welche Angaben rechtlich in Impressum, Widerruf und AGB gehören, klärst du mit deinem Anwalt.
Diagnose: Verwarnung oder Sperrung?
Im Merchant Center siehst du auf Kontoebene, ob es ein Problem gibt, welche Richtlinie betroffen ist und in welchem Status das Konto steht. Zusätzlich verschickt Google eine E-Mail an die Kontaktadresse des Kontos.
| Status | Was er bedeutet | Was jetzt zählt |
|---|---|---|
| Verwarnung mit Frist | Problem erkannt, Konto läuft weiter | Innerhalb der Frist beheben, sonst automatische Sperrung |
| Vorübergehende Sperrung | Produkte werden nicht ausgespielt | Beheben, dann Überprüfung beantragen |
| Sperrung nach Überprüfung | Antrag abgelehnt, Konto bleibt gesperrt | Ursache gründlicher suchen, Einspruch prüfen |
Wichtig für die Einordnung: Ein Problem auf Kontoebene betrifft den ganzen Shop und ist etwas anderes als viele einzelne Ablehnungen auf Produktebene. Ablehnungen einzelner Produkte behandelt der Artikel zu abgelehnten Produkten im Merchant Center. Hier geht es nur um das Konto.
Lies die Begründung genau. Sie nennt die Richtlinie („Falschdarstellung“, „Anforderungen an die Shopping-Anzeigen“, „Nicht zulässige Inhalte“), oft aber nicht den einzelnen Mangel. Die Prüfliste unten hilft, ihn zu finden.
Die häufigsten Gründe und wie du sie prüfst
1. Falschdarstellung: fehlende oder widersprüchliche Unternehmensangaben
Die Richtlinie zur Falschdarstellung ist der häufigste Sperrgrund für kleine und mittlere Shops. Google will sicherstellen, dass Kunden wissen, mit wem sie es zu tun haben, was sie zahlen und was bei Problemen gilt. Die Richtlinie ist in der Google-Hilfe zur Falschdarstellung beschrieben.
Prüfweg – Unternehmensangaben:
- Sind Firmenname, Anschrift und Kontaktmöglichkeit auf der Website leicht zu finden, nicht nur im Footer-Kleingedruckten?
- Stimmt der Unternehmensname im Merchant Center mit dem auf der Website, im Google-Ads-Konto und im Google-Unternehmensprofil überein? Abweichende Schreibweisen oder eine Marke hier, eine GmbH dort fallen auf.
- Zeigt die Domain eine andere Marke als das Konto?
- Gibt es eine Seite „Über uns“ oder vergleichbare Angaben, aus denen hervorgeht, wer den Shop betreibt?
Prüfweg – Kontakt:
- Google verlangt „aktuelle Kontaktdaten“, nennt aber keine Mindestzahl an Kanälen. Bewährt hat sich, zwei Wege anzubieten (etwa E-Mail und Telefon oder Kontaktformular), von jeder Seite erreichbar.
- Funktioniert das Kontaktformular? Ein Formular, das eine Fehlermeldung wirft, ist kein Kontaktweg.
2. Fehlende Rückgabe-, Erstattungs- und Versandinformationen
Prüfweg:
- Gibt es eine eigene, verlinkte Seite zu Rückgabe und Erstattung? Auch wenn du keine Rücknahme anbietest, muss das dort stehen.
- Sind Versandkosten und Lieferzeiten vor dem Kaufabschluss erkennbar, nicht erst nach Eingabe der Adresse?
- Stimmen die Angaben mit den Einstellungen im Merchant Center für Versand und Rückgabe überein? Wie du diese einrichtest, steht im Artikel zu Versand und Lieferzeit im Merchant Center.
- Sind die Seiten ohne Login erreichbar und nicht per
robots.txtoder Meta-Tag gesperrt?
3. Zahlungsinformationen und Checkout-Anforderungen
Google prüft, ob der Bestellprozess funktioniert und vertrauenswürdig wirkt.
Prüfweg:
- Werden die akzeptierten Zahlungsarten vor dem Checkout angezeigt, etwa im Footer oder auf einer Infoseite?
- Läuft der gesamte Bestellprozess über eine verschlüsselte Verbindung, ohne Zertifikatswarnung?
- Kommt man ohne Kundenkonto zumindest bis zur Übersicht der Gesamtkosten?
- Werden alle Kosten (Produkt, Versand, Steuern, Zuschläge) vor dem Abschluss angezeigt? Versteckte Gebühren sind ein ausdrücklicher Verstoß.
- Funktioniert der Checkout tatsächlich? Teste eine Bestellung bis kurz vor den Abschluss.
4. Der Shop wirkt unfertig oder unzuverlässig
Auch ohne einzelnen Verstoß kann ein Shop durchfallen, wenn er nicht vertrauenswürdig aussieht.
Prüfweg:
- Platzhaltertexte, leere Kategorien, „Coming soon“, Standard-Texte des Themes?
- Tote Links im Menü oder Footer, Bilder, die nicht laden?
- Produkte, die als verfügbar gelistet sind, aber nicht bestellbar sind?
- Pop-ups, die die Seite ohne Interaktion blockieren, oder Weiterleitungen auf andere Domains?
- Kopierte Texte oder Bilder anderer Händler?
5. Nicht zulässige oder eingeschränkte Inhalte
Manche Produktgruppen sind in Shopping ganz verboten, andere nur mit Auflagen oder in bestimmten Ländern erlaubt. Dazu gehören etwa Waffen und Zubehör, bestimmte Gesundheitsprodukte, Tabak und Produkte mit Markenrechtsverletzungen.
Prüfweg: Vergleiche dein Sortiment mit den Richtlinien zu nicht zulässigen und eingeschränkten Inhalten in der Merchant-Center-Hilfe. Ein einzelnes problematisches Produkt kann das ganze Konto betreffen. Bei Unsicherheit das Produkt aus dem Feed nehmen.
6. Umgehung von Systemen
Mehrere Konten für denselben Shop, ein neues Konto nach einer Sperrung, Feed-Tricks oder Cloaking (Google sieht eine andere Seite als der Nutzer) gelten als Umgehung. Diese Sperrungen sind schwer aufzuheben.
Prüfweg: Gibt es alte Konten des Unternehmens oder einer Agentur? Wurden Weiterleitungen eingerichtet, die je nach Besucher anders reagieren?
7. Unternehmensverifizierung ausstehend
Google fordert Händler teils auf, Angaben zum Unternehmen zu bestätigen, etwa durch Dokumente oder die Verifizierung von Identität und Zahlungsdaten. Bleibt das aus, kann das Konto eingeschränkt werden.
Prüfweg: Gibt es im Konto eine offene Aufgabe zur Verifizierung? Wurde eine E-Mail dazu übersehen?
Schritt für Schritt: Sperrung abarbeiten
- Begründung sichern: Screenshot der Meldung im Konto und E-Mail aufbewahren. Notiere die genannte Richtlinie.
- Alles prüfen, nicht nur das Genannte: Die Überprüfung betrachtet den ganzen Shop. Wenn du nur den einen Punkt aus der Meldung behebst und drei andere offen lässt, wird der Antrag abgelehnt und ein Versuch ist verbraucht.
- Checkliste unten komplett durchgehen, am besten von einer Person, die den Shop nicht täglich sieht.
- Änderungen live stellen und im privaten Fenster prüfen. Änderungen im Entwurf oder in einem gesperrten Theme zählen nicht.
- Angaben abgleichen: Unternehmensname, Adresse, Kontaktdaten und Website-URL im Merchant Center, in Google Ads und auf der Website identisch.
- Feed prüfen: Preise, Verfügbarkeit und Versand im Feed stimmen mit der Seite überein. Widersprüche zwischen Feed und Website zählen zur Falschdarstellung.
- Überprüfung beantragen: Im Konto beim Problem die Überprüfung anstoßen. Google unterscheidet zwischen „Problem behoben, bitte prüfen“ und „Ich widerspreche der Entscheidung“. Beides ist in der Hilfe zu Problemen im Merchant Center beschrieben. Nutze den Widerspruch nur, wenn du sicher bist, dass kein Verstoß vorliegt.
- Warten, nicht nachschieben: Während der Prüfung keine weiteren Anträge stellen und keine großen Änderungen am Shop vornehmen. Ein selbst angestoßener Crawl ist laut Hilfe meist in 24 bis 48 Stunden durch; die automatische Prüfung am Ende eines Warnzeitraums kann bis zu sieben Tage dauern.
- Bei Ablehnung: Begründung erneut lesen. Häufig fehlt ein Punkt, der beim ersten Durchgang als erledigt galt. Bei begrenzten Antragsversuchen ist der nächste Antrag erst nach vollständiger Prüfung sinnvoll.
Checkliste: Shop vor der Überprüfung
Unternehmen und Kontakt
- Firmenname, Anschrift und aktuelle Kontaktdaten von jeder Seite aus erreichbar, möglichst über zwei Wege (E-Mail und Telefon oder Formular)
- Name im Merchant Center, in Google Ads, auf der Website und im Unternehmensprofil identisch
- Kontaktformular getestet
Rückgabe, Erstattung, Versand
- Eigene Seite zu Rückgabe und Erstattung, verlinkt, ohne Login erreichbar
- Versandkosten und Lieferzeit vor dem Checkout sichtbar
- Angaben im Merchant Center stimmen mit der Website überein
Zahlung und Checkout
- Zahlungsarten vor dem Checkout sichtbar
- Verschlüsselte Verbindung auf allen Seiten, kein Zertifikatsfehler
- Alle Kosten vor dem Abschluss sichtbar
- Testbestellung bis zur letzten Seite durchgeführt
Qualität und Inhalte
- Keine Platzhaltertexte, toten Links oder leeren Kategorien
- Alle gelisteten Produkte bestellbar
- Keine Produkte aus verbotenen oder eingeschränkten Kategorien ohne Freigabe
- Keine kopierten Inhalte anderer Händler
Konto
- Nur ein Merchant-Center-Konto für den Shop
- Website bestätigt und beansprucht
- Offene Verifizierungsaufgaben erledigt
- Feed aktuell, keine Widersprüche zur Website
Was während der Sperrung mit deinen Zahlen passiert
Solange das Konto gesperrt ist, laufen weder Shopping-Anzeigen noch Performance-Max-Kampagnen mit Produktdaten noch kostenlose Einträge. Im Traffic siehst du das als Einbruch beim Kanal Bezahlte Suche oder Shopping, in Google Ads als Kampagnen ohne Impressionen. Wenn Shopping ein wichtiger Kanal ist, lohnt es sich, in der Zeit die Suchkampagnen zu prüfen, statt Budget ungenutzt stehen zu lassen. Ein Alarm auf abgelehnte Angebote und Shopping-Klicks, wie ihn ecomando im Bereich Google Shopping bietet, zeigt eine Sperrung meist am selben Tag, bevor die E-Mail gelesen ist.
Vorbeugen: so bleibt das Konto stabil
- Änderungen an Impressum, Kontakt, Rückgabe oder Zahlungsarten immer auch im Merchant Center nachziehen.
- Nach Theme-Wechseln prüfen, ob Footer-Links, Rückgabeseite und Zahlungslogos noch da sind.
- Feed täglich, damit Preis und Verfügbarkeit nicht von der Seite abweichen.
- Neue Produktgruppen vor dem Einreichen gegen die Inhaltsrichtlinien prüfen.
- Einmal im Quartal die Checkliste oben durchgehen, am besten in der Wochenroutine für wachsende Shops als festen Punkt.
Eine Sperrung ist in den meisten Fällen kein Urteil über deinen Shop, sondern ein Hinweis auf fehlende oder widersprüchliche Angaben. Wer die Ursache vollständig behebt statt schnell einen Antrag zu stellen, kommt meist mit einem Durchgang wieder online.
Häufige Fragen
Warum wurde mein Merchant-Center-Konto gesperrt?
Am häufigsten wegen der Richtlinie zur Falschdarstellung: fehlende oder schwer auffindbare Angaben zu Unternehmen, Kontakt, Rückgabe, Zahlung oder Versand, widersprüchliche Firmendaten oder ein unfertig wirkender Shop. Den konkreten Grund nennt das Merchant Center im Konto und in der Benachrichtigung.
Was ist der Unterschied zwischen Verwarnung und Sperrung?
Bei einer Verwarnung nennt Google das Problem und gibt eine Frist, in der du es beheben kannst; das Konto läuft weiter. Wird nichts behoben, folgt die Sperrung, bei der keine Produkte mehr ausgespielt werden. Bei schweren Verstößen kann Google direkt sperren.
Wie beantrage ich eine erneute Überprüfung im Merchant Center?
Nachdem alle genannten Probleme behoben und live sind, stößt du im Konto beim jeweiligen Problem die Überprüfung an. Die Anzahl der Anträge ist begrenzt, deshalb sollte der Shop vor dem Antrag vollständig geprüft sein.
Kann ich einfach ein neues Merchant-Center-Konto anlegen?
Nein. Das Umgehen einer Sperrung durch ein neues Konto verstößt selbst gegen die Richtlinien und führt in der Regel zur Sperrung des neuen Kontos. Der Weg führt über die Behebung und die Überprüfung des bestehenden Kontos.
Wie lange dauert die Überprüfung?
Beantragst du die Überprüfung selbst, ist der erneute Crawl laut Google-Hilfe meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden abgeschlossen. Die automatische Überprüfung am Ende eines Warnzeitraums kann bis zu sieben Tage dauern. Bei zusätzlichen Verifizierungsschritten dauert es länger.


