Lokale Inventaranzeigen: Ladenbestand bei Google zeigen
Lokale Inventaranzeigen und lokale Produkteinträge: Voraussetzungen, Bestandsdaten im Merchant Center, Bestandsprüfung, Abholoptionen. Mit Checkliste.

Inhalt
Ein Kunde sucht abends nach einem Produkt, das bei dir im Regal liegt. Google zeigt ihm fünf Versender mit Lieferung in zwei bis drei Tagen. Dich zeigt es nicht, obwohl er es morgen früh hätte abholen können, weil Google von deinem Ladenbestand nichts weiß. Lokale Produkteinträge und lokale Inventaranzeigen schließen diese Lücke: Sie zeigen deinen Bestand vor Ort direkt in der Suche, in Maps und im Shopping-Tab. Dieser Artikel erklärt, welche Voraussetzungen Google stellt, wie die Bestandsdaten ins Merchant Center kommen, was die Bestandsprüfung verlangt und welche Abholoptionen du anbieten kannst.
Was Google anzeigt
Wer in der Nähe deines Ladens nach einem Produkt sucht, sieht dein Angebot mit dem Hinweis, dass es im Geschäft verfügbar ist, dazu Preis, Entfernung und ob der Laden gerade offen ist. Ein Klick führt je nach Einrichtung auf eine von Google gehostete Seite mit deinem Ladensortiment oder direkt auf deine Produktseite, die die Verfügbarkeit vor Ort zeigt.
Es gibt zwei Programme, die dieselben Daten nutzen:
| Lokale Produkteinträge | Lokale Inventaranzeigen | |
|---|---|---|
| Kosten | kostenlos | Klickpreis über Google Ads |
| Flächen | Shopping-Tab, Google Maps, Unternehmensprofil, Suche | zusätzlich Anzeigenflächen in Suche und Shopping |
| Steuerung | über Merchant Center | über Merchant Center plus Shopping- oder Performance-Max-Kampagne |
| Sinnvoll für | jeden Laden mit gepflegtem Bestand | Läden, die gezielt Reichweite im Umkreis kaufen wollen |
Die Reihenfolge ergibt sich daraus: erst die kostenlosen Einträge zum Laufen bringen, dann entscheiden, ob Anzeigen dazukommen. Wie die kostenlosen Einträge für Versandprodukte funktionieren, steht unter Kostenlose Produkteinträge bei Google; die lokale Variante setzt darauf auf.
Voraussetzungen für lokale Inventaranzeigen
Jeder Punkt ist ein Ausschlusskriterium. Prüfe sie, bevor du Daten aufbereitest.
- Merchant-Center-Konto mit bestätigter und beanspruchter Website. Wenn du das noch nicht hast, beginne mit der Merchant-Center-Anleitung.
- Google-Unternehmensprofil je Filiale, bestätigt, mit korrekter Adresse und Öffnungszeiten. Ohne Profil gibt es keinen Ort, an dem Google den Bestand anzeigen könnte.
- Verknüpfung von Unternehmensprofil und Merchant Center. Im Merchant Center hinterlegst du dafür das Profil beziehungsweise die Unternehmensgruppe, die deine Filialen enthält.
- Filialcodes. Jede Filiale bekommt im Unternehmensprofil einen eindeutigen Code. Genau dieser Code steht später in den Bestandsdaten und stellt die Zuordnung her.
- Produktdaten, die den Shopping-Anforderungen entsprechen: Pflichtattribute, eindeutige IDs, Bilder, GTIN wo vorhanden. Was hier oft fehlt, steht unter Produktfeed optimieren.
- Bestandsdaten je Filiale, regelmäßig aktualisiert.
- Teilnahme am lokalen Programm im Merchant Center für das jeweilige Land aktiviert.
- Bestandsprüfung bestanden, siehe unten.
Die verbindliche Beschreibung der Programme und der unterstützten Länder steht in der Merchant-Center-Hilfe zu lokalen Inventaranzeigen.
Die Daten: Produkte und Bestände getrennt
Das Prinzip ist einfach, wenn du die zwei Ebenen auseinanderhältst.
Produktebene. Was ist das Produkt? Titel, Beschreibung, Bild, Marke, GTIN, Kategorie, Link. Das sind dieselben Daten wie für deinen Online-Feed. Für die lokale Nutzung muss der Feed für das lokale Programm freigegeben sein; bei Produkten, die nur im Laden und nicht online verkauft werden, gibt es Attribute, die das kennzeichnen.
Bestandsebene. Wo liegt das Produkt und zu welchem Preis? Je Filiale und Produkt ein Datensatz mit Filialcode, Produkt-ID, Verfügbarkeit, Menge und Preis. Hier kannst du auch abweichende Ladenpreise und Aktionspreise je Filiale hinterlegen, wenn sie mit dem Preis im Laden übereinstimmen.
Für die Verfügbarkeit sind vier Werte zulässig: „Auf Lager“, „Begrenzte Verfügbarkeit“, „Ausstellungsstück, bestellbar“ und „Nicht auf Lager“. Der dritte ist für Möbel, Fahrräder oder Geräte nützlich, die du im Laden zeigst, aber nicht für jeden Kunden vorrätig hast.
Zwei Wege, die Bestandsdaten zu liefern
Feed-Datei. Du exportierst den Bestand aus Kasse oder Warenwirtschaft als Tabelle und lieferst sie ans Merchant Center, zum Beispiel per regelmäßigem Abruf von deinem Server. Das funktioniert mit jedem System, das Bestand je Filiale exportieren kann, verlangt aber, dass jemand den Export und die Aktualität im Blick hat.
Anbindung. Manche Shop- und Kassensysteme oder Bestandspartner übertragen den Ladenbestand direkt ans Merchant Center; Google nennt in der Hilfe die Möglichkeit, Ladenbestand automatisch aus dem Onlineshop zu übernehmen. Ob und wie dein System das unterstützt, steht in dessen Dokumentation. Dieser Weg spart Pflege, ist aber nur so gut wie der Bestand in deinem System.
Unabhängig vom Weg gilt: Der Bestand im System muss stimmen. Ein Laden, der Ware verkauft, ohne sie zu scannen, oder Retouren nicht zurückbucht, liefert Google falsche Daten, und Google merkt das.
Schritt für Schritt einrichten
- Unternehmensprofile prüfen. Jede Filiale bestätigt, Adresse und Öffnungszeiten korrekt, Filialcode vergeben. Bei mehreren Filialen lohnt sich eine Unternehmensgruppe für mehrere Standorte, die alle enthält.
- Profil mit Merchant Center verknüpfen. Im Merchant Center das Unternehmensprofil beziehungsweise die Gruppe hinterlegen und die Verknüpfung auf beiden Seiten bestätigen.
- Lokales Programm aktivieren. Für das Land, in dem deine Läden stehen, die lokalen Produkteinträge und bei Bedarf die lokalen Inventaranzeigen im Merchant Center hinzufügen.
- Produktdaten freigeben. Den bestehenden Produktfeed für das lokale Programm nutzen oder einen eigenen lokalen Produktfeed anlegen, wenn Ladensortiment und Onlinesortiment sich stark unterscheiden.
- Bestandsdaten liefern. Lokalen Produktbestandsfeed anlegen oder die Anbindung einrichten. Erste Übertragung prüfen: Stimmen Filialcodes, IDs und Mengen?
- Landingpage wählen. Von Google gehostete Ladenseite oder eigene Produktseiten mit Verfügbarkeit vor Ort (siehe unten).
- Bestandsprüfung anstoßen. Ansprechpartner hinterlegen, Bestand plausibel halten, Rückfragen beantworten.
- Nach Freigabe prüfen. Diagnose im Merchant Center auf abgelehnte Produkte je Filiale, Stichprobe in der Google-Suche vom Standort des Ladens aus.
- Optional Anzeigen anlegen. Eine Shopping- oder Performance-Max-Kampagne in Google Ads für lokale Produkte aktivieren und über die Standortausrichtung den Umkreis um die Filialen wählen.
Die Bestandsprüfung
Bevor Google Ladenbestand anzeigt, prüft es, ob deine Angaben stimmen. Das Verfahren im Detail beschreibt die Hilfe; wichtig ist, was du dafür brauchst:
- Einen Ansprechpartner, der Rückfragen zum Bestand beantworten kann und im Merchant Center hinterlegt ist.
- Bestandsdaten, die zur Realität passen. Google vergleicht stichprobenartig gemeldete Bestände mit dem, was tatsächlich vorrätig ist. Wer Mengen meldet, die nicht im Regal liegen, fällt durch.
- Plausible Mengen. Ein Bestand von 999 bei jedem Produkt ist ein Warnsignal, ebenso Preise, die nicht zum Ladenpreis passen.
- Aktuelle Daten über den Zeitraum der Prüfung hinaus. Die Prüfung ist keine einmalige Hürde; auffällige Abweichungen können später zu Einschränkungen führen.
Plane die Prüfung ein, bevor du sie brauchst. Wenn du Anzeigen zu einem bestimmten Datum starten willst, richte die Daten mehrere Wochen vorher ein.
Landingpage: Google-Seite oder eigene Produktseite
Standardmäßig führt ein Klick auf eine von Google gehostete Seite, die dein Produkt mit Ladenverfügbarkeit, Adresse und Öffnungszeiten zeigt. Das ist schnell eingerichtet und braucht keine Änderungen am Shop, hält den Kunden aber bei Google.
Alternativ leitet der Klick auf deine eigene Produktseite. Dafür muss die Seite die Verfügbarkeit in der jeweiligen Filiale, den Ladenpreis und die Filialangaben anzeigen und diese Informationen für Google erkennbar machen. Das ist mehr Aufwand, bringt den Kunden aber in deinen Shop, wo er Abholung buchen, Zubehör sehen und dein Bewertungsprofil finden kann. Für Shops mit funktionierender Abholung ist das in der Regel die bessere Wahl.
Abholoptionen
Ladenbestand zu zeigen ist die eine Hälfte. Die andere ist, dem Kunden zu sagen, wie er an die Ware kommt. Google nennt in der Hilfe drei Abholvarianten, die du über Attribute in den Bestands- oder Produktdaten kennzeichnest:
| Variante | Bedeutung | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Abholung heute | Kunde kauft oder reserviert online und holt im Laden ab | Bestand je Filiale, Abholung im Checkout |
| Abholung später mit Bestandsdaten | Produkt ist gerade nicht im Laden, kann dort aber innerhalb einer zugesagten Frist abgeholt werden | Bestandsdaten plus Abholfrist je Produkt |
| Abholung später über Produktdaten | Abholung möglich, ohne dass du vollständige Bestandsdaten lieferst | Produktdaten mit Abholangaben und zugesagter Frist |
Die Variante ohne Bestandsdaten ist der einfachste Einstieg für Läden, deren Kasse keinen sauberen Bestand liefert: Du zeigst keine Verfügbarkeit vor Ort, aber du zeigst, dass der Kunde bei dir abholen kann.
In allen Fällen muss der Shop die Abholung tatsächlich anbieten: eine Abholoption im Checkout, eine Benachrichtigung, wenn die Ware bereitliegt, und einen Ablauf im Laden. Wie du Abholung und Rückgabe im Laden organisierst und mit dem restlichen Marketing verbindest, steht im Leitfaden Online-Shop und Ladengeschäft verbinden.
Pflege und typische Fehler
Preis passt nicht. Der Ladenpreis im Bestandsfeed weicht vom Preis auf der Landingpage oder vom Preis an der Kasse ab. Google lehnt das Angebot ab. Das ist derselbe Mechanismus wie bei Online-Produkten, siehe Preis stimmt nicht überein im Merchant Center.
Filialcode stimmt nicht. Im Unternehmensprofil steht „MUC01“, im Feed „muc-01“. Der Bestand landet nirgends. Codes einmal festlegen, in beiden Systemen identisch, nie ändern.
Bestand veraltet. Der Feed wird einmal pro Woche aktualisiert, die Ware ist seit Dienstag ausverkauft. Kunden kommen umsonst, und die Bestandsprüfung fällt negativ aus. Google verlangt für lokale Produktdaten mindestens eine tägliche Aktualisierung; bei bewegten Sortimenten planst du häufiger ein.
Öffnungszeiten falsch. Google zeigt „geöffnet“, der Laden ist zu. Sonderzeiten für Feiertage und Betriebsurlaub im Unternehmensprofil pflegen.
Produkt nur online im Feed. Ein Produkt, das du nicht im Laden führst, steht ohne Kennzeichnung im lokalen Feed und wird als „nicht vorrätig“ gemeldet, obwohl es nie vorrätig sein sollte. Ladensortiment und Onlinesortiment sauber trennen.
Niemand schaut in die Diagnose. Abgelehnte Angebote je Filiale sammeln sich, ohne dass es jemand merkt. Einmal pro Woche die Diagnose prüfen, oder einen Alarm einrichten, der bei steigenden Ablehnungen meldet.
Checkliste vor dem Start
- Website im Merchant Center bestätigt und beansprucht
- Unternehmensprofil je Filiale bestätigt, Adresse und Zeiten korrekt
- Filialcodes vergeben und dokumentiert
- Unternehmensprofil mit Merchant Center verknüpft
- Lokales Programm für das Land aktiviert
- Produktdaten vollständig, für lokale Nutzung freigegeben
- Bestandsdaten je Filiale mit Code, ID, Verfügbarkeit, Menge, Preis
- Aktualisierungsrhythmus festgelegt und technisch gesichert
- Ladenpreis, Feedpreis und Landingpage-Preis identisch
- Ansprechpartner für die Bestandsprüfung hinterlegt
- Landingpage-Variante gewählt und geprüft
- Abholoption im Shop eingerichtet, Ablauf im Laden festgelegt
- Diagnose wöchentlich geprüft
Realistische Einordnung
Lokale Einträge bringen keinen Traffic in der Größenordnung deiner organischen Suche oder deiner nationalen Shopping-Kampagnen. Ihr Wert liegt woanders: Sie erreichen genau die Suchenden, die heute kaufen wollen und in deiner Nähe sind, und sie geben dir gegenüber Versendern das Argument, das nur du hast. Ob es sich für dein Sortiment lohnt, siehst du nach einigen Wochen an der Zahl der Abholbestellungen und an den Klicks auf den Ladeneintrag im Merchant Center.
Häufige Fragen
Was sind lokale Inventaranzeigen?
Lokale Inventaranzeigen sind Shopping-Anzeigen, die einem Suchenden in der Nähe zeigen, dass ein Produkt in deinem Laden vorrätig ist, mit Preis, Entfernung und Öffnungszeit. Sie laufen über das Merchant Center und Google Ads und nutzen einen Bestand je Filiale zusätzlich zu den normalen Produktdaten.
Was ist der Unterschied zwischen lokalen Inventaranzeigen und lokalen Produkteinträgen?
Beide zeigen den Ladenbestand bei Google und nutzen dieselben Daten. Lokale Produkteinträge sind kostenlos und erscheinen in organischen Flächen wie dem Shopping-Tab, Google Maps und dem Unternehmensprofil; lokale Inventaranzeigen sind bezahlte Anzeigen, die zusätzlich über eine Google-Ads-Kampagne ausgespielt werden.
Welche Voraussetzungen brauche ich für lokale Inventaranzeigen?
Ein Merchant-Center-Konto mit bestätigter Website, ein bestätigtes Google-Unternehmensprofil je Filiale, die Verknüpfung von Profil und Merchant Center, Produktdaten mit lokalen Attributen und Bestandsdaten je Filiale, die regelmäßig aktualisiert werden. Google prüft außerdem, ob die gemeldeten Bestände stimmen.
Wie kommen Bestandsdaten aus dem Laden ins Merchant Center?
Entweder über einen lokalen Produktbestandsfeed, den du aus dem Kassen- oder Warenwirtschaftssystem exportierst und regelmäßig hochlädst, oder über eine Anbindung, die den Bestand automatisch überträgt. Voraussetzung ist in beiden Fällen ein Filialcode, der im Unternehmensprofil und in den Bestandsdaten identisch ist.
Wie oft muss ich den Ladenbestand aktualisieren?
Google verlangt für lokale Produktdaten mindestens eine Aktualisierung pro Tag und empfiehlt dasselbe für die Bestandsdaten. Bei schnell drehenden Sortimenten ist häufiger sinnvoll, damit Kunden vor Ort finden, was Google ihnen angezeigt hat. Veraltete Bestände führen zu Ablehnungen und enttäuschten Kunden.


