Versandkosten im Merchant Center: Einstellungen ohne Ablehnungen

Wie du Versandkosten, Bearbeitungs- und Lieferzeit im Merchant Center einstellst, wann das Attribut shipping nötig ist und welche Fehler zu Ablehnungen führen.

Redaktion ecomando6 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Zwei Ebenen: Kontoeinstellungen und Feed
  2. Versandservices im Konto anlegen
  3. Das Attribut shipping im Feed
  4. Warum Versandangaben zu Ablehnungen führen
  5. Checkliste: Versand im Merchant Center
  6. Versand als Verkaufsargument

Der Versandpreis steht in jeder Shopping-Anzeige direkt neben dem Produktpreis, und Google verlangt ihn für Deutschland verbindlich. Falsche oder fehlende Versandangaben gehören deshalb zu den häufigsten Gründen, warum Produkte nicht laufen oder eingeschränkt sind. Dieser Artikel zeigt, wie du Versandkosten, Bearbeitungszeit und Lieferzeit im Merchant Center so einrichtest, dass sie zur Website passen, wann du das Attribut shipping im Feed brauchst und wie du Ablehnungen vermeidest.

Zwei Ebenen: Kontoeinstellungen und Feed

Versandangaben kannst du an zwei Stellen hinterlegen.

Kontoebene. In den Versandeinstellungen des Merchant Centers legst du Versandservices an: je Land und Währung eine Regel, wie Versandkosten berechnet werden und wie lange Bearbeitung und Zustellung dauern. Diese Regeln gelten für alle Produkte, sofern du nichts anderes angibst.

Produktebene. Im Produktfeed gibt es das Attribut shipping mit Unterattributen für Land, Region, Service, Preis, Bearbeitungs- und Laufzeit. Übergibst du hier für ein Land einen Preis, wird die Kontoeinstellung für dieses Produkt und dieses Land ignoriert.

Google empfiehlt in der Hilfe zum Attribut shipping klar: Kontoeinstellungen für die Regel, Feed-Attribut nur als Ausnahme. Das hat einen praktischen Grund: Kontoeinstellungen änderst du an einer Stelle, Feed-Angaben musst du für jedes Produkt einzeln pflegen und bei jeder Preisänderung aktualisieren.

SituationEmpfohlene Ebene
Einheitliche Versandkosten für alle ProdukteKonto
Kostenlos ab BestellwertKonto
Versandkosten nach GewichtKonto, mit shipping_weight im Feed
Unterschiedliche Kosten je Produktgruppe, etwa SperrgutKonto mit mehreren Services plus shipping_label im Feed
Einzelne Produkte mit abweichendem PreisFeed, Attribut shipping
Versand nur in bestimmte RegionenKonto, Service mit Regionseinschränkung

Versandservices im Konto anlegen

Ein Versandservice besteht aus vier Teilen: Zielländer und Währung, Kostenregel, Zeiten und optional die Produkte, für die er gilt.

Zielländer und Währung

Ein Service gilt für ein oder mehrere Länder mit denselben Konditionen. Die Währung muss zur Währung der Produktpreise passen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz brauchst du also mindestens zwei Services, weil die Schweiz in Franken läuft. Je Land sind laut Google-Hilfe zu den Versandeinstellungen bis zu 20 Services möglich.

Wichtig: Für jedes Land, das im Feed als Zielland steht, muss ein Service existieren. Ein Feed mit Zielland Österreich, aber Versandservice nur für Deutschland, führt zu Ablehnungen für Österreich.

Kostenregel

Google bietet mehrere Berechnungsarten:

  • Pauschale: ein Betrag für jede Bestellung
  • Kostenlos: immer oder ab einem Bestellwert
  • Nach Bestellwert: gestaffelte Beträge nach Warenkorbsumme
  • Nach Gewicht: erfordert shipping_weight im Feed für jedes Produkt
  • Nach Zielregion: unterschiedliche Preise je Region oder Postleitzahlbereich
  • Nach Stückzahl: Kosten abhängig von der Menge
  • Spediteurtarife: Google berechnet die Kosten anhand der Tarife von Versanddienstleistern. Welche Anbieter für dein Land hinterlegt sind, siehst du beim Anlegen des Service
  • Erweiterte Tabelle: kombiniert bis zu zwei Dimensionen, etwa Bestellwert und Region, mit bis zu 25 Zeilen und 10 Spalten

Für die meisten kleinen Shops reicht eine Regel nach Bestellwert: bis zur Schwelle ein fester Betrag, darüber kostenlos. Genau so muss es auch auf deiner Website stehen.

Bearbeitungszeit, Laufzeit, Bestellschluss

Aus drei Angaben berechnet Google die Lieferzeit, die in der Anzeige erscheinen kann:

  • Bestellschluss: bis zu welcher Uhrzeit eine Bestellung noch am selben Tag bearbeitet wird
  • Bearbeitungszeit: minimale und maximale Anzahl Tage von der Bestellung bis zur Übergabe an den Versanddienst, mit Auswahl der Werktage, an denen du versendest
  • Laufzeit: minimale und maximale Anzahl Tage beim Versanddienst, für alle Ziele oder je Region

Beispiel: Bestellschluss 14 Uhr, Bearbeitung 0 bis 1 Tag, Laufzeit 1 bis 2 Tage. Eine Bestellung am Montag um 10 Uhr ergibt eine Lieferung zwischen Dienstag und Mittwoch. Trage realistische Werte ein. Eine zu optimistische Lieferzeit fällt auf, sobald Google sie mit deiner Website vergleicht oder Kunden sich beschweren; eine zu pessimistische kostet Klicks, weil Wettbewerber schneller wirken.

Produkte einem Service zuordnen

Standardmäßig gilt ein Service für alle Produkte. Wenn Sperrgut mehr kostet als Kleinteile, legst du zwei Services an und ordnest Produkte über das Attribut shipping_label zu: Im Feed bekommt jedes Sperrgut-Produkt den Wert sperrgut, und der teurere Service gilt nur für Produkte mit diesem Label. So bleibst du auf der Kontoebene, ohne für jedes Produkt Preise im Feed zu pflegen.

Das Attribut shipping im Feed

Für echte Ausnahmen übergibst du Versandkosten je Produkt. Die Unterattribute:

UnterattributBedeutungPflicht?
countryZielland als ISO-CodeJa
region, postal_code, location_idZielgebiet innerhalb des LandesOptional
serviceBezeichnung, etwa Standard oder ExpressOptional
priceVersandpreis mit WährungJa, wenn die Kontoeinstellung überschrieben werden soll
min_handling_time, max_handling_timeBearbeitungszeit in TagenOptional
min_transit_time, max_transit_timeLaufzeit in TagenOptional

Ein Wert sieht zum Beispiel so aus: DE:::4.90 EUR, also Land, dann leere Felder für Region und Service, dann der Preis. Das Attribut kann bis zu 100 Mal je Produkt vorkommen, etwa für verschiedene Länder oder Services.

Daneben gibt es eigenständige Attribute, die mit dem Versand zusammenhängen: shipping_weight für gewichtsbasierte Regeln, shipping_label für die Zuordnung zu Services, ships_from_country für das Versandland, transit_time_label für Laufzeitgruppen sowie min_handling_time und max_handling_time auch außerhalb des shipping-Attributs.

Wenn dein Shopsystem den Feed erzeugt, prüfe, ob es Versandkosten je Produkt automatisch mitschickt. Manche Anbindungen tun das, und dann überschreiben diese Werte deine Kontoeinstellungen, ohne dass du es merkst. Wie der Feed aus Shopify und Lightspeed entsteht, beschreiben Shopify mit dem Merchant Center verbinden und Lightspeed eCom: Google-Shopping-Feed erstellen.

Warum Versandangaben zu Ablehnungen führen

Google gleicht Versandangaben mit deiner Website ab, genau wie den Preis. Die typischen Fälle:

  1. Versandinformationen fehlen. Für ein Zielland des Feeds existiert kein Service und das Produkt hat kein shipping-Attribut. Lösung: Service für jedes Zielland anlegen.
  2. Versandkosten stimmen nicht mit der Website überein. Im Merchant Center stehen 4,90 Euro, die Website zeigt 5,90 Euro oder eine andere Schwelle für kostenlosen Versand. Lösung: beide Stellen abgleichen; die Website ist die Wahrheit, das Merchant Center muss folgen.
  3. Kostenloser Versand nur unter Bedingungen, die Google nicht kennt. Etwa kostenlos nur für Mitglieder oder nur mit Code. Lösung: Im Merchant Center den regulären Preis hinterlegen; zeitlich begrenzten Gratisversand als Aktion einreichen, siehe Aktionen im Merchant Center.
  4. Währung passt nicht. Service in Euro, Produktpreise in Franken. Lösung: eigener Service je Währung.
  5. Gewichtsregel ohne Gewicht. Service rechnet nach Gewicht, Produkte haben kein shipping_weight. Lösung: Gewicht im Feed ergänzen oder Regel wechseln.
  6. Feed überschreibt Konto unbemerkt. Das Shopsystem sendet alte Versandpreise im shipping-Attribut. Lösung: Attribut im Feed prüfen und entfernen, wenn die Kontoeinstellung gelten soll.
  7. Versand in ein Land, in das du nicht lieferst. Der Feed nennt ein Zielland, die Website bietet dort keinen Versand an. Lösung: Zielland aus dem Feed nehmen.

Die Meldungen findest du im Merchant Center in der Produktübersicht bei den Problemen, gruppiert nach Grund und Land. Was zu anderen Ablehnungsgründen zu tun ist, steht in Produkte im Merchant Center abgelehnt; der Sonderfall Preis ist in „Preis stimmt nicht überein“ beschrieben.

Checkliste: Versand im Merchant Center

  • Für jedes Zielland im Feed gibt es einen Versandservice in der passenden Währung
  • Versandkosten und Schwelle für kostenlosen Versand stimmen exakt mit der Website überein
  • Bestellschluss, Bearbeitungszeit und Laufzeit sind realistisch und entsprechen den Angaben im Shop
  • Werktage, an denen du versendest, sind korrekt gesetzt
  • Sperrgut oder andere Ausnahmen laufen über shipping_label und einen eigenen Service
  • Der Feed enthält das Attribut shipping nur dort, wo du bewusst überschreiben willst
  • shipping_weight ist gepflegt, falls eine Gewichtsregel aktiv ist
  • Nach jeder Änderung an Versandkosten im Shop wird das Merchant Center am selben Tag angepasst
  • Die Versandbedingungen stehen auf einer öffentlich erreichbaren Seite des Shops

Versand als Verkaufsargument

Versandangaben sind nicht nur eine Pflichtübung. In der Anzeige stehen Preis und Versandkosten nebeneinander, und Nutzer rechnen zusammen. Ein Produkt für 24,90 Euro plus 4,90 Euro Versand verliert gegen dasselbe Produkt für 27,90 Euro mit kostenlosem Versand, obwohl es günstiger ist.

Prüfe deshalb, wo deine Schwelle für kostenlosen Versand im Verhältnis zum durchschnittlichen Bestellwert liegt. Liegt sie knapp darüber, erhöht sie oft den Bestellwert; liegt sie weit darüber, wirkt sie wie ein Versandaufschlag für alle. Die Überlegungen dazu stehen in Versandkosten und Lieferzeit kommunizieren. Wenn du Lieferzeiten angibst, siehst du in Google Ads an der Klickrate deiner Shopping-Anzeigen, ob sich etwas bewegt; in ecomando liegt dieselbe Zahl unter Google Shopping neben den Klicks und Kosten je Produkt.

Ein letzter Hinweis: Änderst du Versandkosten im Shop, ändere sie am selben Tag im Merchant Center. Die Abweichung zwischen beiden ist die eine Ablehnungsursache, die ohne jeden Fehler im Feed entsteht, nur durch Vergessen.

Häufige Fragen

Sind Versandkosten im Merchant Center Pflicht?

Ja, für Shopping-Anzeigen und kostenlose Produkteinträge in Deutschland und den meisten europäischen Ländern müssen Versandkosten hinterlegt sein. Fehlen sie, werden die Produkte für das betroffene Land nicht ausgeliefert. Du hinterlegst sie entweder als Versandservice in den Kontoeinstellungen oder je Produkt über das Attribut shipping.

Wo stelle ich Versandkosten im Merchant Center ein: im Konto oder im Feed?

Google empfiehlt die Versandeinstellungen des Kontos für die Regelfälle und das Attribut shipping im Feed nur für Ausnahmen. Wenn du im Feed einen Versandpreis für ein Land übergibst, überschreibt er für dieses Produkt und dieses Land die Kontoeinstellung.

Wie gebe ich kostenlosen Versand ab einem Bestellwert an?

In den Versandeinstellungen des Kontos legst du einen Versandservice an, bei dem der Preis vom Bestellwert abhängt: bis zur Schwelle der reguläre Betrag, ab der Schwelle null. Google zeigt dann in der Anzeige den Versandpreis passend zum Produktpreis an.

Warum werden Produkte wegen Versandkosten abgelehnt, obwohl ich welche hinterlegt habe?

Meist fehlt der Versandservice für ein Zielland, in das der Feed liefert, oder die Angaben im Merchant Center weichen von dem ab, was Google auf deiner Website findet, zum Beispiel weil dort ein anderer Betrag oder eine andere Schwelle für kostenlosen Versand steht. Prüfe je Zielland, ob ein Service existiert und ob Beträge und Bedingungen mit der Website übereinstimmen.

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