Google-Unternehmensprofil optimieren: die Checkliste

Welche Felder im Google-Unternehmensprofil wirklich wirken: Kategorien, Dienstleistungen, Fotos, Beiträge, Statistiken. Mit Checkliste und typischen Fehlern.

Redaktion ecomando8 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Warum die Reihenfolge wichtig ist
  2. Kategorien: der stärkste Hebel
  3. Dienstleistungen und Produkte
  4. Das Profil Feld für Feld: Checkliste
  5. Statistiken lesen
  6. Typische Fehler
  7. In welcher Reihenfolge du vorgehst

Dein Google-Unternehmensprofil ist angelegt, verifiziert, und trotzdem kommen kaum Anrufe oder Routenanfragen. Meistens liegt das nicht an fehlendem Aufwand, sondern an drei oder vier leeren beziehungsweise falsch gefüllten Feldern. Dieser Artikel geht das Profil Feld für Feld durch, sortiert nach Wirkung, und zeigt am Ende, welche Zahlen du im Profil beobachten solltest.

Warum die Reihenfolge wichtig ist

Google entscheidet bei lokalen Suchanfragen nach drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Nur der erste Faktor lässt sich direkt über Felder im Profil beeinflussen – und zwar sehr unterschiedlich stark. Kategorien, Dienstleistungen und Produkte sagen Google, worum es bei dir geht. Fotos, Beiträge und Attribute beeinflussen vor allem, ob ein Mensch nach dem Klick bei dir bleibt.

Deshalb lohnt es sich nicht, mit dem Beitragskalender anzufangen, solange die Hauptkategorie falsch ist. Wie die drei Faktoren zusammenspielen, steht ausführlich im Leitfaden zum Google-Maps-Ranking.

Kategorien: der stärkste Hebel

Google bietet eine feste Liste von Kategorien an. Du kannst keine eigene erfinden. Gewählt wird eine Hauptkategorie plus bis zu neun Zusatzkategorien. Die Obergrenze ist selten das Problem – Googles eigene Empfehlung lautet, so wenige Kategorien wie möglich zu verwenden, um das Kerngeschäft zu beschreiben.

Hauptkategorie. Sie sollte beschreiben, was dein Kerngeschäft ist, nicht, was du auch noch anbietest. Ein Laden für Fahrräder mit Werkstatt gehört in die Kategorie für den Fahrradhandel, nicht in die für Reparaturwerkstätten – es sei denn, die Reparatur macht tatsächlich den Großteil des Umsatzes.

Zusatzkategorien. Hier kommen echte Nebengeschäfte hinein, nicht Wunschdenken. Jede Zusatzkategorie, die nicht zu deinem Angebot passt, zieht dich in Suchanfragen, für die du nicht überzeugend bist – das kostet Klicks ohne Anfragen und kann beanstandet werden.

So findest du die passenden Kategorien:

  1. Suche nach drei bis fünf Begriffen, mit denen Kunden dich suchen würden, und sieh dir das Kartenpaket an.
  2. Öffne die Profile der drei angezeigten Anbieter und notiere die Kategorie, die unter dem Namen steht – das ist jeweils die Hauptkategorie.
  3. Vergleiche mit deiner eigenen. Wenn alle drei etwas anderes haben als du, ist das ein Signal, kein Beweis: prüfe, ob die Kategorie wirklich dein Geschäft beschreibt.
  4. Ergänze Zusatzkategorien nur für Leistungen, die du belegen kannst.
  5. Notiere dir das Datum der Änderung. Wirkung siehst du nicht sofort, sondern über Wochen.

Ein systematischer Blick auf die Profile der Konkurrenz gehört ohnehin in jede Wettbewerbsanalyse.

Dienstleistungen und Produkte

Unter Dienstleistungen kannst du einzelne Leistungen mit kurzer Beschreibung eintragen. Google schlägt zur gewählten Kategorie Standardleistungen vor; zusätzlich lassen sich eigene anlegen. Das ist der Ort, an dem du die Begriffe unterbringst, die nicht in eine Kategorie passen: einzelne Marken, Verfahren, Reparaturarten, Beratungsformen.

Zwei Regeln dazu:

  • Eine Leistung pro Eintrag, nicht drei in einem Namen.
  • Die Beschreibung schreibst du für Menschen. Aneinandergereihte Suchbegriffe bringen hier nichts.

Unter Produkten kannst du einzelne Artikel mit Bild, Preis und Beschreibung zeigen. Für Händler mit überschaubarem Sortiment lohnt sich das, weil die Produkte direkt im Profil erscheinen. Bei mehreren Tausend Artikeln ist der Pflegeaufwand zu hoch – nimm dann die zehn bis zwanzig Artikel, nach denen am häufigsten gefragt wird.

Das Profil Feld für Feld: Checkliste

FeldWas hineingehörtHäufiger Fehler
NameDer Name, unter dem du real auftrittstOrt oder Leistung angehängt (Richtlinienverstoß)
HauptkategorieKerngeschäftZu allgemein oder zu speziell gewählt
ZusatzkategorienEchte NebengeschäfteWunschliste statt Angebot
BeschreibungWas du anbietest, für wen, was dich unterscheidetLeer, oder Textbaustein ohne Inhalt
AdresseExakt wie auf Rechnung und ImpressumAbweichende Schreibweise gegenüber der Website
EinzugsgebietNur bei Anfahrt zum KundenRiesiges Gebiet ohne realen Bezug
TelefonnummerEine erreichbare NummerWeiterleitungsnummer ohne Bezug zum Ort
WebsiteStartseite oder passende StandortseiteVerlinkung auf eine Seite mit Weiterleitungskette
ÖffnungszeitenReale Zeiten, inklusive MittagspauseSeit Monaten nicht angepasst
SonderzeitenFeiertage, Urlaub, InventurNicht gepflegt – häufigster Anlass für Ärger
AttributeZahlungsarten, Barrierefreiheit, ParkenGar nicht ausgefüllt
DienstleistungenEinzelne Leistungen mit BeschreibungLeer
ProdukteBestseller und NachfrageklassikerGar nicht oder einmal und nie wieder
FotosAußen, innen, Team, ProdukteNur das Logo
LinksBestell-, Termin- oder BuchungslinkVeralteter Link, der auf 404 läuft

Beschreibung

Du hast einige Hundert Zeichen. Schreibe in den ersten zwei Sätzen, was du anbietest und für wen – Google kürzt in der Anzeige. Danach folgt, was dich von den drei Anbietern unterscheidet, die direkt über oder unter dir stehen: Sortimentstiefe, Beratung, Werkstatt, Lieferzeit, Sprachen. Keine Aufzählung von Ortsnamen.

Adresse und Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet ist für Betriebe gedacht, die zum Kunden fahren. Wenn du einen Laden hast, den Kunden betreten, brauchst du kein Einzugsgebiet. Und ein sehr großes Einzugsgebiet macht dich nicht in allen Orten sichtbar – es beschreibt nur, wohin du lieferst.

Achte darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer überall identisch geschrieben sind: im Profil, im Impressum, auf der Kontaktseite und in Branchenverzeichnissen. Das ist keine Formalität; abweichende Angaben machen es Google schwerer, Nennungen deinem Betrieb zuzuordnen.

Öffnungszeiten und Sonderzeiten

Falsche Öffnungszeiten sind der schnellste Weg zu einer Ein-Stern-Bewertung. Trage Sonderzeiten für Feiertage ein, sobald du sie kennst, und setze einen wiederkehrenden Termin im Kalender, um sie zweimal im Jahr durchzugehen.

Fotos

Ein paar brauchbare Bilder sind wichtiger als fünfzig beliebige. Sinnvolle Mischung: Außenansicht, bei der man die Tür wiedererkennt, Innenraum, Team, typische Produkte oder Arbeiten, und die Anfahrt oder Parksituation, wenn sie erklärungsbedürftig ist. Aktualisiere die Außenansicht nach einem Umbau – Kunden, die nichts wiedererkennen, fahren vorbei.

Fragen und Antworten

Im Profil kann jeder Fragen stellen, und jeder kann antworten – auch Leute, die dein Geschäft nicht kennen. Deshalb gilt: Stelle die fünf Fragen, die du am Telefon ständig hörst, selbst ein und beantworte sie als Inhaber. Das ist zulässig und verhindert, dass dort eine falsche Antwort stehen bleibt. Abonniere die Benachrichtigungen, damit du neue Fragen mitbekommst.

Beiträge

Beiträge erscheinen als Kacheln im Profil und verschwinden nach einer Zeit wieder. Sinnvoll für: Aktionen mit Zeitraum, neue Sortimente, Veranstaltungen, geänderte Öffnungszeiten, Neueröffnung nach Umbau. Nicht sinnvoll: wöchentliche Inhaltslosigkeit, damit „etwas passiert“. Ein Beitrag mit Bild, zwei Sätzen und einem Link auf die passende Seite im Shop – nicht auf die Startseite.

Bewertungen

Bewertungen gehören zu den stärksten Signalen im lokalen Umfeld, und sie sind gleichzeitig das Feld mit den meisten Fehlern. Antworte auf alle Bewertungen, auch auf die guten, und bleib bei Kritik sachlich.

Zwei Funktionen solltest du kennen. Erstens stellt Google dir im Profil einen Link und einen QR-Code zum Anfordern von Rezensionen bereit – das ist der kurze Weg, den du auf Rechnung, Kassenbon und in die Mail nach der Lieferung setzt; die Schritte stehen in der Hilfe zum Link oder QR-Code für Rezensionen. Zweitens kannst du eine Bewertung, die gegen die Richtlinien verstößt, über die Meldefunktion am Profil zur Prüfung geben und den Status im Werkzeug zum Verwalten von Bewertungen verfolgen; bei Ablehnung ist einmal Einspruch möglich. Sachlich richtige Kritik wird dabei nicht entfernt – Google schlichtet keine Konflikte zwischen Unternehmen und Kunden.

Wichtig und ohne Grauzone: keine Anreize wie Rabatte oder Gewinnspiele für Bewertungen, kein Vorfiltern nach zufriedenen Kunden, keine gekauften oder selbst geschriebenen Bewertungen. Das verstößt gegen die Google-Richtlinien und kann dich das Profil kosten. Wie es richtig geht, steht im Artikel zu Google-Bewertungen bekommen.

Statistiken lesen

Das Profil zeigt dir, wie Menschen es gefunden und was sie danach getan haben: Aufrufe, Suchbegriffe, über die Nutzer auf das Profil kamen, Anrufe, Routenanfragen, Website-Klicks und – falls eingerichtet – Nachrichten und Buchungen.

So liest du die Zahlen, ohne dich zu verlieren:

  1. Suchbegriffe zuerst. Tauchen dort die Begriffe auf, für die du gefunden werden willst? Wenn dort fast nur dein Firmenname steht, findest du bisher nur Leute, die dich schon kennen – dann ist Kategorie- und Leistungsarbeit fällig.
  2. Verhältnis Aufrufe zu Handlungen. Viele Aufrufe, wenige Anrufe und Routen deuten auf ein schwaches Profil hin: dünne Fotos, alte Öffnungszeiten, wenige Bewertungen.
  3. Routenanfragen und Anrufe sind die Zahlen, die am nächsten an echtem Geschäft liegen. Sieh sie monatlich an, nicht täglich.
  4. Website-Klicks vergleichst du mit dem, was in deiner Analyse ankommt. Wenn im Profil deutlich mehr Klicks stehen als du an Sitzungen aus der lokalen Quelle siehst, prüfe die Verlinkung und das Tracking deiner Traffic-Quellen.
  5. Zeitraum begrenzt. Die Leistungsdaten des Profils reichen nur rund sechs Monate zurück – auch dann, wenn du sie über die Verknüpfung mit Analytics ausliest. Für Jahresvergleiche musst du sie also regelmäßig exportieren oder an einer Stelle zusammenführen, bevor sie aus dem Profil verschwinden; in ecomando laufen die Profilwerte gemeinsam mit den Rang-Messungen im Local-SEO-Bereich. Ein Detail am Rande: Die Auswertung der Suchbegriffe wird laut Google monatlich aktualisiert und kann einige Tage brauchen, bis sie erscheint – ein fehlender aktueller Monat ist also kein Fehler.

Typische Fehler

  • Keywords im Namen. Der häufigste und riskanteste Fehler. Googles Richtlinien zur Darstellung des Unternehmens sind hier unmissverständlich: In das Namensfeld gehört der Name, unter dem das Unternehmen real auftritt, und es ist nicht erlaubt, dem Namen unnötige Informationen hinzuzufügen. Ausdrücklich genannt werden Werbeslogans, Standortangaben, Öffnungszeiten, Produktangaben und Rabattversprechen – „Fahrradladen Musterstadt E-Bike Reparatur günstig“ ist also kein Geheimtipp, sondern ein Verstoß. Wenn Wettbewerber es tun, kannst du das über die Option zum Vorschlagen einer Änderung melden – aber nicht nachmachen.
  • Mehrere Profile für denselben Standort. Doppelte Einträge teilen Signale und Bewertungen. Doppelte Profile solltest du zusammenführen lassen statt sie parallel zu pflegen.
  • Virtuelles Büro als Adresse. Ein Briefkasten ohne Personal vor Ort erfüllt die Voraussetzungen nicht.
  • Kategorie nach Gefühl. Schnell geändert, selten geprüft.
  • Profil ohne passende Seite auf der Website. Wenn du mehrere Standorte hast, braucht jeder eine eigene Seite mit Adresse, Zeiten und Karte – und das Profil verlinkt auf diese Seite, nicht auf die Startseite. Wie du das sauber verknüpfst, steht im Local-SEO-Leitfaden.
  • Verifizierung abgelaufen oder Profil gesperrt. Nach Adress- oder Namensänderungen kann eine erneute Verifizierung nötig werden. Prüfe nach solchen Änderungen, ob das Profil noch sichtbar ist.

Die offiziellen Vorgaben zu Namen, Adressen und zulässigen Einträgen stehen in der Google-Hilfe zu den Richtlinien für Unternehmensprofile. Lies sie einmal ganz, bevor du größere Änderungen vornimmst – es ist die Grundlage, auf der alles andere aufbaut.

In welcher Reihenfolge du vorgehst

Wenn du nur einen Nachmittag hast:

  1. Hauptkategorie prüfen und gegebenenfalls korrigieren.
  2. Zwei bis vier Zusatzkategorien setzen, die wirklich passen.
  3. Dienstleistungen anlegen, mindestens zehn.
  4. Öffnungszeiten und Sonderzeiten für die nächsten sechs Monate eintragen.
  5. Attribute vollständig ausfüllen.
  6. Fünf brauchbare Fotos hochladen, darunter eine aktuelle Außenansicht.
  7. Fünf eigene Fragen mit Antworten einstellen.
  8. Alle unbeantworteten Bewertungen beantworten.
  9. Beschreibung neu schreiben, ohne Ortsnamen-Liste.
  10. Statistiken als Startwert notieren, damit du in sechs Wochen vergleichen kannst.

Danach ist das Profil auf dem Stand, ab dem sich weitere Arbeit an Bewertungen und Website-Signalen überhaupt messen lässt.

Häufige Fragen

Welches Feld im Google-Unternehmensprofil hat den größten Einfluss?

Die Hauptkategorie. Sie entscheidet mit darüber, bei welchen Suchanfragen Google dein Profil überhaupt in Betracht zieht. Eine falsch gewählte Hauptkategorie lässt sich durch kein anderes Feld ausgleichen.

Darf ich Keywords in den Unternehmensnamen schreiben?

Nein. In das Namensfeld gehört der Name, unter dem dein Unternehmen tatsächlich auftritt, so wie er an Ladentür, Rechnung und Website steht. Zusätze wie Ortsnamen oder Leistungen sind ein Verstoß gegen die Richtlinien und können zur Sperrung des Profils führen.

Wie oft sollte ich Beiträge im Unternehmensprofil veröffentlichen?

Ein bis zwei Beiträge pro Monat mit echtem Anlass reichen in der Regel. Beiträge sind kein Ranking-Hebel, sondern Fläche im Profil: Sie zeigen Aktuelles, Angebote und Termine direkt im Suchergebnis.

Wie lange reichen die Statistiken im Unternehmensprofil zurück?

Rund sechs Monate. Wenn du Entwicklungen über Jahre vergleichen willst, musst du die Werte regelmäßig exportieren oder in ein Dashboard übertragen, bevor sie aus dem Profil verschwinden.

Brauche ich ein Unternehmensprofil, wenn ich nur online verkaufe?

Nur, wenn du Kunden persönlich an einer Adresse oder in einem Einzugsgebiet bedienst. Ein reiner Versandhandel ohne Kundenkontakt vor Ort erfüllt die Voraussetzungen für einen Eintrag meist nicht.

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