Aktionen im Merchant Center: Rabatte in Shopping-Anzeigen zeigen

Wie du Aktionen im Merchant Center anlegst, welche Angaben nötig sind, wie du sie mit Produkten verknüpfst und warum Aktionen abgelehnt werden. Mit Checkliste.

Redaktion ecomando6 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Aktion, Aktionspreis oder Versandeinstellung: was wohin gehört
  2. Voraussetzungen
  3. Welche Aktionsarten es gibt
  4. Pflichtangaben je Aktion
  5. Schritt für Schritt: Aktion anlegen und verknüpfen
  6. Warum Aktionen abgelehnt werden
  7. Checkliste vor dem Start
  8. Wirkung messen

Ein Rabatt, den niemand sieht, verkauft nichts. Aktionen im Merchant Center machen Sonderangebote direkt in der Shopping-Anzeige sichtbar: als Hinweis unter dem Produkt, den Nutzer aufklappen können, bevor sie klicken. Dieser Artikel zeigt, welche Aktionsarten Google unterstützt, welche Angaben du brauchst, wie du Aktionen mit Produkten verknüpfst und woran die Freigabe am häufigsten scheitert.

Aktion, Aktionspreis oder Versandeinstellung: was wohin gehört

Bevor du eine Aktion anlegst, kläre, ob du überhaupt eine brauchst. Drei Mechanismen werden oft verwechselt.

Du willst zeigenRichtiges WerkzeugWo es erscheint
Reduzierter Preis für ein Produktsale_price im Produktfeed, mit sale_price_effective_datePreis mit Streichpreis in der Anzeige
Gutscheincode, Prozentrabatt auf eine Gruppe, Gratisgeschenk, zeitlich begrenzter GratisversandAktion im Merchant CenterAktionshinweis unter der Anzeige
Dauerhaft kostenloser Versand oder Versand ab Bestellwert freiVersandeinstellungen des KontosVersandangabe in der Anzeige

Der wichtigste Punkt: Ein Rabatt, der bereits im sale_price steckt, darf nicht zusätzlich als Aktion eingereicht werden. Google würde denselben Vorteil doppelt anzeigen, und genau das führt zur Ablehnung. Wie du Preise und Aktionspreise im Feed sauber führst, steht in Produktfeed optimieren.

Voraussetzungen

Aktionen sind nicht in jedem Land verfügbar. Deutschland gehört zu den unterstützten Ländern, ebenso Frankreich, die Niederlande, Italien, Spanien, Großbritannien und einige weitere. Österreich und die Schweiz sind in der Länderliste der Hilfe zur Aktionsspezifikation derzeit nicht aufgeführt; prüfe die aktuelle Liste, bevor du für diese Märkte planst.

Weitere Voraussetzungen:

  • Ein Merchant-Center-Konto mit bestätigter und beanspruchter Website, freigegebenen Produkten und einem funktionierenden Produktfeed. Die Grundlagen stehen in der Anleitung zum Merchant Center.
  • Die Aktion muss auf deiner Website tatsächlich gelten und im Checkout einlösbar sein. Google prüft das.
  • Die Bedingungen müssen für Kunden auffindbar sein, etwa auf einer Aktionsseite oder im Warenkorb.

Welche Aktionsarten es gibt

Google unterstützt mehrere Arten von Vorteilen:

  • Prozentrabatt, zum Beispiel 15 Prozent auf alle Jacken
  • Betragsrabatt, zum Beispiel 10 Euro ab 60 Euro Bestellwert
  • Mengenrabatt, „kaufe zwei, spare bei der dritten“ als Betrag oder Prozent
  • Gratisgeschenk, ein bestimmter Artikel oder ein Gutschein zur Bestellung
  • Kostenloser Versand, zeitlich begrenzt, als Standard- oder Expressversand

Jede Aktion kann entweder für alle Produkte gelten oder nur für bestimmte. Und sie kann einen Gutscheincode voraussetzen oder automatisch im Warenkorb greifen. Beides legst du beim Anlegen fest.

Pflichtangaben je Aktion

Egal ob du die Aktion im Merchant Center direkt eingibst oder per Feed lieferst, dieselben Angaben sind nötig.

AngabeWas hineingehörtGrenzen
Aktions-IDEindeutige Kennung, mit der du Produkte verknüpfstBis 50 Zeichen, keine Leerzeichen oder Sonderzeichen
TitelDer Vorteil in einem Satz, inklusive BedingungBis 60 Zeichen
Gilt fürAlle Produkte oder bestimmte ProdukteBei „bestimmte Produkte“ Verknüpfung über die Aktions-ID im Produktfeed
Gutscheincode nötig?Ohne Code oder mit allgemeinem CodeDer Code muss im Checkout funktionieren
GültigkeitStart und Ende mit Uhrzeit und ZeitzoneHöchstens 183 Tage
EinlösekanalOnline, im Geschäft oder beidesFür Shopping-Anzeigen: online
ZielShopping-Anzeigen, kostenlose Einträge oder beides

Zum Titel: Er ist das, was Nutzer lesen. „15 % Rabatt auf Jacken mit Code HERBST15“ ist ein guter Titel. „MEGA SALE!!!“ ist keiner und wird aus redaktionellen Gründen abgelehnt. Google verlangt, dass der Titel den Vorteil und die Bedingung klar nennt, ohne Großschreibung ganzer Wörter, ohne Ausrufezeichen und ohne irreführende Formulierungen.

Schritt für Schritt: Aktion anlegen und verknüpfen

  1. Aktionsprogramm aktivieren. Im Merchant Center ist der Bereich für Aktionen nicht in jedem Konto von Anfang an offen. Prüfe, ob du Aktionen anlegen kannst, andernfalls beantragst du die Freischaltung über das Formular in der Hilfe.
  2. Aktion definieren. Lege Art, Höhe, Bedingung und Zeitraum fest, bevor du etwas eingibst. Rechne den Mindestbestellwert so, dass die Aktion sich für dich noch trägt; wie du dafür den Deckungsbeitrag heranziehst, zeigt Deckungsbeitrag je Bestellung.
  3. Aktion im Shop einrichten. Zuerst der Shop, dann das Merchant Center. Gutscheincode anlegen, Geltungsbereich und Zeitraum einstellen, testen. Bei Shopify und Lightspeed eCom ist das der Rabattbereich des Shopsystems.
  4. Aktion im Merchant Center anlegen. Entweder direkt im Aktionsbereich des Kontos oder über einen Aktionsfeed als XML, tabulatorgetrennte Datei oder Google-Tabelle. Bei wenigen Aktionen im Jahr reicht die direkte Eingabe; ab regelmäßigen Aktionen mit vielen Produktgruppen lohnt der Feed.
  5. Produkte verknüpfen. Gilt die Aktion nur für bestimmte Produkte, trägst du die Aktions-ID im Produktfeed im Attribut promotion_id ein. Ein Produkt kann mehrere Aktions-IDs tragen. Gilt sie für alle Produkte, entfällt dieser Schritt.
  6. Prüfung abwarten. Google prüft jede Aktion gegen die Programmrichtlinien und die redaktionellen Anforderungen, bevor sie erscheint. Plane dafür Vorlauf ein und reiche saisonale Aktionen nicht erst am Aktionstag ein.
  7. Status kontrollieren. Im Aktionsbereich siehst du je Aktion, ob sie genehmigt, in Prüfung oder abgelehnt ist, mit Grund. Nach einer Korrektur wird erneut geprüft.
  8. Nach Ablauf aufräumen. Abgelaufene Aktions-IDs aus dem Produktfeed entfernen und den Gutscheincode im Shop deaktivieren.

Zeitangaben werden mit Zeitzone erfasst. Trage die Zeiten so ein, dass die Aktion im Merchant Center nicht länger läuft als im Shop, sonst zeigt Google einen Vorteil, den der Kunde im Checkout nicht mehr bekommt.

Warum Aktionen abgelehnt werden

Die Gründe wiederholen sich. Die folgende Liste deckt die meisten Fälle ab.

  1. Titel verstößt gegen redaktionelle Regeln. Großschreibung, Ausrufezeichen, unklare Bedingung, Werbefloskeln. Lösung: Vorteil und Bedingung nüchtern nennen, unter 60 Zeichen.
  2. Gutscheincode funktioniert nicht. Der Code ist im Shop noch nicht aktiv, gilt nur für Newsletter-Empfänger oder nur für bestimmte Kundengruppen. Lösung: Code für alle Kunden aktivieren, bevor die Aktion eingereicht wird.
  3. Aktion nicht auf der Website auffindbar. Google findet keine Stelle, an der die Bedingungen stehen. Lösung: Aktionsseite oder Hinweis im Warenkorb, der Rabatt, Bedingung und Zeitraum nennt.
  4. Doppelter Rabatt. Der Vorteil steckt bereits im sale_price. Lösung: entweder Aktionspreis oder Aktion, nicht beides für denselben Rabatt.
  5. Aktion gilt nicht für die verknüpften Produkte. Die Aktions-ID steht an Produkten, die im Shop vom Rabatt ausgenommen sind. Lösung: promotion_id nur an Produkten setzen, für die der Rabatt wirklich gilt.
  6. Zeitraum zu lang oder abgelaufen. Mehr als 183 Tage oder Enddatum in der Vergangenheit. Lösung: Zeitraum anpassen, für Dauerhaftes die Versandeinstellungen oder den Preis selbst nutzen.
  7. Kostenloser Versand als Aktion, obwohl er immer gilt. Lösung: dauerhaft kostenlosen Versand in den Versandeinstellungen hinterlegen; mehr dazu in Versand und Lieferzeit im Merchant Center.

Wenn die Aktion abgelehnt wurde, korrigiere die Ursache und reiche sie erneut ein. Häufige Ablehnungen im selben Konto sind ein Warnsignal, auch für die übrigen Produkte; lies dazu Merchant-Center-Konto gesperrt.

Checkliste vor dem Start

  • Aktion im Shop angelegt und mit einer Testbestellung geprüft
  • Gutscheincode gilt für alle Kunden, ohne Anmeldepflicht
  • Bedingungen auf einer öffentlich erreichbaren Seite beschrieben
  • Titel unter 60 Zeichen, nennt Vorteil und Bedingung, keine Großschreibung
  • Zeitraum im Merchant Center gleich oder kürzer als im Shop, Zeitzone geprüft
  • Derselbe Rabatt nicht zusätzlich als sale_price eingereicht
  • promotion_id nur an den richtigen Produkten
  • Einreichung mit Vorlauf vor dem Aktionsstart
  • Erinnerung gesetzt, Aktions-IDs und Code nach Ablauf zu entfernen

Wirkung messen

Eine Aktion ist kein Selbstzweck. Vergleiche für den Aktionszeitraum drei Dinge mit den Wochen davor: Klickrate der Shopping-Anzeigen, Conversion-Rate und den durchschnittlichen Bestellwert. Ein Rabatt, der die Klickrate hebt, aber den Bestellwert stärker senkt als er Bestellungen bringt, hat sich nicht gelohnt. Rechne dabei mit dem Deckungsbeitrag, nicht mit dem Umsatz.

Für saisonale Aktionen wie Black Friday gilt zusätzlich: Vorlauf für die Prüfung einplanen, Produkte vorher freigeben lassen und den Feed häufiger aktualisieren, weil sich Preise und Bestände schnell ändern. Einen Zeitplan dafür gibt Black Friday im kleinen Shop. In ecomando siehst du unter Google Shopping, ob Klicks und Umsatz im Aktionszeitraum tatsächlich angezogen haben oder nur die Kosten.

Häufige Fragen

Was sind Aktionen im Google Merchant Center?

Aktionen sind Sonderangebote wie Prozentrabatt, Betragsrabatt, Gratisgeschenk oder kostenloser Versand, die Google zusätzlich zur Shopping-Anzeige oder zum kostenlosen Produkteintrag anzeigt. Du legst sie im Merchant Center oder per Aktionsfeed an und verknüpfst sie über eine Aktions-ID mit deinen Produkten.

Wie lange darf eine Aktion im Merchant Center laufen?

Höchstens sechs Monate beziehungsweise 183 Tage. Für dauerhafte Vorteile wie grundsätzlich kostenlosen Versand sind Aktionen nicht gedacht; die gehören in die Versandeinstellungen.

Warum wird meine Aktion im Merchant Center abgelehnt?

Häufige Gründe sind ein Titel, der die Bedingung nicht klar nennt oder redaktionelle Regeln verletzt, ein Gutscheincode, der im Checkout nicht funktioniert, eine Aktion, die auf der Website nicht auffindbar ist, oder ein Rabatt, der bereits im Aktionspreis des Produkts enthalten ist und damit doppelt beworben würde.

Was ist der Unterschied zwischen einer Aktion und dem Aktionspreis sale_price?

sale_price ist ein reduzierter Produktpreis, der in der Anzeige als Preis mit Streichpreis erscheint. Eine Aktion ist ein zusätzlicher Vorteil, den der Kunde im Checkout erhält, etwa ein Gutscheincode oder ein Geschenk. Denselben Rabatt gleichzeitig als sale_price und als Aktion einzureichen ist nicht zulässig.

Weiterlesen