Google-Maps-Ranking schwankt: die Raster-Messung erklärt

Warum dein Google-Maps-Ranking je nach Standort anders aussieht, wie du echte Verluste von Messrauschen trennst und wie eine Raster-Messung funktioniert.

Redaktion ecomando8 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Diagnose: Schwankung oder Verlust?
  2. Warum die Abfrage vom Büro aus täuscht
  3. Die Raster-Messung
  4. Schritt für Schritt zur ersten Messung
  5. Warum das Google-Maps-Ranking schwankt: Ursachen und Prüfwege
  6. Die Fläche richtig deuten
  7. Was du zusätzlich beobachten solltest
  8. Checkliste für die Messung

Du suchst im Laden nach „fahrradladen“ und stehst auf Platz 1. Ein Kunde ruft an und sagt, er habe dich in Maps gar nicht gefunden. Beide Beobachtungen stimmen. Dieser Artikel erklärt, warum das Google-Maps-Ranking je nach Standort schwankt, wie du einen echten Verlust von Messrauschen unterscheidest und wie eine Raster-Messung aufgebaut und gelesen wird. Welche Hebel du dann ziehst, steht im Artikel Google-Maps-Ranking verbessern. Hier geht es ausschließlich ums Messen und Deuten.

Diagnose: Schwankung oder Verlust?

Bevor du Ursachen suchst, brauchst du eine Antwort auf eine Frage: Hat sich etwas geändert, oder misst du nur anders als letztes Mal? Drei Prüfungen helfen.

Prüfung 1: Wo hast du gesucht? Wenn die schlechte Messung von einem anderen Ort kam als die gute, ist das kein Verlust, sondern der Entfernungsfaktor. Google nennt Entfernung ausdrücklich als einen der drei Rankingfaktoren, neben Relevanz und Bekanntheit, in der Hilfe zum lokalen Ranking.

Prüfung 2: Womit hast du gesucht? Maps-App, Google-Suche mit Kartenpaket, angemeldet oder abgemeldet, Handy oder Desktop. Jede Kombination kann ein anderes Ergebnis liefern. Zwei Messungen sind nur vergleichbar, wenn alle Bedingungen gleich waren.

Prüfung 3: Hat der Kunde dasselbe gesucht? „fahrradladen“ und „fahrrad kaufen“ sind zwei Suchanfragen mit zwei Kartenpaketen. Kunden sagen selten exakt, was sie eingetippt haben.

Wenn alle drei Bedingungen gleich waren und das Ergebnis trotzdem abweicht, bleibt noch der Faktor Zeit: Google testet laufend, Wettbewerber ändern Profile, Bewertungen kommen dazu. Erst wenn ein Rückgang unter gleichen Bedingungen über mehrere Wochen anhält, ist es ein Verlust.

Warum die Abfrage vom Büro aus täuscht

Die häufigste Fehlmessung: Du oder ein Mitarbeiter sucht vom Betrieb aus. Dort ist die Entfernung zum eigenen Standort praktisch null. Für einen unbekannten Betrieb mit dünnem Profil ist das der einzige Ort, an dem er sicher im Kartenpaket steht. Die Messung bestätigt also nur, dass dein Profil existiert.

Dazu kommt das angemeldete Google-Konto. Du hast dein eigenes Profil besucht, bearbeitet, vielleicht die Website hundertmal aufgerufen. Google personalisiert Ergebnisse auch nach solcher Historie. Der Kunde drei Kilometer weiter hat nichts davon.

Und schließlich der Zeitpunkt. Google zeigt im Kartenpaket an, ob ein Betrieb gerade geöffnet ist, und das beeinflusst, worauf Nutzer klicken. Ob der Öffnungsstatus auch die Reihenfolge verändert, bestätigt Google nicht; als Rankingfaktoren nennt die Hilfe Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Miss trotzdem immer zur selben Tageszeit, damit du diesen Unterschied aus dem Vergleich heraushältst.

Praktische Folge: Eine Suche vom Betrieb aus, angemeldet, zu Öffnungszeiten, ist der optimistischste Wert, den es gibt. Alles, was Kunden sehen, ist schlechter oder anders. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern der Grund für eine Messung, die den Standort der Kunden simuliert.

Die Raster-Messung

Ein Raster ersetzt die eine Suche durch viele: Über die Karte rund um deinen Standort wird ein Gitter aus Messpunkten gelegt. An jedem Punkt wird dieselbe Suchanfrage so ausgeführt, als stünde der Suchende genau dort. Das Ergebnis ist pro Punkt eine Position im Kartenpaket, oder „nicht in den Top 20“. Zusammen ergibt das eine Fläche, die zeigt, wo du gefunden wirst und wo nicht.

Die drei Parameter

Punkte. Auch hier gilt: Erfahrungswerte. Ein Raster von 5 mal 5 Punkten reicht für einen ersten Blick, 7 mal 7 oder 9 mal 9 zeigen Ränder genauer. Mehr Punkte kosten mehr Abfragen, bringen aber ab einer gewissen Dichte kaum mehr Erkenntnis. Wichtig ist nicht die Zahl, sondern dass sie danach fest bleibt.

Radius. Er sollte dem tatsächlichen Einzugsgebiet entsprechen, nicht dem Wunschgebiet. Google macht dazu keine Vorgaben; die folgenden Zahlen sind Erfahrungswerte aus der Praxis, keine offiziellen Empfehlungen. Für einen Laden in der Innenstadt haben sich zwei bis drei Kilometer mit Punktabständen von 500 bis 800 Metern bewährt, auf dem Land zehn bis zwanzig Kilometer mit Abständen von zwei bis vier Kilometern. Ein zu großer Radius zeigt viel Rot an den Rändern, das dich nicht betrifft; ein zu kleiner verschweigt, wo Kunden dich verlieren.

Rhythmus. Einmal pro Woche, gleicher Wochentag, gleiche Tageszeit. Tägliche Messungen zeigen vor allem, wie stark Google die Ergebnisse durchmischt. Monatliche Messungen lassen sich nicht mehr mit dem verbinden, was du oder ein Wettbewerber zwischendurch geändert habt. Genau so ist die Local-SEO-Messung in ecomando aufgebaut: festes Raster, feste Begriffe, Messung im Wochenrhythmus.

Suchbegriffe festlegen

Drei bis fünf Begriffe, die Kunden wirklich benutzen. Eine Mischung aus Kategorie („fahrradladen“), Leistung („fahrrad reparatur“) und Produkt („e-bike kaufen“). Keine Begriffe mit Ortsnamen, denn beim Raster ist der Ort bereits durch den Messpunkt gegeben. Wie du die passenden Begriffe findest, steht im Artikel lokale Keywords finden. Auch die Begriffe bleiben nach dem Start fest, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Schritt für Schritt zur ersten Messung

  1. Einzugsgebiet ehrlich abstecken. Woher kommen die Kunden der letzten drei Monate? Postleitzahlen aus Bestellungen, Lieferadressen, Nachfragen im Laden.
  2. Radius und Punktabstand festlegen und notieren. Beispiel: 3 Kilometer Radius, 7 mal 7 Punkte, also rund 850 Meter Abstand.
  3. Drei bis fünf Suchbegriffe festlegen und notieren.
  4. Ausgangsmessung durchführen und das Datum festhalten. Ohne diesen Startwert ist jede spätere Messung nur eine Momentaufnahme.
  5. Fläche lesen, nicht Zahlen: In welchem Umkreis bist du in den Top 3? Wo fällst du aus den Top 10? Gibt es eine Richtung, in der du früher verschwindest?
  6. Wettbewerber je Messpunkt notieren. Wer steht dort vor dir? Meist sind es an den Rändern andere Betriebe als in der Mitte.
  7. Wöchentlich wiederholen, ohne einen Parameter zu ändern.
  8. Eine Änderung pro Zeitraum am Profil umsetzen und nach vier bis sechs Wochen die Fläche vergleichen.

Warum das Google-Maps-Ranking schwankt: Ursachen und Prüfwege

Wenn die wöchentliche Messung Bewegung zeigt, hilft diese Tabelle, die Ursache einzugrenzen. Die linke Spalte beschreibt das Muster im Raster, die rechte den Weg zur Prüfung und den Umgang damit.

Muster im RasterWahrscheinliche UrsachePrüfwegUmgang
Einzelne Punkte springen um ein bis zwei Positionen, Fläche insgesamt gleichNormales Rauschen, Google-TestsVier Wochen abwarten, Mittelwert je Punkt ansehenNichts tun. Kein Handlungsgrund.
Radius der Top-3-Fläche schrumpft in alle Richtungen gleichmäßigBekanntheit relativ gesunken: Wettbewerber holen bei Bewertungen oder Erwähnungen aufBewertungsanzahl und -frische der Top-3-Wettbewerber je Punkt vergleichenBewertungsroutine und Website-Signale prüfen, siehe Hebel im Artikel zum Maps-Ranking
Fläche wandert in eine Richtung: auf einer Seite Verlust, auf der anderen stabilNeuer oder verbesserter Wettbewerber auf der VerlustseiteWettbewerber an den verlorenen Punkten ansehen: neues Profil, neue Kategorie, Umzug?Eigene Kategorien und Leistungen mit dem neuen Wettbewerber vergleichen
Plötzlicher Ausfall an vielen Punkten für einen einzelnen BegriffRelevanz für diesen Begriff verloren: Kategorie oder Leistung geändert, Google ordnet den Begriff anders einProfil auf kürzlich geänderte Kategorien oder gelöschte Leistungen prüfen, Suchergebnisseite für den Begriff ansehenÄnderung zurücknehmen oder Leistung neu anlegen; Begriff sechs Wochen weiter beobachten
Ausfall an allen Punkten für alle BegriffeProfil gesperrt, Adresse in Prüfung, Duplikat, ZusammenlegungStatus im Unternehmensprofil prüfen, E-Mails von Google durchsehenSofort im Profil klären, das ist kein Rankingthema
Mitte stabil, Ränder schlechter als vor einem JahrEinzugsgebiet ist kleiner als angenommen oder Wettbewerber am Rand sind stärker gewordenRadius mit Kundenadressen abgleichenRadius realistisch setzen, an den Rändern gezielt Bewertungen und Erwähnungen aus diesen Orten aufbauen
Nach einem Umzug oder einer Adressänderung völlig andere FlächeEntfernung zu allen Punkten hat sich geändertRaster um den neuen Standort neu aufsetzenNeue Ausgangsmessung, alte Daten nicht weiter vergleichen

Die Fläche richtig deuten

Drei Lesefehler kommen immer wieder vor.

Position statt Fläche. Ob du in der Mitte von Platz 2 auf Platz 1 gehst, ist für das Geschäft fast egal. Wichtig ist, ob die Fläche wächst, in der du überhaupt in den Top 3 stehst. Dort werden Kunden aufmerksam, darunter scrollt kaum jemand.

Jeder Punkt ist ein Kunde. Ein Messpunkt in einem Industriegebiet ohne Wohnbevölkerung darf schlecht sein. Ein Messpunkt im Wohnviertel mit deiner Kundschaft nicht. Lege die Karte mit den Kundenadressen neben das Raster.

Eine Woche ist ein Trend. Ist sie nicht. Ein Punkt, der eine Woche schlechter steht, ist Rauschen. Vier Wochen in Folge sind ein Trend. Rechne bei Bewertungen und Website-Signalen mit Wochen bis Monaten, bis sich die Fläche bewegt.

Beispiel zur Deutung

Beispiel: Ein Optiker misst 7 mal 7 Punkte mit 3 Kilometer Radius. In der Ausgangsmessung steht er an 18 Punkten in den Top 3, alle im Zentrum und im Norden. Nach zwölf Wochen, in denen er zehn neue Bewertungen bekommen und seine Leistungen im Profil ausgefüllt hat, sind es 27 Punkte. Der Zuwachs liegt fast ganz im Süden, wo vorher ein Wettbewerber mit mehr Bewertungen dominierte. In der Mitte hat sich nichts geändert, dort war er schon vorher auf Platz 1. Eine Einzelmessung vom Laden aus hätte diesen Fortschritt nie gezeigt.

Was du zusätzlich beobachten solltest

Die Raster-Messung zeigt, wo du erscheinst. Sie zeigt nicht, ob jemand klickt. Zwei Quellen ergänzen sie:

  • Leistungsdaten des Unternehmensprofils. Google zeigt dir im Profil, über welche Suchanfragen Nutzer dich gefunden haben und wie viele Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks es gab. Wenn die Fläche wächst, sollten diese Zahlen mit Verzögerung folgen.
  • Search Console für die Website. Suchanfragen mit Ortsbezug auf deiner Website sind ein Hinweis, ob die klassische Suche mitzieht. Für Rankingverluste außerhalb von Maps gibt es einen eigenen Artikel: Ranking verloren: Ursache finden.

Wer mehrere Filialen hat, misst je Standort ein eigenes Raster. Die Flächen dürfen sich überlappen; wo sie es tun, entscheidet Google, welche Filiale es zeigt. Was dabei zu beachten ist, steht im Artikel zu mehreren Standorten im Unternehmensprofil.

Checkliste für die Messung

  • Einzugsgebiet aus echten Kundenadressen bestimmt, nicht geschätzt.
  • Radius, Punktzahl und Suchbegriffe schriftlich festgelegt.
  • Ausgangsmessung mit Datum gesichert.
  • Wöchentliche Messung, gleicher Tag, gleiche Uhrzeit.
  • Keine Parameter nach dem Start geändert; bei Umzug neu begonnen.
  • Wettbewerber je Messpunkt notiert.
  • Eine Änderung am Profil je Zeitraum, Wirkung nach vier bis sechs Wochen geprüft.
  • Fläche der Top-3-Punkte als Kennzahl, nicht die Position in der Mitte.
  • Leistungsdaten des Profils als Gegenprobe herangezogen.

Wenn die Messung steht und ein echter Verlust erkennbar ist, geht es an die Ursachen im Profil. Den kompletten Durchgang durch Kategorien, Leistungen, Fotos und Attribute findest du in der Anleitung zum Google-Unternehmensprofil.

Häufige Fragen

Warum zeigt Google Maps mein Unternehmen mal auf Platz 1 und mal gar nicht?

Weil die Entfernung zwischen Suchendem und Unternehmen ein Rankingfaktor ist. Dieselbe Suchanfrage liefert an jedem Standort ein anderes Kartenpaket. Dazu kommen Gerät, angemeldetes Konto und Uhrzeit. Ein einzelnes Suchergebnis ist deshalb keine Messung.

Wie messe ich mein Google-Maps-Ranking zuverlässig?

Mit einem Raster aus festen Messpunkten rund um deinen Standort, an denen dieselbe Suchanfrage regelmäßig ausgeführt wird. Du vergleichst dann nicht einzelne Positionen, sondern die Fläche, in der du im Kartenpaket auftauchst, von Woche zu Woche.

Welcher Radius ist für die Raster-Messung sinnvoll?

So groß wie dein tatsächliches Einzugsgebiet. Als Erfahrungswert reichen in der Stadt zwei bis drei Kilometer mit engen Punktabständen, auf dem Land sind zehn bis zwanzig Kilometer mit weiteren Abständen üblich. Offizielle Vorgaben gibt es dafür nicht. Entscheidend ist, dass Radius und Punkte danach nicht mehr verändert werden.

Wie oft sollte ich das Maps-Ranking messen?

Einmal pro Woche, immer am selben Wochentag und zur selben Tageszeit. Tägliche Messungen zeigen vor allem Rauschen, monatliche Messungen lassen dich Ursachen nicht mehr zuordnen. Ein Wochenrhythmus ist der Kompromiss, mit dem Trends sichtbar werden.

Ab wann ist ein Rückgang im Maps-Ranking ein echtes Problem?

Wenn der Bereich, in dem du in den Top 3 erscheinst, über mehrere Wochen in Folge kleiner wird oder in eine Richtung wandert. Ein einzelner schlechterer Messpunkt in einer Woche ist normal und kein Handlungsgrund.

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