GTIN fehlt oder ist ungültig: Merchant-Center-Fehler beheben

Was hinter „GTIN fehlt“ und „ungültige GTIN“ im Merchant Center steckt, wo du Nummern findest, wann identifier_exists hilft und wie du Eigenmarken meldest.

Redaktion ecomando7 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Warum Google die GTIN will
  2. Diagnose: Welche Meldung hast du?
  3. Ursachen und Lösung je Fall
  4. Sonderfälle
  5. Schritt für Schritt: GTIN-Probleme im Konto abarbeiten
  6. Checkliste für neue Produkte

„Eingeschränkte Leistung wegen fehlender Kennzeichnung“, „Ungültiger Wert: GTIN“ oder „GTIN für ein anderes Produkt reserviert“: Diese Meldungen im Merchant Center kosten Sichtbarkeit, oft ohne dass ein Produkt komplett abgelehnt wird. Deshalb bleiben sie lange liegen. Dieser Artikel erklärt, welche GTIN-Meldungen es gibt, wie du die Ursache je Meldung findest und wie du Eigenmarken, Sets und Einzelstücke korrekt meldest.

Warum Google die GTIN will

Die GTIN (Global Trade Item Number) ist die Nummer unter dem Strichcode: in Europa meist 13-stellig als EAN, in Nordamerika 12-stellig als UPC, bei Büchern die ISBN. Google nutzt sie, um dein Angebot demselben Produkt zuzuordnen wie die Angebote anderer Händler. Daraus entstehen die Produktseiten mit Preisvergleich, Bewertungen und Spezifikationen.

Ohne GTIN muss Google raten, welches Produkt du anbietest. Die Folgen in der Praxis:

  • Das Produkt erscheint seltener zu passenden Suchanfragen.
  • Es fehlt in Vergleichsansichten, in denen Wettbewerber mit GTIN stehen.
  • Bewertungen und Spezifikationen aus der Google-Produktdatenbank werden nicht angezeigt.
  • Bei bekannten Marken kann das Produkt ganz von der Auslieferung ausgeschlossen werden.

Google beschreibt Format und Regeln in der Hilfe zum Attribut gtin. Kurz: 8, 12, 13 oder 14 Ziffern, korrekte Prüfziffer, keine Nummern aus internen oder Coupon-Bereichen.

Diagnose: Welche Meldung hast du?

Im Merchant Center siehst du in der Produktübersicht bei den Produkten mit Handlungsbedarf den genauen Text. Die Meldungen bedeuten Unterschiedliches:

Meldung (sinngemäß)StufeBedeutung
Eingeschränkte Leistung wegen fehlender KennzeichnungenWarnungGTIN, Marke oder MPN fehlen, Produkt läuft mit weniger Reichweite
Ungültiger Wert: GTINAblehnungLänge oder Prüfziffer falsch
GTIN aus eingeschränktem BereichAblehnungNummer stammt aus einem internen, Coupon- oder Sonderbereich
Falscher Wert: GTINAblehnungNummer gehört laut Google zu einem anderen Produkt
identifier_exists falsch gesetztWarnungDu hast „keine Kennzeichnung“ gemeldet, Google kennt aber eine
Nicht eindeutige ProduktkennzeichnungWarnung oder AblehnungDieselbe GTIN bei mehreren Produkten, die keine Varianten sind

Notiere für jede Meldung, wie viele Produkte betroffen sind. Wenige Produkte deuten auf Einzelfehler, viele auf ein Exportproblem oder eine fehlende Spalte im Feed.

Ursachen und Lösung je Fall

Fall 1: GTIN fehlt, obwohl es eine gibt

Die häufigste Situation bei Handelsware. Die Nummer steht auf der Verpackung, ist aber nie in den Artikelstamm gekommen oder wird vom Feed nicht übertragen.

Prüfweg: Ein betroffenes Produkt in der Warenwirtschaft oder im Shopsystem öffnen. Ist das Feld für EAN, Barcode oder GTIN leer? Oder gefüllt, aber nicht dem Feed-Attribut gtin zugeordnet?

Lösung:

  • Feld im Shop befüllen. Quelle sind Lieferanten-Preislisten, Herstellerkataloge oder die Verpackung.
  • Bei Shopify liegt die Nummer im Feld „Barcode“ der Variante; der Google-&-YouTube-Kanal überträgt sie als GTIN. Bei Lightspeed eCom (C-Series) gibt es je Produkt beziehungsweise Variante ein EAN-Feld, das der Feed nutzt.
  • Bei eigenem Feed prüfen, ob die Spalte gtin existiert und mit dem richtigen Feld verknüpft ist.
  • Fehlt die Nummer bei vielen Produkten, Lieferanten um eine Liste mit EANs bitten. Das ist oft schneller als jedes Produkt einzeln nachzuschlagen.

Fall 2: GTIN ungültig

Google prüft Länge und Prüfziffer. Die typischen Verursacher sind Tabellenprogramme und Copy-Paste.

Prüfweg: Nummer im Feed mit der auf der Verpackung vergleichen. Fehlt eine führende Null? Sind Leerzeichen oder Buchstaben hineingeraten? Wurde die Zahl als 4,01234E+12 exportiert?

Lösung:

  • Spalte im Export als Text formatieren, damit führende Nullen erhalten bleiben und keine wissenschaftliche Schreibweise entsteht.
  • Nummer neu von der Verpackung übernehmen. Google akzeptiert Leerzeichen und Bindestriche und ignoriert sie, aber keine anderen Zeichen.
  • Bei einzelnen Produkten die Prüfziffer nachrechnen lassen, etwa mit dem GS1-Prüfziffernrechner, den Google in der Hilfe verlinkt.

Fall 3: GTIN aus eingeschränktem Bereich

Nummern, die mit 02, 04 oder 2 beginnen, sind für internen Gebrauch (etwa Filialnummern für Frischware) vorgesehen; Bereiche wie 05, 98 oder 99 gehören zu Coupons. Solche Nummern lehnt Google ab.

Prüfweg: Beginnt die Nummer mit einem dieser Präfixe? Stammt sie aus einem eigenen Etikettendrucker oder einer Kassensoftware statt vom Hersteller?

Lösung: Interne Nummern aus dem Feed entfernen. Hat das Produkt eine echte Hersteller-GTIN, diese eintragen. Hat es keine, weiter zu Fall 5.

Fall 4: GTIN gehört zu einem anderen Produkt

Google kennt die Nummer bereits, aber als anderes Produkt. Häufige Ursachen: eine GTIN wurde beim Anlegen eines Produkts von einem ähnlichen Artikel kopiert, alle Varianten teilen die GTIN der Hauptvariante, oder der Lieferant hat eine Nummer wiederverwendet.

Prüfweg: Nummer in der Google-Suche oder im Shop des Herstellers prüfen. Kommt ein anderes Produkt heraus? Haben mehrere Varianten dieselbe Nummer?

Lösung:

  • Jede Variante bekommt ihre eigene GTIN. Größe 38 und Größe 40 haben unterschiedliche Nummern, auch wenn sie über item_group_id zusammengehören.
  • Kopierte Nummern korrigieren. Fehlt für eine Variante die Nummer, lieber leer lassen als die falsche eintragen; die Warnung wegen fehlender Kennzeichnung ist milder als die Ablehnung wegen falscher Nummer.
  • Bei Sets und Bündeln (siehe unten) keine GTIN eines Einzelteils verwenden.

Fall 5: Produkt hat wirklich keine GTIN

Handgemachte Ware, Einzelstücke, Vintage, Sonderanfertigungen, Ersatzteile ohne Herstellernummer oder Produkte einer kleinen Eigenmarke ohne GS1-Registrierung.

Lösung: Das Attribut identifier_exists auf false setzen. Damit sagst du Google, dass es für dieses neue Produkt keine GTIN, keine MPN und keine Marke gibt. Google erwartet dann keine Kennzeichnung mehr und das Produkt läuft ohne die entsprechende Warnung. Details stehen in der Hilfe zu identifier_exists.

Wichtig: Nur setzen, wenn es wirklich keine Kennzeichnung gibt. Setzt du false bei einem Markenprodukt, das Google kennt, folgt die Warnung „identifier_exists falsch gesetzt“ und die Auslieferung leidet.

Fall 6: Eigenmarke ohne Nummern

Du verkaufst unter eigener Marke, lässt fertigen oder produzierst selbst. Dann hast du zwei Optionen:

  1. Eigene GTINs beziehen: Über die GS1-Organisation deines Landes bekommst du gegen Gebühr einen Nummernkreis, aus dem du jedem Produkt und jeder Variante eine GTIN zuweist. Das ist der saubere Weg, sobald du mehr als eine Handvoll Produkte hast oder auch über Marktplätze verkaufst, die GTINs verlangen.
  2. Marke plus MPN: Ohne GTIN kannst du brand mit deinem Markennamen und mpn mit deiner eigenen Artikelnummer melden. Google akzeptiert diese Kombination als Kennzeichnung, wenn die Marke in deinem Sortiment konsistent verwendet wird. Für Produkte, die es nur bei dir gibt, reicht das oft aus.

Was nicht geht: Nummern erfinden, GTINs eines ähnlichen Herstellerprodukts verwenden oder aus internen Bereichen nehmen.

Sonderfälle

Sets und Bündel: Ein von dir zusammengestelltes Set aus mehreren Produkten hat keine eigene Hersteller-GTIN. Kennzeichne es über is_bundle als Bündel und melde die GTIN des Hauptprodukts, sofern Google das für die Kategorie erwartet; sonst identifier_exists auf false und eine eigene MPN vergeben.

Gebrauchte oder generalüberholte Ware: Die GTIN des Originals bleibt gültig, zusätzlich muss condition auf used oder refurbished stehen.

Bücher: Die ISBN-13 ist die GTIN. Bei ISBN-10 auf ISBN-13 umrechnen oder das Feld ISBN nutzen, wenn dein System es anbietet.

Mehrere Verpackungsgrößen: Eine 500-ml- und eine 1-l-Flasche haben unterschiedliche GTINs. Wer beide unter einer Nummer meldet, bekommt „nicht eindeutig“.

Schritt für Schritt: GTIN-Probleme im Konto abarbeiten

  1. Filtern: Im Merchant Center alle Produkte mit GTIN- oder Kennzeichnungsmeldung anzeigen und nach Meldungstyp gruppieren.
  2. Größte Gruppe zuerst: Betrifft „GTIN fehlt“ 300 Produkte und „ungültig“ zwölf, beginnst du mit der Datenpflege der 300, weil sie am meisten Reichweite kostet.
  3. Quelle statt Feed korrigieren: Nummern im Shop oder in der Warenwirtschaft eintragen, nicht in einer manuell bearbeiteten Feed-Datei. Sonst kommt der Fehler beim nächsten Export zurück.
  4. Export absichern: GTIN-Spalte als Text, Prüfung auf Länge 8, 12, 13 oder 14 Stellen vor dem Upload.
  5. Ausnahmen kennzeichnen: Produkte ohne Kennzeichnung mit identifier_exists = false versehen, Eigenmarken mit brand und mpn.
  6. Feed neu abrufen und nach zwei bis drei Tagen prüfen, welche Meldungen bleiben.
  7. Prozess festlegen: Wer beim Anlegen neuer Produkte die GTIN einträgt. Ein Pflichtfeld im Shopsystem oder in der Warenwirtschaft verhindert die meisten künftigen Meldungen.

Checkliste für neue Produkte

  • GTIN von der Verpackung oder aus der Lieferantenliste übernommen, als Text gespeichert
  • Jede Variante hat eine eigene GTIN
  • Keine Nummer beginnt mit 02, 04, 2, 05, 98 oder 99
  • Marke im Feld brand eingetragen, bei Eigenmarken zusätzlich mpn
  • Produkte ohne Kennzeichnung: identifier_exists = false
  • Sets als is_bundle gekennzeichnet
  • Gebrauchtware mit passendem condition

Warnungen wegen Kennzeichnungen wirken harmlos, weil das Produkt weiterläuft. Doch sie betreffen oft genau die Markenprodukte, bei denen der Preisvergleich mit anderen Händlern am wichtigsten ist. Wenn du wissen willst, wie diese Produkte preislich im Vergleich stehen, hilft der Artikel zu Preisbenchmarks im Merchant Center; dort siehst du auch, warum die Zuordnung über die GTIN dafür Voraussetzung ist. Weitere Ablehnungsgründe neben der GTIN behandelt der Überblick zu abgelehnten Produkten im Merchant Center, und wie der Feed insgesamt aufgebaut sein sollte, der Leitfaden zum Optimieren von Google Shopping. In ecomando erscheinen eingeschränkte und abgelehnte Angebote mit ihrem Grund im Bereich Google Shopping, sodass du GTIN-Lücken siehst, bevor sie sich häufen.

Häufige Fragen

Was ist eine GTIN und wo finde ich sie?

Die GTIN ist die weltweit eindeutige Artikelnummer eines Produkts, in Europa meist die 13-stellige EAN unter dem Strichcode. Du findest sie auf der Verpackung, in Lieferanten-Preislisten oder im Artikelstamm deiner Warenwirtschaft, bei Büchern ist es die ISBN.

Ist die GTIN im Merchant Center Pflicht?

Google führt das Attribut als empfohlen für alle Produkte, denen der Hersteller eine GTIN zugewiesen hat. Fehlt sie, spricht die Hilfe von eingeschränkter Sichtbarkeit; in der Praxis läuft das Produkt mit weniger Reichweite. Produkte ohne Herstellernummer, etwa Handgemachtes, brauchen keine.

Was bedeutet identifier_exists im Feed?

Mit identifier_exists auf false sagst du Google, dass es für ein neues Produkt keine GTIN, MPN oder Marke gibt, zum Beispiel bei Einzelstücken oder eigenen Anfertigungen. Setzt du es auf false, obwohl eine GTIN existiert, bekommst du eine Warnung.

Warum ist meine GTIN ungültig, obwohl sie vom Hersteller stammt?

Häufigste Ursache ist ein verlorenes Zeichen beim Export, etwa eine führende Null, die Excel entfernt hat. Dann stimmt die Prüfziffer nicht mehr. Vergleiche die Nummer im Feed Zeichen für Zeichen mit der auf der Verpackung.

Kann ich für meine Eigenmarke eigene GTINs bekommen?

Ja, über die GS1-Organisation deines Landes, die gegen Gebühr einen Nummernkreis vergibt. Frei erfundene Nummern oder Nummern aus internen Bereichen werden vom Merchant Center abgelehnt.

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