Google-Unternehmensprofil: mehrere Standorte verwalten

Mehrere Standorte im Google-Unternehmensprofil sauber führen: Unternehmensgruppe, Tabellen-Import, Sammelbestätigung ab zehn Profilen und eigene Standortseiten.

Redaktion ecomando9 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Welche Standorte ein Profil bekommen
  2. Mehrere Standorte im Google-Unternehmensprofil: drei Wege der Verwaltung
  3. Schritt für Schritt: Standorte anlegen
  4. Einheitliche Daten: die Regeln je Feld
  5. Standortseiten auf der Website
  6. Bewertungen und Beiträge je Standort
  7. Standorte vergleichen
  8. Typische Fehler bei mehreren Standorten
  9. Checkliste für mehrere Standorte
  10. Reihenfolge, wenn du heute anfängst

Mit dem zweiten Standort wird das Google-Unternehmensprofil zur Verwaltungsaufgabe. Wer einen Laden hat, pflegt ein Profil; wer fünf hat, pflegt fünf Adressen, fünf Öffnungszeiten, fünf Bewertungsströme, und jede Abweichung kostet Sichtbarkeit oder Vertrauen. Dieser Artikel zeigt, wie du mehrere Standorte im Unternehmensprofil sauber aufsetzt: mit einer Unternehmensgruppe, dem Tabellen-Import, der Sammelbestätigung ab zehn Profilen, einheitlichen Daten und Standortseiten auf der Website, die zu den Profilen passen.

Welche Standorte ein Profil bekommen

Bevor du anlegst, kläre, was überhaupt ein Standort ist. Google will Profile für Orte, an denen Kunden das Unternehmen zu Öffnungszeiten besuchen oder an denen es Kunden vor Ort bedient.

FallProfil?Anmerkung
Ladengeschäft mit Kundenverkehrjaeigenes Profil je Adresse
Zweiter Laden in derselben Stadtjaeigenes Profil, auch wenn 500 Meter entfernt
Lager, Versandzentrum ohne Kundenneingehört nicht in Maps
Büro ohne Kundenkontaktneinebenso
Lieferdienst ohne Ladenlokalja, als Unternehmen mit EinzugsgebietAdresse ausgeblendet, Gebiet angegeben
Pop-up-Store für einige Wochenja, mit Öffnungs- und Schließdatumdanach als geschlossen markieren
Abteilung im Laden mit eigenem Eingang und Zeitenmöglichnur bei wirklich eigenständigem Betrieb

Ein Profil, das mehrere Adressen abdecken soll, oder mehrere Profile für dieselbe Adresse mit unterschiedlichen Namen verstoßen gegen die Richtlinien und führen früher oder später zu Sperrungen. Wie ein einzelnes Profil vollständig aussieht, steht in der Checkliste zum Google-Unternehmensprofil; dieser Artikel setzt darauf auf.

Mehrere Standorte im Google-Unternehmensprofil: drei Wege der Verwaltung

Wie du mehrere Standorte führst, hängt vor allem von der Anzahl ab.

Anzahl StandorteAnlegenBestätigenVerwalten
2 bis 9einzeln oder per Tabelleeinzeln, je Standort über einen der von Google angebotenen Wegein einer Unternehmensgruppe
10 und mehrTabelleSammelbestätigung beantragenUnternehmensgruppe, Änderungen auch per Tabelle
Viele Standorte, Agentur oder ZentraleTabelleSammelbestätigung, sofern die Bedingungen erfüllt sindUnternehmensgruppe mit Rollen je Region oder Team

Wichtig für die Erwartung: Der Import per Tabelle ist an keine Mindestzahl gebunden, du kannst ihn auch bei drei Standorten nutzen. An zehn Standorte geknüpft ist die Sammelbestätigung. Google verlangt dafür laut Hilfe zehn oder mehr Profile desselben Unternehmens in der Tabelle; doppelte, gesperrte und deaktivierte Profile zählen nicht mit, und Agenturen mit mehreren Unternehmen in einem Konto sind ausgeschlossen.

Die Unternehmensgruppe ist in allen Fällen sinnvoll. Sie ist ein Container, in dem die Profile liegen und in dem du Zugriffe für dein Team einmal vergibst statt je Standort. Wenn ein Mitarbeiter geht, entfernst du ihn aus der Gruppe, nicht aus fünfzehn Profilen. Die Gruppe ist außerdem das, was du später im Merchant Center hinterlegst, wenn du Ladenbestand bei Google zeigen willst.

Die Bestätigungswege für einzelne Profile beschreibt die Google-Hilfe zur Bestätigung von Unternehmensprofilen, die Bedingungen der Sammelbestätigung die Hilfeseite Unternehmensprofile im Bulk bestätigen.

Schritt für Schritt: Standorte anlegen

1. Bestandsaufnahme

Suche jeden Standort bei Google Maps, mit Name und mit Adresse. Oft existieren bereits Profile, angelegt von Google aus öffentlichen Daten oder von einem früheren Mitarbeiter, dessen Konto niemand mehr kennt. Halte fest: Profil vorhanden oder nicht, beansprucht oder nicht, Inhaber bekannt oder nicht.

2. Filialcodes vergeben

Jeder Standort bekommt einen kurzen, eindeutigen Code, zum Beispiel „BER-MITTE“ oder „0042“. Der Code steht im Profil, in deiner Standortliste, im Kassensystem und später in den Bestandsdaten fürs Merchant Center. Er ist der Schlüssel, der alle Systeme verbindet, und er ändert sich nie.

3. Unternehmensgruppe anlegen

In der Verwaltung für mehrere Standorte legst du eine Gruppe an, benennst sie nach dem Unternehmen und lädst die Personen ein, die Standorte pflegen. Rollen: Inhaber für die Verantwortlichen, Administrator für alle, die Inhalte ändern, aber keine Zugriffe vergeben sollen.

4. Standorte anlegen oder in die Gruppe holen

Vorhandene Profile beanspruchst du und verschiebst sie in die Gruppe; fehlende legst du an. Alternativ füllst du Googles Vorlage für den Tabellen-Import. Pflicht sind darin laut Google-Hilfe der Filialcode (bis 64 Zeichen), der Name (bis 100 Zeichen), die Adresse, die Hauptkategorie und mindestens Telefon oder Website; optional kommen Öffnungszeiten je Wochentag, Beschreibung, Eröffnungsdatum, Fotos, Labels und Attribute dazu. Fülle die Tabelle einmal vollständig aus; sie ist danach auch dein Werkzeug für Änderungen an vielen Standorten gleichzeitig.

5. Bestätigen

Unter zehn Profilen bestätigst du jeden Standort einzeln. Ab zehn beantragst du die Sammelbestätigung; Google prüft dann das Unternehmen als Ganzes statt jeden Standort. Die Tabelle muss dafür alle Profile enthalten, die du verwaltest – Google weist ausdrücklich darauf hin, dass die Zahl der Profile zur tatsächlichen Größe des Unternehmens passen muss und Nachweise verlangt werden können. Plane einige Wochen ein und rechne mit Rückfragen.

6. Daten vereinheitlichen

Erst wenn alle Profile in der Gruppe sind, gehst du Feld für Feld durch alle Standorte. Das ist der Abschnitt, in dem die meiste Sichtbarkeit gewonnen oder verloren wird.

Einheitliche Daten: die Regeln je Feld

FeldRegelHäufiger Fehler
Nameüberall identisch, so wie am Geschäft; kein angehängter Ort„Sportladen Müller Schwabing“ neben „Sportladen Müller“
Hauptkategoriefür gleichartige Standorte dieselbeein Standort „Sportgeschäft“, der nächste „Schuhgeschäft“
Weitere Kategorienje Standort passend zum tatsächlichen Angebot; Google erlaubt bis zu neun Zusatzkategorienüberall alle neun ausgereizt, auch ohne passendes Angebot
AdresseSchreibweise wie bei der Post, identisch mit der Website„Str.“ hier, „Straße“ dort
Telefonlokale Nummer des Standorts, nicht die Zentralezentrale Hotline bei allen Profilen
WebsiteLink auf die Standortseite dieses Standortsalle auf die Startseite
Öffnungszeitenje Standort aktuell, Sonderzeiten für Feiertage und Urlaubein Standort vergessen, Google zeigt „geöffnet“
Beschreibunggemeinsamer Kern, ein Absatz je Standort spezifischidentischer Text überall
Fotosechte Fotos des jeweiligen StandortsStockbilder oder Bilder eines anderen Standorts
Leistungen, Produktewas dieser Standort wirklich bietetLeistungen der Zentrale bei allen

Der Grundsatz: Alles, was das Unternehmen betrifft, ist überall gleich. Alles, was den Standort betrifft, ist je Standort anders und echt.

Standortseiten auf der Website

Jedes Profil verlinkt auf eine Seite, und diese Seite sollte den Standort meinen, nicht das Unternehmen. Eine Standortseite braucht:

  • Name, Adresse, Telefon in derselben Schreibweise wie im Profil
  • Öffnungszeiten, die mit dem Profil übereinstimmen und aus derselben Quelle gepflegt werden
  • Anfahrt, Parken, Erreichbarkeit
  • Sortiment und Leistungen dieses Standorts, mit Unterschieden zu den anderen
  • Fotos des Standorts und des Teams
  • häufige Fragen dieses Standorts
  • LocalBusiness-Auszeichnung mit den Daten dieses Standorts
  • eine eindeutige, sprechende URL wie /filialen/berlin-mitte/

Was nicht funktioniert: eine Vorlage mit ausgetauschtem Ortsnamen. Solche Seiten sind für Google austauschbar und ranken gegeneinander statt für sich. Wenn dir für einen Standort nichts Eigenes einfällt, ist die Seite noch nicht fertig. Mehr zur Rolle der Website im lokalen Ranking steht im Local-SEO-Leitfaden.

Ein Standortfinder auf der Website, der alle Standorte listet und auf die Einzelseiten verlinkt, sorgt dafür, dass jede Standortseite intern erreichbar ist und Besucher den nächsten Laden finden.

Zuordnung von Klicks je Standort

Wenn alle Profile auf die Website verlinken, willst du wissen, welcher Standort die Klicks bringt. Zwei Wege: Der Website-Link im Profil zeigt ohnehin auf die jeweilige Standortseite, so dass du in GA4 die Aufrufe je Seite sehen kannst. Zusätzlich kannst du die Links mit UTM-Parametern versehen, die Quelle und Standort kennzeichnen. Wie du das ohne Chaos in den Berichten machst, steht unter UTM-Parameter für Online-Shops.

Bewertungen und Beiträge je Standort

Bewertungen gehören zum Standort, an dem der Kunde war. Das ist richtig so, macht aber zwei Dinge nötig:

Jemand antwortet je Standort. Am besten die Person, die den Laden führt, mit einem gemeinsamen Ton und einigen Vorgaben aus der Zentrale. Antworten der Zentrale auf alle Bewertungen wirken unpersönlich; keine Antworten wirken desinteressiert. Wie gute Antworten aussehen und wie du mit Kritik umgehst, steht unter Auf Google-Bewertungen antworten.

Die Bewertungsbitte läuft an jedem Standort gleich. Ein Link oder QR-Code je Standort, der auf das richtige Profil zeigt, an der Kasse und auf dem Bon. Ohne Anreize, ohne Vorauswahl. Wenn ein Standort deutlich weniger Bewertungen sammelt als die anderen, ist das fast immer ein Prozessproblem vor Ort und kein Kundenproblem.

Beiträge im Profil kannst du je Standort veröffentlichen. Zentrale Aktionen gehen an alle, lokale Anlässe nur an den betroffenen Standort. Ein Standort, der an einem Straßenfest teilnimmt, braucht dafür keinen Beitrag in der Nachbarstadt.

Standorte vergleichen

Mehrere Standorte haben einen Vorteil, den ein einzelner nicht hat: Du kannst vergleichen. Die Statistiken des Unternehmensprofils zeigen je Standort, wie oft das Profil gefunden wurde, über welche Suchbegriffe, und wie viele Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks es gab. Den Zeitraum stellst du oben im Bericht ein, und du kannst die Daten als Tabelle herunterladen.

Ein Hinweis aus der Praxis: Die Statistiken reichen nur begrenzt zurück, erfahrungsgemäß etwa sechs Monate. Lade sie deshalb monatlich herunter und lege sie in einer eigenen Tabelle ab, sonst fehlt dir später der Vorjahresvergleich.

Was du daraus liest:

  • Ein Standort mit deutlich weniger Aufrufen bei ähnlicher Lage. Prüfe Kategorien, Fotos, Bewertungen und ob das Profil überhaupt vollständig ist.
  • Viele Aufrufe, wenige Routenanfragen. Öffnungszeiten, Bewertungen oder Fotos schrecken ab, oder die Kategorie zieht die falschen Suchenden an.
  • Suchbegriffe, die nur an einem Standort auftauchen. Ein Hinweis, welche Leistungen dort nachgefragt werden und in den anderen Profilen fehlen.

Für das Ranking im Kartenpaket ist ein Blick auf die Statistiken nicht genug, weil die Ergebnisse je Standort des Suchenden anders aussehen. Eine Raster-Messung rund um jeden Laden zeigt, wie weit die Sichtbarkeit reicht und wo sie abbricht. In ecomando legst du dafür je Standort ein Raster an und vergleichst die Standorte untereinander. Wie die Messung funktioniert, steht unter Google-Maps-Ranking verbessern.

Typische Fehler bei mehreren Standorten

  1. Doppelte Profile. Ein alter Eintrag vom Vorbesitzer, ein neuer von dir. Beide sammeln Bewertungen, beide verwirren Google. Duplikate beanspruchen und zusammenführen lassen oder als Duplikat melden.
  2. Zentrale Telefonnummer überall. Google und Kunden können den Standort nicht eindeutig zuordnen; Anrufe landen in der Warteschleife statt im Laden.
  3. Ortsname im Unternehmensnamen. Bringt kurzfristig vielleicht Sichtbarkeit, verstößt aber gegen die Richtlinien und gefährdet alle Profile der Gruppe.
  4. Umzug als neues Profil. Bei einem Umzug die Adresse im bestehenden Profil ändern; so bleiben Bewertungen und Historie erhalten. Ein neues Profil startet bei null und hinterlässt ein Duplikat.
  5. Geschlossene Standorte nicht markiert. Ein geschlossener Laden, der als geöffnet gelistet ist, produziert Fehlfahrten und schlechte Bewertungen. Als dauerhaft geschlossen markieren.
  6. Zugriffe an Personen statt an Rollen. Der Inhaber aller Profile ist der frühere Marketingleiter mit privatem Konto. Inhaberschaft immer auf ein Unternehmenskonto legen, Personen als Administratoren.
  7. Standortseiten aus der Vorlage. Fünfzehn identische Seiten mit ausgetauschtem Ort; keine rankt.

Checkliste für mehrere Standorte

  • Liste aller Standorte mit Filialcode, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten, verantwortlicher Person
  • Jeder Standort bei Google Maps gesucht, vorhandene Profile beansprucht
  • Unternehmensgruppe angelegt, Inhaberschaft auf Unternehmenskonto
  • Alle Profile in der Gruppe, Rollen vergeben
  • Ab zehn Standorten: Tabelle vollständig, Sammelbestätigung beantragt
  • Name, Hauptkategorie, Adressschreibweise über alle Standorte einheitlich
  • Lokale Telefonnummer und eigener Website-Link je Standort
  • Öffnungszeiten und Sonderzeiten je Standort aktuell, eine Pflegequelle
  • Echte Fotos je Standort
  • Standortseite je Standort mit eigenem Inhalt und LocalBusiness-Auszeichnung
  • Standortfinder auf der Website
  • Bewertungsbitte je Standort eingerichtet, Antwortverantwortung geklärt
  • Statistiken je Standort monatlich verglichen, Raster-Messung je Standort eingerichtet
  • Duplikate geprüft, geschlossene Standorte markiert

Reihenfolge, wenn du heute anfängst

Zuerst Bestandsaufnahme und Filialcodes, dann Gruppe und Zugriffe, dann Bestätigung, dann die Vereinheitlichung Feld für Feld. Standortseiten und Bewertungsprozess kommen danach, weil sie auf korrekten Profildaten aufbauen. Die Vergleichsmessung richtest du am ersten Tag ein, damit du am Ende siehst, was sich verändert hat, und nicht nur, dass es sich verändert hat.

Häufige Fragen

Braucht jeder Standort ein eigenes Google-Unternehmensprofil?

Ja, jeder Standort, den Kunden zu Öffnungszeiten besuchen können, bekommt ein eigenes Profil mit eigener Adresse, eigenen Zeiten und eigener Telefonnummer. Lager, reine Büros ohne Kundenkontakt oder Postadressen bekommen keines. Ein Profil, das mehrere Adressen abdecken soll, verstößt gegen die Richtlinien.

Was ist eine Unternehmensgruppe im Google-Unternehmensprofil?

Eine Unternehmensgruppe fasst mehrere Profile zusammen, damit ein Team sie gemeinsam verwalten kann. Zugriffe werden auf Gruppenebene vergeben, statt für jeden Standort einzeln. Sie ist auch die Grundlage für die Verknüpfung mit dem Merchant Center bei mehreren Filialen.

Ab wie vielen Standorten kann ich Profile per Tabelle anlegen?

Der Import per Tabelle hat keine Mindestzahl; du kannst ihn ab dem zweiten Standort nutzen. An zehn oder mehr Profile desselben Unternehmens gebunden ist die Sammelbestätigung. Darunter bestätigst du jeden Standort einzeln, kannst die Profile aber trotzdem in einer Unternehmensgruppe verwalten.

Darf ich den Stadtnamen an den Unternehmensnamen anhängen?

Nur, wenn er tatsächlich Teil deines Namens ist, so wie er am Geschäft steht und im Alltag verwendet wird. Ein angehängter Ort oder Stadtteil, der nur der Suche dienen soll, verstößt gegen die Namensrichtlinien und kann zu Sperrungen führen. Der Standort wird über Adresse und Karte erkannt, nicht über den Namen.

Wie verhindere ich doppelte Profile bei mehreren Standorten?

Vor dem Anlegen bei Google Maps nach jedem Standort suchen, vorhandene Profile beanspruchen statt neu anlegen, und eindeutige Filialcodes vergeben. Bei Umzügen das bestehende Profil ändern statt ein neues zu erstellen; alte Adressen als geschlossen markieren.

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