Black Friday im kleinen Shop: Vorbereitung in acht Wochen

Wochenplan für acht Wochen bis zum Black Friday: Marge statt Rabattschlacht, Aktionen im Merchant Center, Budget-Vorlauf in Google Ads, Lager und Versand.

Redaktion ecomando8 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Erst rechnen: was du dir leisten kannst
  2. Der Acht-Wochen-Plan
  3. Google Ads: Budget mit Vorlauf, nicht mit Sprung
  4. Merchant Center: Rabatt sichtbar machen
  5. Preisangaben bei Rabatten
  6. Lager, Versand, Support
  7. Alarme für die Aktionstage
  8. Checkliste für den Start
  9. Häufige Fehler

Black Friday ist 2026 am 27. November, Cyber Monday am 30. November. Für kleine Shops ist der Tag ein zweischneidiges Geschäft: Die Nachfrage ist hoch, aber die Klickpreise steigen, große Händler unterbieten jeden Rabatt, und wer unvorbereitet mitmacht, verkauft viel bei wenig Marge. Dieser Artikel gibt dir einen Wochenplan für acht Wochen, eine Rechnung, die Rabatte gegen den Deckungsbeitrag stellt, und die Einstellungen in Google Ads und Merchant Center, die Vorlauf brauchen. Wie sich Black Friday in den Rest des Jahres einordnet, steht im Leitfaden zum saisonalen Marketing im Online-Shop.

Erst rechnen: was du dir leisten kannst

Ein Rabatt wirkt nicht auf den Umsatz, sondern auf den Deckungsbeitrag, und dort schlägt er voll durch. Rechenbeispiel für ein Produkt:

PositionRegulärMit 20 % RabattMit 30 % Rabatt
Verkaufspreis60,00 €48,00 €42,00 €
Wareneinsatz30,00 €30,00 €30,00 €
Versand, Verpackung, Zahlungsgebühr8,00 €8,00 €8,00 €
Deckungsbeitrag je Bestellung22,00 €10,00 €4,00 €
Nötige Bestellungen für 2.200 € Deckungsbeitrag100220550

Bei 20 Prozent Rabatt musst du mehr als doppelt so viel verkaufen, um beim gleichen Deckungsbeitrag zu landen. Bei 30 Prozent mehr als fünfmal so viel. Retouren und höhere Klickpreise sind da noch nicht drin. Wie du den Deckungsbeitrag je Bestellung für deinen Shop ermittelst, steht unter Deckungsbeitrag je Bestellung.

Daraus folgt die Strategie für kleine Shops: Marge statt Rabattschlacht. Angebote, die Aufmerksamkeit bringen, ohne die Marge auf alles zu opfern:

  • Wenige Zugpferde mit echtem Rabatt: Vorjahresware, Ladenhüter, Produkte mit hoher Marge. Der Rest bleibt regulär oder bekommt einen kleinen Vorteil.
  • Bundles aus Hauptprodukt und Zubehör: höherer Bestellwert, Rabatt nur auf das Paket.
  • Gratisversand ab Bestellwert für die Aktionstage, oft günstiger als ein Prozentrabatt.
  • Geschenk ab Bestellwert aus Restbeständen.
  • Frühzugang für Newsletter-Abonnenten am Tag vor dem Start: bringt Anmeldungen und verteilt die Last.
  • Staffelrabatt („ab drei Artikeln“) statt Rabatt auf den ersten Artikel.

Und eine Frage, die du vorher ehrlich beantwortest: Was ist das Ziel? Neukunden gewinnen, Lager räumen oder Umsatz mit Bestandskunden vorziehen? Jedes Ziel führt zu anderen Angeboten und einer anderen Erfolgsmessung.

Der Acht-Wochen-Plan

Der Plan beginnt Anfang Oktober und endet in der Woche nach Cyber Monday. Wenn du später einsteigst, streiche von oben, nicht von unten; Technik, Feed und Tracking sind Pflicht.

WocheZeitraum 2026 (etwa)Aufgaben
82. bis 8. OktoberZiel festlegen. Vorjahreszahlen holen: Umsatz, Bestellungen, Werbekosten, Retouren je Tag der Aktionswoche. Angebotsliste mit Deckungsbeitrag je Produkt. Lagerbestand der Angebotsprodukte prüfen, Nachbestellung auslösen.
79. bis 15. OktoberLieferanten bestätigen. Versanddienstleister nach Kapazität und Abholzeiten in der Aktionswoche fragen. Verpackungsmaterial bestellen. Retourenprozess und Rückgabefrist festlegen.
616. bis 22. OktoberLandingpage unter einer dauerhaften URL anlegen oder aus dem Vorjahr aktualisieren, mit Countdown und Newsletter-Anmeldung für Frühzugang. Kreative (Bilder, Texte) planen. Gutscheincodes definieren.
523. bis 29. OktoberGoogle Ads: Kampagnenstruktur prüfen, Conversion-Tracking testen, Budgetplan je Woche schreiben. Produktfeed prüfen: Preise, Verfügbarkeit, GTIN, Bilder. Eingeschränkte oder abgelehnte Angebote beheben.
430. Oktober bis 5. NovemberE-Mails schreiben: Ankündigung, Frühzugang, Start, letzter Tag. Anzeigen und Assets mit Aktionsbezug vorbereiten. Aktion im Merchant Center anlegen und zur Prüfung einreichen. Aktionspreise mit Zeitraum im Feed vorbereiten.
36. bis 12. NovemberTechnik: Ladezeit der Landingpage und der Angebotsseiten, Checkout-Test mit jedem Gutscheincode und jeder Zahlungsart, Testbestellung auf dem Handy. Alarme für Umsatz, Ausgaben und Feed-Fehler einrichten. Support-Vorlagen für Lieferzeit, Gutschein, Retoure.
213. bis 19. NovemberBudget in Google Ads erste Stufe erhöhen. Anzeigen mit Vorlauf-Botschaft („bald“) freigeben. Teaser-Mail an die Liste. Preise und Bestände ein letztes Mal gegen den Feed prüfen. Personalplan für die Aktionstage.
120. bis 26. NovemberBudget zweite Stufe. Ankündigungsmail mit Startzeitpunkt. Aktionspreise im Feed mit Startdatum aktiv. Frühzugang für Abonnenten am 26. November. Letzte Kontrolle: Landingpage, Codes, Versandschluss-Angabe.
Aktion27. bis 30. NovemberMorgens Bestände, Feed-Status, Ausgaben prüfen. Start-Mail am Freitag früh, Erinnerung am letzten Tag. Budget nur nachziehen, wenn der ROAS es trägt. Support-Zeiten verlängern.
Danach1. bis 7. DezemberBudget schrittweise zurück, Aktionspreise laufen aus, Landingpage auf Weihnachten umstellen. Auswertung mit Deckungsbeitrag, nicht nur Umsatz. Direkt in die Weihnachtsvorbereitung.

Drei Dinge unterscheiden eine gute Black-Friday-Steuerung in Google Ads von einer teuren.

Budget in Stufen. Erhöhe das Tagesbudget in den zwei bis drei Wochen vor dem Anlass schrittweise, etwa in zwei oder drei Stufen, statt es am Aktionstag zu verdreifachen. Denk an die Regel: Google kann an einem Tag bis zum Doppelten des Tagesbudgets ausgeben, im Monat aber höchstens Tagesbudget mal 30,4. Wer das Tagesbudget für vier Aktionstage hochsetzt und dann vergisst, zurückzudrehen, zahlt den ganzen Dezember. Den Rechenweg vom Deckungsbeitrag zum Budget zeigt Werbebudget für den Online-Shop planen.

Gebotsstrategie nicht wechseln. Ein Wechsel von Ziel-ROAS auf Conversions maximieren kurz vor der Aktion startet eine neue Lernphase. Wenn du die Ziele anpassen willst, senke den Ziel-ROAS moderat und mit Vorlauf, statt die Strategie zu tauschen.

Saisonalitätsanpassung für die Spitze. Für kurze Ereignisse von wenigen Tagen kannst du in Google Ads eine Saisonalitätsanpassung anlegen, mit der du dem System sagst, um wie viel du die Conversion-Rate in diesem Zeitraum höher erwartest. Sie ist für Spitzen von wenigen Tagen gedacht, nicht für die ganze Vorweihnachtszeit. Die Erwartung leitest du aus dem Vorjahr ab: Conversion-Rate der Aktionstage geteilt durch Conversion-Rate der Wochen davor. Details und Grenzen stehen unter Saisonale Anpassungen in Google Ads.

Dazu kommen die üblichen Vorbereitungen: Anzeigentexte und Assets mit Aktionsbezug, Sitelinks auf die Angebotskategorien, negative Keywords gegen Suchanfragen, die du nicht bedienst, und ein Blick auf die Standort-Ausrichtung, damit das erhöhte Budget nicht in Länder fließt, in die du nicht lieferst.

Merchant Center: Rabatt sichtbar machen

Ein Rabatt, der in der Shopping-Anzeige nicht auftaucht, bringt am Black Friday wenig. Zwei Werkzeuge, die du nicht verwechseln darfst:

Aktionspreis im Feed. Reduzierst du den Preis eines Produkts, trägst du sale_price und sale_price_effective_date mit Start und Ende ein. Google zeigt den reduzierten Preis mit Streichpreis. Der Preis auf deiner Produktseite muss exakt übereinstimmen, sonst folgt die Ablehnung wegen Preisabweichung, und zwar genau dann, wenn du sie am wenigsten brauchst. Setze den Zeitraum im Feed und im Shop identisch.

Aktion im Merchant Center. Für Gutscheincodes, Prozentrabatte auf Produktgruppen, Gratisversand oder Geschenke legst du eine Aktion an. Sie erscheint als zusätzlicher Hinweis unter der Anzeige. Pflichtangaben sind eine Aktions-ID, ein Titel bis 60 Zeichen mit Vorteil und Bedingung, Gültigkeitszeitraum und die Zuordnung zu allen oder bestimmten Produkten; die vollständige Spezifikation steht in der Google-Hilfe zu Aktionen. Google prüft jede Aktion vor der Freigabe, lege sie deshalb mindestens ein bis zwei Wochen vorher an. Denselben Rabatt sowohl als Aktionspreis als auch als Aktion einzureichen ist nicht zulässig. Schritt für Schritt erklärt das Aktionen im Merchant Center.

Prüfe außerdem in der Woche vor dem Start, ob alle Angebotsprodukte freigegeben sind. Ein Produkt mit fehlender GTIN oder abgelehntem Bild fällt in der wichtigsten Woche aus.

Preisangaben bei Rabatten

Wer einen Preisnachlass bewirbt, unterliegt in der EU Vorgaben zur Angabe des vorherigen Preises, insbesondere des niedrigsten Preises der letzten 30 Tage. Wie du das in deinem Shop korrekt umsetzt, welche Ausnahmen gelten und wie Streichpreise beschriftet sein müssen, klärst du mit deiner Rechtsberatung. Für die Planung heißt das: Preise nicht kurz vor der Aktion anheben, um sie dann zu senken, und die Preishistorie der Angebotsprodukte dokumentieren.

Lager, Versand, Support

Die beste Kampagne scheitert an einem ausverkauften Zugpferd oder einem überlasteten Paketdienst.

  • Bestände: Angebotsprodukte mit Sicherheitsreserve. Zeige die Verfügbarkeit im Shop und im Feed aktuell; ein Bestellstopp bei null ist besser als Stornos.
  • Lieferzeit: Kommuniziere die realistische Lieferzeit für die Aktionswoche auf Produktseite und im Checkout. Wenn sich Pakete verzögern, sag es vorher.
  • Versanddienstleister: Kapazität und Abholzeiten für die Aktionstage abstimmen, Verpackung und Etiketten vorbestellen.
  • Retouren: Frist und Prozess festlegen. Wer im November für Weihnachten kauft, erwartet oft eine Rückgabe bis Januar.
  • Support: Erreichbarkeit verlängern, FAQ-Seite zu Gutscheinen, Lieferzeit und Rückgabe, Vorlagen für die häufigsten Anfragen.

Alarme für die Aktionstage

In der Aktionswoche hast du keine Zeit, Berichte zu lesen. Richte vorher Schwellen ein, die dich benachrichtigen:

  • Tagesumsatz unter dem Vorjahreswert der Aktionstage
  • Google-Ads-Ausgaben über dem Tagesplan bei sinkendem ROAS
  • Abgelehnte oder eingeschränkte Angebote im Merchant Center
  • Bestand eines Angebotsprodukts unter Reserve
  • Fehlerquote im Checkout oder Ausfall der Zahlungsart

Welche Schwellen sinnvoll sind und wie du sie einrichtest, steht unter Alarme für den Shop. In ecomando laufen Umsatz, Ads-Ausgaben und Feed-Status in der Übersicht zusammen, mit Alarmen, wenn ein Wert die Schwelle reißt.

Checkliste für den Start

  • Ziel der Aktion in einem Satz, Deckungsbeitrag je Angebot gerechnet
  • Wenige Zugpferde mit Rabatt, Rest mit Vorteil ohne Preisnachlass
  • Landingpage unter dauerhafter URL, Frühzugang für Abonnenten
  • Google Ads: Tracking getestet, Budget in Stufen geplant, Rückdrehen im Kalender
  • Feed: Aktionspreise mit Zeitraum, Preise im Shop identisch, alle Angebote freigegeben
  • Merchant-Center-Aktion angelegt und geprüft, kein doppelter Rabatt
  • Preisangaben mit Rechtsberatung geklärt
  • Checkout mit jedem Code und jeder Zahlungsart getestet
  • Lager, Versand, Support für die Aktionstage abgestimmt
  • Alarme für Umsatz, Ausgaben, Feed und Bestand aktiv
  • Auswertungstermin in der ersten Dezemberwoche eingetragen

Häufige Fehler

Rabatt auf alles. Kostet Marge bei Produkten, die auch regulär gekauft würden.

Budget am Freitag verdoppeln. Gebotsstrategie aus dem Tritt, Klickpreise am höchsten, Lerneffekt null.

Feed-Preis und Shop-Preis auseinander. Ablehnung wegen Preisabweichung in der wichtigsten Woche.

Aktion im Merchant Center am Donnerstag anlegen. Die Prüfung ist bis zum Start nicht durch.

Nur Umsatz auswerten. Die Aktion war erfolgreich, wenn Deckungsbeitrag, Neukundenanteil und Retourenquote stimmen, nicht wenn der Umsatzbalken hoch ist.

Nach Cyber Monday abschalten. Die Weihnachtskäufer kommen genau jetzt. Der Übergang gehört in den Plan.

Häufige Fragen

Wann ist Black Friday 2026?

Black Friday fällt 2026 auf den 27. November, Cyber Monday auf den 30. November. Viele Shops verlängern die Aktion auf die ganze Woche davor oder bis Cyber Monday. Die Vorbereitung sollte etwa acht Wochen vorher beginnen, also Anfang Oktober.

Lohnt sich Black Friday für einen kleinen Online-Shop?

Wenn du mit Marge statt Rabatthöhe planst, ja. Ein kleiner Shop gewinnt nicht den Preiskampf gegen große Händler, aber er kann mit ausgewählten Angeboten, Bundles, Gratisversand oder Frühzugang für Newsletter-Abonnenten Neukunden gewinnen und Restbestände abbauen. Ohne Rechnung vorher kostet die Aktion oft mehr, als sie bringt.

Wie viel Rabatt sollte ich am Black Friday geben?

So viel, wie dein Deckungsbeitrag trägt, nicht so viel wie der Wettbewerb. Rechne je Produkt aus, wie viele Bestellungen du bei einem Rabatt zusätzlich brauchst, um denselben Deckungsbeitrag zu erreichen. Oft sind wenige stark reduzierte Produkte plus ein moderater Vorteil auf alles besser als pauschal 20 Prozent.

Wie zeige ich Black-Friday-Rabatte in Google Shopping?

Entweder als Aktionspreis im Produktfeed mit sale_price und Gültigkeitszeitraum, der als Streichpreis in der Anzeige erscheint, oder als Aktion im Merchant Center für Gutscheincodes, Prozentrabatte auf Gruppen oder Gratisversand. Denselben Rabatt nicht doppelt einreichen. Aktionen werden von Google geprüft, lege sie deshalb mit Vorlauf an.

Soll ich das Google-Ads-Budget am Black Friday einfach verdoppeln?

Nicht sprunghaft am Tag selbst. Erhöhe das Budget in den zwei bis drei Wochen vorher schrittweise, damit die Gebotsstrategie sich anpasst. Für die kurze Spitze am Aktionstag gibt es in Google Ads die Saisonalitätsanpassung, mit der du eine erwartete Änderung der Conversion-Rate für wenige Tage ankündigst.

Weiterlesen