Kostenlose Produkteinträge bei Google: so nutzt du sie

Was kostenlose Produkteinträge sind, welche Voraussetzungen gelten, wo sie erscheinen und wie du die Klicks in Merchant Center und GA4 nachweist.

Redaktion ecomando7 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Was kostenlose Produkteinträge sind
  2. Voraussetzungen
  3. Wo die Einträge erscheinen
  4. Die Rolle strukturierter Daten auf der Produktseite
  5. Schritt für Schritt: kostenlose Einträge einrichten
  6. Messung: Merchant Center und GA4
  7. Checkliste: Voraussetzungen und Pflege
  8. Realistische Einordnung

Wenn du deine Produkte schon im Merchant Center hast, liegt oft Traffic brach: Dieselben Daten können ohne Klickkosten in Google-Oberflächen erscheinen. Das ist kein Ersatz für Shopping-Anzeigen, aber es kostet dich nichts außer der Sorgfalt am Feed. Dieser Artikel erklärt, welche Voraussetzungen gelten, wo die Einträge auftauchen, welche Rolle strukturierte Daten spielen und wie du den Effekt messbar machst.

Was kostenlose Produkteinträge sind

Kostenlose Produkteinträge sind Produktdarstellungen, die Google aus deinen Produktdaten erzeugt – mit Bild, Titel, Preis und Händlernamen – und ohne Klickkosten ausliefert. Google führt sie im Merchant Center als eigene Oberfläche, für die du dein Sortiment aktivierst.

Der wichtigste Unterschied zu Anzeigen: Es gibt keinen Preis pro Klick und kein Gebot. Damit fällt der Hebel weg, mit dem man bei Anzeigen Sichtbarkeit kaufen kann. Was bleibt, sind Datenqualität, Preis und Verfügbarkeit.

Kostenlose ProdukteinträgeShopping-Anzeigen
Kostenkeine KlickkostenKosten pro Klick
Steuerungüber Produktdaten und Teilnahmeüber Kampagnen, Gebote, Budget
VerwaltungMerchant CenterGoogle Ads plus Merchant Center
PlatzierungShopping-Tab, Google-Suche, Google Bilder, YouTube, Google MapsSuchergebnisse, Shopping-Tab, Partner, Displaynetzwerk
ReportingLeistungsdaten im Merchant CenterBerichte in Google Ads
VoraussetzungKonto, bestätigte Website, konforme Produktdatenzusätzlich Kampagne mit Budget

Voraussetzungen

Die Liste ist kurz, aber jeder Punkt ist ein Ausschlusskriterium:

  1. Merchant-Center-Konto mit vollständigen Unternehmensangaben.
  2. Website bestätigt und beansprucht. Ohne das läuft nichts, weder kostenlos noch bezahlt.
  3. Produktdaten, die die Anforderungen erfüllen. Pflichtattribute gefüllt, Preis und Verfügbarkeit stimmig mit der Produktseite, Bilder abrufbar und ohne Werbetext.
  4. Teilnahme an der Oberfläche für kostenlose Einträge im Konto aktiviert.
  5. Richtlinien eingehalten. Für kostenlose Einträge gelten eigene Anforderungen zusätzlich zu den Shopping-Richtlinien, unter anderem zu Rückgabe- und Versandangaben, Kontaktmöglichkeit und einem funktionierenden Bestellvorgang im Shop.
  6. Shop, der einen vollständigen Kauf erlaubt. Reine Produktkataloge ohne Kaufabschluss sind nicht vorgesehen.

Versand und Rückgabe: unterschiedliche Rollen

Diese zwei Punkte werden gern in einen Topf geworfen, verhalten sich aber verschieden.

Versand ist harte Voraussetzung. Für Deutschland und eine Reihe weiterer Länder verlangt Google, dass Versandkosten hinterlegt sind – entweder über die Versandeinstellungen im Konto oder über das Attribut shipping im Feed. Fehlt das, wird das Produkt für dieses Land nicht ausgeliefert.

Rückgabeangaben wirken vor allem auf die Darstellung. Google empfiehlt ausdrücklich, Informationen zu den Rückgabebedingungen bereitzustellen, damit sie neben deinen Produkten erscheinen können, und begründet das mit dem Einfluss auf die Kaufentscheidung. Praktisch heißt das: eine auffindbare Rückgabeseite im Shop und Rückgabeangaben im Konto, die dazu passen. Was du rechtlich anbieten musst, ist eine andere Frage und gehört zu deiner Rechtsberatung, nicht in diesen Artikel.

Ein häufiger Irrtum: „Die Produkte laufen doch als Anzeigen, dann laufen sie auch kostenlos.“ Beides greift auf denselben Feed zu, aber Teilnahme und Freigabe werden je Oberfläche geprüft. Es kommt regelmäßig vor, dass ein Produkt als Anzeige läuft und in der kostenlosen Oberfläche eingeschränkt ist – zum Beispiel weil Angaben fehlen, die nur dort verlangt werden.

Wo die Einträge erscheinen

Die sichtbarste Fläche ist der Shopping-Tab: eine Ergebnisliste, die überwiegend aus solchen Einträgen besteht. Google nennt in der Hilfe darüber hinaus die normale Google-Suche (unter anderem als Produktdarstellung, in Abschnitten mit beliebten Produkten und im Wissenspanel), Google Bilder, YouTube und Google Maps.

Eine Einschränkung steht dort ebenfalls und wird oft überlesen: Verlinkt werden Produktseiten, nicht Startseiten, Versandseiten, Kategorieseiten oder Seiten mit Rückgabebedingungen. Wer im Feed auf eine Kategorie zeigt, weil das Produkt mehrere Varianten hat, verschenkt den Eintrag.

Welche Oberflächen in welchem Land verfügbar sind, ändert Google über die Zeit; die verbindliche Liste steht in der Merchant-Center-Hilfe zu Produkteinträgen.

Wichtig für die Erwartungshaltung: Der Shopping-Tab hat deutlich weniger Nutzung als die normale Websuche. Rechne nicht mit Traffic in der Größenordnung deiner organischen Suche. Für viele Shops ist es ein solider Zusatzkanal, kein Umsatzträger – und weil er nichts kostet, ist das Verhältnis von Aufwand zu Ertrag trotzdem gut.

Die Rolle strukturierter Daten auf der Produktseite

Hier werden zwei Dinge oft verwechselt.

Erstens: Strukturierte Daten machen Preis und Verfügbarkeit für Google eindeutig. Das reduziert Ablehnungen wegen Abweichungen zwischen Feed und Landingpage – der häufigsten Ursache dafür, dass Produkte gar nicht ausgeliefert werden. Wie du Product mit offers, price, priceCurrency und availability auszeichnest, steht im Artikel zu strukturierten Daten für Produkte und in der Referenz auf schema.org/Product.

Zweitens: Aus der Auszeichnung deiner Produktseiten zieht Google auch Korrekturen nach. Bei den automatischen Artikelaktualisierungen aktualisiert das Merchant Center price, sale_price, availability und condition aus den strukturierten Daten, wenn sie vom Feed abweichen; diese Automatisierungen sind standardmäßig aktiv und im Konto abschaltbar. Was sie nicht tun: Titel, Kategorien oder Zusatzattribute liefern. Ein gepflegter Feed bleibt also die Steuerungsebene, die Seitenauszeichnung ist das Korrektiv.

Drittens, als Abgrenzung: Produkt-Rich-Results in der normalen Websuche – also Preis, Verfügbarkeit und Bewertungssterne unter einem organischen Treffer – sind etwas anderes als kostenlose Produkteinträge. Sie kommen aus derselben Auszeichnung, gehören aber zur organischen Suche und werden in der Search Console ausgewertet. Beides parallel sauber zu haben, ist der Normalfall; die organische Seite behandelt der Leitfaden SEO für Online-Shops.

Schritt für Schritt: kostenlose Einträge einrichten

  1. Konto prüfen. Unternehmensangaben vollständig, Website bestätigt und dem Konto zugeordnet, link im Feed auf derselben Domain.
  2. Programmteilnahme aktivieren. Im Merchant Center die Oberfläche für kostenlose Einträge für dein Sortiment einschalten.
  3. Shop gegen die Anforderungen prüfen. Erreichbare Kontaktmöglichkeit, klare Versand- und Rückgabeinformationen, funktionierender Checkout, sichere Bezahlung. Geh den Kauf selbst einmal auf dem Handy durch.
  4. Produktdaten vervollständigen. Alle Pflichtattribute, korrekte Kategorien, Varianten über item_group_id, brauchbare Titel und Bilder. Das Vorgehen dazu steht im Artikel zum Produktfeed optimieren.
  5. Produktseiten auszeichnen. Product mit Preis und Verfügbarkeit, identisch mit dem Feed.
  6. Feed abrufen lassen und Status kontrollieren. Nach der Verarbeitung prüfen, wie viele Produkte je Oberfläche aktiv sind. Die Zahl aktiver Produkte für kostenlose Einträge kann kleiner sein als die für Anzeigen.
  7. Eingeschränkte und abgelehnte Produkte abarbeiten, gewichtet nach Umsatz. Die häufigsten Ursachen und Lösungen stehen unter Produkte im Merchant Center abgelehnt.
  8. Nach zwei bis vier Wochen messen und mit dem Ausgangsstand vergleichen.

Messung: Merchant Center und GA4

Im Merchant Center

Das Merchant Center liefert Leistungsdaten getrennt nach Oberfläche, also kostenlose Einträge separat von Anzeigen, mit Klicks und Impressionen – auch aufgeschlüsselt bis auf einzelne Produkte. Das ist deine Wahrheitsquelle für die Frage „Was bringt der Kanal?“, weil hier tatsächlich nach Oberfläche getrennt wird.

Drei Auswertungen, die sich lohnen:

  • Klicks aus kostenlosen Einträgen im Zeitverlauf. Zeigt, ob deine Feed-Arbeit wirkt und ob nach einer Sortimentsänderung etwas abbricht.
  • Top-Produkte nach Klicks. Häufig andere Artikel als bei den Anzeigen, weil kein Gebot mitspielt.
  • Klicks im Verhältnis zur Zahl aktiver Produkte. Steigt die Produktzahl, aber nicht die Klicks, liegt es nicht an der Abdeckung.

In GA4

Hier beginnen die Grenzen. Klicks aus kostenlosen Einträgen kommen ohne Kampagnenkennzeichnung in deinem Shop an und werden deshalb den organischen oder Verweis-Quellen von Google zugeordnet – nicht trennscharf von der normalen Websuche. Wer in GA4 nach einem eigenen Kanal für kostenlose Einträge sucht, findet keinen verlässlichen.

Praktische Wege, damit umzugehen:

  • Merchant Center als Quelle für Klicks und Impressionen nutzen, GA4 nur für das Verhalten nach dem Klick. Das ist der einfachste und sauberste Weg.
  • Größenordnung über Differenzen abschätzen: Google-Klicks in GA4 minus Klicks aus der Search Console minus Ads-Klicks ergibt eine grobe Restgröße. Das ist eine Schätzung, keine Messung – die Zählweisen der Systeme unterscheiden sich.
  • Tracking-Parameter nicht ins link-Attribut schreiben. Google rät in der Hilfe ausdrücklich davon ab, Tracking-Parameter fest in die Ziel-URL oder in die Merchant-Center-URLs zu schreiben; für bezahlte Klicks ist der vorgesehene Weg eine Tracking-Vorlage in Google Ads mit ValueTrack- oder benutzerdefinierten Parametern, technisch über ads_redirect beziehungsweise die Link-Vorlagen. Das link-Attribut selbst bleibt die saubere Zieladresse für unbezahlten Traffic. Für kostenlose Einträge hängt Google ohnehin selbst eine Kennung an die Ziel-URL an: Das automatische Tagging ergänzt den Parameter srsltid, und an dem lassen sich solche Besuche in den Serverprotokollen oder in einer eigenen Auswertung erkennen. Für neue Konten ist die Funktion automatisch aktiv; im Konto findest du sie in den Einstellungen bei der Einrichtung der Schlüsselereignisse.

Unabhängig davon gilt: Wenn der Kauftrichter in GA4 nicht vollständig ausgelöst wird, taugt keine dieser Auswertungen. Prüf das einmal gründlich nach der Anleitung zum GA4-E-Commerce-Tracking.

In ecomando laufen Merchant-Center-Kennzahlen und Shop-Umsatz in derselben Zeitraumauswahl, sodass sich Klicks aus kostenlosen Einträgen neben Bestellungen und Umsatz einordnen lassen, ohne zwei Werkzeuge nebeneinander offen zu haben.

Checkliste: Voraussetzungen und Pflege

  • Unternehmensangaben im Konto vollständig
  • Website bestätigt und beansprucht, link auf derselben Domain
  • Teilnahme an der Oberfläche für kostenlose Einträge aktiv
  • Kontaktmöglichkeit, Versand- und Rückgabeinformationen im Shop auffindbar
  • Checkout funktioniert auf dem Handy bis zur Bestätigung
  • Preis brutto, identisch mit der Produktseite, Aktionen über sale_price
  • Verfügbarkeit aus dem echten Bestand, mindestens täglicher Abgleich
  • Hauptbilder ohne Text, Banner, Logo oder Wasserzeichen
  • Produktkennungen korrekt, sonst identifier_exists: no plus brand
  • Produktseiten mit Product, offers, price und availability ausgezeichnet
  • Zahl aktiver Produkte je Oberfläche wöchentlich kontrollieren
  • Klicks aus kostenlosen Einträgen monatlich gegen den Vormonat prüfen

Realistische Einordnung

Kostenlose Produkteinträge sind ein Nebenprodukt guter Feed-Arbeit. Wenn dein Feed für Shopping-Anzeigen ordentlich gepflegt ist, kostet die Aktivierung wenig Zeit, und der Traffic kommt ohne Klickpreis. Umgekehrt gilt: Kein Gebot bedeutet auch keinen Hebel bei Preis und Sortiment. Ist dein Preis deutlich über dem Marktniveau, wirst du in einer Liste, in der Preise direkt nebeneinander stehen, selten gewählt – unabhängig davon, wie gut dein Titel ist. Wie du deine Preise dort einordnest, steht im Artikel zum Vergleich deiner Preise mit dem Wettbewerb.

Der sinnvolle Umgang ist deshalb pragmatisch: aktivieren, Anforderungen abarbeiten, Zahl aktiver Produkte im Blick halten, Klicks monatlich prüfen – und den Kanal nicht mit Erwartungen belasten, die nur die Websuche erfüllen kann.

Häufige Fragen

Was sind kostenlose Produkteinträge bei Google?

Produktdarstellungen mit Bild, Titel, Preis und Händlername, die ohne Klickkosten in Google-Oberflächen erscheinen, vor allem im Shopping-Tab. Grundlage sind dieselben Produktdaten, die du im Merchant Center hinterlegst.

Was brauche ich für kostenlose Produkteinträge?

Ein Merchant-Center-Konto mit bestätigter und beanspruchter Website, Produktdaten, die die Anforderungen erfüllen, die Teilnahme an der Oberfläche für kostenlose Einträge und die Einhaltung der geltenden Richtlinien. Eine Anzeigenkampagne ist nicht nötig.

Ist das dasselbe wie Shopping-Anzeigen?

Nein. Shopping-Anzeigen kosten pro Klick, laufen über Google Ads und werden über Gebote und Budget gesteuert. Kostenlose Einträge kosten nichts pro Klick, haben kein Gebot und lassen sich nur über die Qualität der Produktdaten beeinflussen.

Brauche ich strukturierte Daten auf der Produktseite?

Für Einträge über einen Feed sind sie nicht zwingend, aber sehr hilfreich: Sie machen Preis und Verfügbarkeit eindeutig und verhindern Ablehnungen wegen Abweichungen. Für Produkt-Rich-Results in der Websuche sind sie die Grundlage.

Wie sehe ich, wie viele Klicks die kostenlosen Einträge bringen?

Im Merchant Center gibt es Leistungsdaten getrennt nach kostenlosen Einträgen, mit Klicks und Impressionen je Produkt. In GA4 landen diese Besuche in den organischen oder Verweis-Quellen von Google und sind nicht sicher von der normalen Suche zu trennen.

Weiterlesen