UTM-Parameter für Shops: Namenskonvention, Vorlage, Fehler
So baust du UTM-Parameter, die GA4 richtig einsortiert: feste Werte für Quelle und Medium, Vorlage zum Kopieren und die Fehler, die Kanäle unsichtbar machen.

Inhalt
Ohne UTM-Parameter weiß GA4 nicht, dass ein Besucher aus deinem Newsletter, deinem Instagram-Profil oder dem Flyer im Paket kommt. Er landet unter Direct oder Referral, und der Kanal, der vielleicht am besten verkauft, taucht in keinem Bericht auf. Mit falschen UTM-Parametern ist es nicht besser: Dann steht der Traffic unter „Nicht zugeordnet“. Dieser Artikel liefert eine Namenskonvention, die zu den Regeln von GA4 passt, eine Vorlage zum Kopieren und die Fehler, die du danach nicht mehr machst.
Die Grundlagen, also was die fünf Parameter sind und wie GA4 daraus Kanäle bildet, stehen im Artikel zur Analyse der Traffic-Quellen. Hier geht es um das Regelwerk für den Alltag.
Die Regel, die alles andere bestimmt
GA4 ordnet Sitzungen anhand von Quelle und Medium in Standardkanalgruppen ein. Die Regeln sind fest und öffentlich, und sie sind streng. Zwei Beispiele, die fast jeden Shop betreffen:
- Der Kanal Email akzeptiert als Medium nur
email,e-mail,e_mailodere mail. Einutm_medium=newsletterpasst nicht und landet unter „Nicht zugeordnet“. - Der Kanal Paid Search braucht zwei Dinge gleichzeitig: ein bezahltes Medium (
cpc,ppc,paidund Varianten) und eine Quelle, die auf Googles Liste der Suchmaschinen steht. Medium allein reicht nicht. Dasselbe gilt für Paid Social mit der Liste sozialer Netzwerke.
Daraus folgt die wichtigste Regel für deine Konvention: Das Medium beschreibt die Art des Kanals in GA4-Vokabular, nicht deinen internen Namen dafür. Was du intern „Newsletter“, „Insta-Story“ oder „Partnermailing“ nennst, gehört in Quelle oder Kampagne, nie ins Medium.
Die Namenskonvention
Fünf Parameter, jeder mit einer festen Aufgabe:
| Parameter | Aufgabe | Erlaubte Werte (Beispiel) | Pflicht |
|---|---|---|---|
utm_medium | Kanalart in GA4-Vokabular | email, social, cpc, referral, affiliate, display | ja |
utm_source | Konkrete Plattform oder Absender | newsletter, instagram, facebook, pinterest, partnername, paketbeilage | ja |
utm_campaign | Anlass mit Datum | herbstaktion-2026-09, nl-2026-kw38, launch-produktname | immer setzen |
utm_content | Variante innerhalb der Kampagne | banner-oben, textlink, story-1, cta-button | optional |
utm_term | Suchbegriff, nur bei manuell getaggter Suchwerbung | sneaker-damen | selten |
Fünf Schreibregeln:
- Nur Kleinbuchstaben. Für die Kanalzuordnung ist die Schreibweise zwar egal, in den Berichten führt GA4
Instagramundinstagramaber als zwei Zeilen. - Keine Leerzeichen, keine Umlaute, keine Sonderzeichen. Wörter mit Bindestrich trennen.
- Kampagnennamen beginnen mit dem Anlass und enden mit Jahr und Monat oder Kalenderwoche. So sortieren sie sich im Bericht von selbst.
- Jeder Wert steht in einer Liste. Was nicht in der Liste steht, wird nicht verwendet, sondern erst eingetragen.
- Eine Person ist für die Liste zuständig. Ohne Verantwortlichen wächst sie in drei Monaten auf
fb,facebook,metaundFacebook.
Google nennt in der Hilfe zum Kampagnen-URL-Generator zusätzlich utm_id und utm_source_platform. utm_id ist eine Kampagnen-ID, die du für den Import von Kostendaten brauchst; für die meisten kleinen Shops ist sie entbehrlich. Wenn du sie nutzt, halte sie eindeutig je Kampagne.
Vorlage: die Werteliste für einen Shop
Kopiere diese Tabelle in ein geteiltes Dokument und passe sie an. Sie deckt die Kanäle ab, die ein kleiner bis mittlerer Shop selbst verlinkt.
| Kanal | utm_source | utm_medium | utm_campaign (Muster) | Landet in GA4 unter |
|---|---|---|---|---|
| Newsletter regulär | newsletter | email | nl-2026-kw38 | |
| Automatisierte Mails (Willkommen, Warenkorb) | newsletter | email | auto-willkommen, auto-warenkorb | |
| Transaktionsmails mit Angebot | shop | email | bestellbestaetigung-cross | |
| Instagram-Profil und Stories, unbezahlt | instagram | social | story-2026-09-herbst | Organic Social |
| Facebook-Seite, unbezahlt | facebook | social | post-2026-09-herbst | Organic Social |
| Pinterest, unbezahlt | pinterest | social | pin-kategorie-name | Organic Social |
| Meta Ads (Facebook, Instagram) | facebook oder instagram | cpc | Name aus dem Werbekonto | Paid Social |
| TikTok Ads | tiktok | cpc | Name aus dem Werbekonto | Paid Social |
| Partner, Blogger, Kooperation | partnername | referral | koop-2026-09 | Referral |
| Affiliate-Netzwerk | netzwerkname | affiliate | affiliate-standard | Affiliates |
| Paketbeilage, Flyer, Visitenkarte (QR-Code) | paketbeilage, flyer | referral | qr-2026-h2 | Referral |
| Bannerplatz auf fremder Seite | seitenname | display | banner-2026-09 | Display |
| Google Ads | keine UTM, automatisches Tagging | Paid Search, Paid Shopping, Cross-network |
Zu drei Zeilen ein Hinweis:
Offline-Medien haben in GA4 keine eigene Gruppe. referral ist ein pragmatischer Kompromiss: Der Traffic ist einer erkennbaren Quelle zugeordnet, und über die Quelle flyer oder paketbeilage bleibt er filterbar. Wer es getrennt sehen will, legt eine benutzerdefinierte Kanalgruppe an.
Bezahltes Social braucht als Quelle einen Namen von Googles Social-Liste, also facebook, instagram, tiktok, pinterest. Mit utm_source=meta bist du nicht sicher, dass die Zuordnung greift. Im Meta-Werbeanzeigenmanager kannst du im URL-Parameter-Feld dynamische Platzhalter für Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Anzeigennamen verwenden, sodass utm_campaign automatisch den Namen aus dem Werbekonto trägt. Wie du die Kampagnen dort aufsetzt, beschreibt der Artikel zu Meta Ads für Online-Shops.
Google Ads bekommt keine UTM-Parameter. Das automatische Tagging über den gclid-Parameter liefert Kampagne, Anzeigengruppe, Keyword und Kosten in GA4, sofern beide Konten verknüpft sind. Eigene Parameter können diese Zuordnung überschreiben.
So sieht ein fertiger Link aus
Beispiel für den Newsletter zur Herbstaktion, Link auf eine Kategorieseite:
https://www.deinshop.de/collections/herbst?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=herbstaktion-2026-09&utm_content=banner-oben
Aufbau: Basis-URL, dann ein Fragezeichen, dann die Parameter mit Und-Zeichen verbunden. Hat die URL bereits einen Parameter (etwa eine Sortierung), hängst du die UTM-Werte mit & an, nicht mit einem zweiten ?.
Prüfe jeden neuen Linktyp einmal: Link im privaten Fenster öffnen, im Banner zustimmen, in der DebugView von GA4 das Ereignis session_start ansehen. Dort müssen Quelle, Medium und Kampagne so stehen, wie du sie gesetzt hast. Erscheint stattdessen „(not set)“, liegt es fast immer an der Reihenfolge von Consent-Banner und Tag; die Ursachen erklärt der Artikel zu „Nicht zugeordnet“ und „(not set)“ in GA4.
Die typischen Fehler
Medium als Freitext. newsletter, mail, insta, koop. Jeder dieser Werte landet unter „Nicht zugeordnet“. Medium ist Vokabular, kein Name.
Quelle und Medium vertauscht. utm_source=email&utm_medium=newsletter. GA4 prüft für Email zwar auch die Quelle, aber der Rest deiner Konvention bricht. Halte die Reihenfolge: Medium ist die Art, Quelle der Absender.
Interne Links getaggt. Ein Banner auf der Startseite mit utm_campaign=herbstaktion startet für GA4 eine neue Kampagnenzuordnung. Der ursprüngliche Kanal der Sitzung ist weg, der Kauf wird dem Banner zugeschrieben. Interne Aktionen misst du über eigene Ereignisse oder über Parameter ohne utm_-Präfix.
Newsletter-Tool und Handarbeit parallel. Viele E-Mail-Tools setzen UTM-Parameter automatisch, mit eigenen Standardwerten. Wenn du zusätzlich von Hand taggst, stehen zwei Sätze Parameter in der URL, und der Bericht zeigt Mischformen. Entscheide dich für eine Stelle, meist die Tool-Einstellung, und trage dort deine Werte ein.
Weiterleitungen, die Parameter verschlucken. Kurzlinks, Linktree-Seiten oder eine Weiterleitung von http auf https können Parameter verlieren. Teste den vollständigen Weg vom Klick bis zur Zielseite und prüfe, ob die Parameter in der Adresszeile ankommen.
Schreibvarianten und Tippfehler. Herbstaktion und herbstaktion, instagram und instgram. Jede Variante ist eine eigene Zeile im Bericht, und ein Tippfehler in der Quelle kann die Kanalzuordnung kippen. Die Werteliste und ein einziger Link-Generator für alle im Team sind die Lösung.
Kampagnen ohne Datum. newsletter als Kampagnenname für jede Aussendung. Nach einem Jahr kannst du keine Aussendung mehr auswerten. Kalenderwoche oder Datum in den Namen.
UTM auf Google-Ads-Links. Siehe oben. Wenn du für Reporting außerhalb von GA4 unbedingt Parameter brauchst, nutze die Tracking-Vorlage in Google Ads mit ValueTrack-Parametern und lasse das automatische Tagging an.
Was UTM-Parameter außerhalb von GA4 tun
Die Parameter stehen in der URL, deshalb lesen sie auch andere Systeme. Shopify wertet UTM-Parameter in seinen eigenen Berichten zu Marketing und Verweisquellen aus, Newsletter-Tools zeigen Umsatz je Aussendung, wenn sie mit dem Shop verbunden sind. Eine gemeinsame Konvention sorgt dafür, dass diese Systeme dieselben Namen zeigen. Wie du daraus Newsletter-Kennzahlen wie Umsatz je Mail ableitest, ist ein eigener Artikel.
Zwei Grenzen: UTM-Parameter messen Klicks, keine Sichtkontakte. Ein Kunde, der die Mail liest und später den Shopnamen googelt, zählt als Organic Search oder Direct. Und nach einem Klick gilt die Kampagnenzuordnung nur für diese Sitzung; kauft der Kunde drei Tage später, entscheidet das Attributionsmodell, wie viel davon dem Newsletter zugeschrieben wird.
Checkliste vor jeder Kampagne
- Alle Links über denselben Generator oder dieselbe Tool-Vorlage erzeugt
-
utm_mediumaus der erlaubten Liste, kein Freitext -
utm_sourceaus der Werteliste, kleingeschrieben -
utm_campaignmit Anlass und Datum - Keine UTM-Parameter auf internen Links und Google-Ads-Anzeigen
- Ein Testklick durch alle Weiterleitungen, Parameter kommen auf der Zielseite an
-
session_startin der DebugView zeigt die gesetzten Werte - Kampagne in der Werteliste eingetragen, mit Startdatum
Nach der Kampagne lohnt der Blick zurück: Welche Variante aus utm_content hat verkauft, welche Quelle hat Sitzungen ohne Umsatz gebracht? Wie du das strukturiert auswertest und für das nächste Jahr festhältst, steht im Artikel zum Auswerten einer Kampagne. In ecomando siehst du die Kanäle aus GA4 unter Traffic; sauber gesetzte Parameter sind die Voraussetzung dafür, dass dort E-Mail, Social und Partner als eigene Zeilen erscheinen.
Häufige Fragen
Welche UTM-Parameter sind Pflicht?
utm_source und utm_medium, weil GA4 ohne Medium keine Kanalgruppe bilden kann. Google empfiehlt zusätzlich immer utm_campaign. utm_content und utm_term sind optional und für Varianten innerhalb einer Kampagne gedacht.
Welches utm_medium muss ich für den Newsletter verwenden?
email. GA4 ordnet dem Kanal Email nur die Medium-Werte email, e-mail, e_mail und e mail zu. Mit utm_medium=newsletter landet der Traffic unter „Nicht zugeordnet“. Den Namen des Newsletters schreibst du in utm_source oder utm_campaign.
Soll ich Google-Ads-Links mit UTM-Parametern versehen?
Nein, wenn Google Ads mit GA4 verknüpft ist und das automatische Tagging aktiv ist. Es liefert Kampagne, Anzeigengruppe und Keyword automatisch. Eigene UTM-Parameter können diese Zuordnung überschreiben und du verlierst Details.
Unterscheidet GA4 Groß- und Kleinschreibung bei UTM-Werten?
In den Berichten ja: utm_source=Newsletter und utm_source=newsletter erscheinen als zwei Zeilen. Bei den Regeln für die Standardkanalgruppen unterscheidet GA4 dagegen laut Google nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung. Schreibe alle Werte trotzdem konsequent klein, damit deine Tabellen lesbar bleiben.
Darf ich interne Links im Shop mit UTM-Parametern versehen?
Nein. Ein UTM-Link innerhalb der eigenen Website startet in GA4 eine neue Kampagnenzuordnung und überschreibt die echte Quelle der Sitzung. Für interne Banner und Aktionen nutzt du stattdessen eigene Ereignisse oder Parameter ohne utm-Präfix.


