Saisonale Landingpage: eine URL, die jedes Jahr wieder rankt

Warum saisonale Landingpages eine feste URL ohne Jahreszahl brauchen, wie du sie außerhalb der Saison behandelst und was du jedes Jahr aktualisierst.

Redaktion ecomando7 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. Die zwei Fehler, die alles kosten
  2. Die Grundregeln
  3. Welche Seite die Landingpage sein sollte
  4. Aufbau einer saisonalen Landingpage
  5. Der Jahreszyklus in vier Phasen
  6. Außerhalb der Saison: was geht und was nicht
  7. Umsetzung in Shopify
  8. Umsetzung in Lightspeed eCom (C-Series)
  9. Checkliste vor jeder Saison
  10. Häufige Fehler
  11. Kurz zusammengefasst

Die meisten saisonalen Landingpages werden jedes Jahr neu gebaut und nach der Saison gelöscht. Damit verlierst du jedes Jahr alles, was die Seite an Rankings, Links und Vertrauen aufgebaut hat, und startest im nächsten Jahr wieder bei null. Dieser Artikel zeigt, wie du eine saisonale Landingpage so anlegst, dass sie Jahr für Jahr stärker wird: feste URL, jährliche Aktualisierung statt Neuanlage, und ein klarer Umgang mit der Seite außerhalb der Saison.

Die zwei Fehler, die alles kosten

Fehler 1: jedes Jahr eine neue URL. „/black-friday-2025“, dann „/black-friday-2026“. Die alte Seite hatte vielleicht schon Position 6, ein paar Backlinks aus Schnäppchenblogs und Verlinkungen aus deinem Newsletter. Die neue Seite hat nichts davon. Google muss sie neu bewerten, und das dauert Wochen, die du in der Saison nicht hast.

Fehler 2: die Seite nach der Saison entfernen. Löschen, auf noindex setzen oder auf die Startseite weiterleiten fühlt sich aufgeräumt an. Für die Suche bedeutet es: Die Seite verschwindet aus dem Index, die Rankings verfallen, die Backlinks zeigen ins Leere. Im nächsten Jahr fängt der Aufbau von vorn an.

Beide Fehler haben dieselbe Lösung: eine Seite pro saisonalem Thema, dauerhaft online, jedes Jahr aktualisiert.

Die Grundregeln

  • Eine feste URL ohne Jahreszahl. „/black-friday“, „/weihnachtsgeschenke“, „/adventskalender“. Die Jahreszahl gehört in Title und H1, wo du sie jährlich änderst, nicht in die URL.
  • Die Seite bleibt das ganze Jahr online und indexierbar. Auch im Februar für Weihnachten.
  • Inhalt wird aktualisiert, nicht ersetzt. Neue Produkte, neue Termine, neue Angebote auf derselben Seite.
  • Interne Verlinkung bleibt bestehen. Aus Footer, Ratgebern und passenden Kategorien, auch außerhalb der Saison. In der Saison kommt sie zusätzlich ins Hauptmenü und auf die Startseite.
  • Eine Seite pro Suchabsicht. „Weihnachtsgeschenke für Männer“ und „Weihnachtsgeschenke für Frauen“ dürfen zwei Seiten sein, „Weihnachtsgeschenke 2026“ und „Weihnachtsgeschenke“ nicht.

Welche Begriffe eine eigene Seite verdienen und wann die Nachfrage beginnt, findest du mit den Methoden aus saisonale Keywords finden.

Welche Seite die Landingpage sein sollte

Die Landingpage ist selten eine völlig neue Seite. Meistens ist es die Kategorie, die es sowieso gibt, oder ein Ratgeber. Die Tabelle hilft bei der Wahl:

SuchabsichtBeispiel-KeywordBeste LandingpageWarum
Kaufen, Produktauswahl gewünscht„adventskalender frauen“Kategorie- oder KollektionsseiteProdukte, Filter, Preise sind das, was gesucht wird
Ereignis mit Angeboten quer durchs Sortiment„black friday kaffeemaschine“eigene Aktionsseite oder AktionskategorieAngebote aus mehreren Kategorien an einem Ort
Ideen und Beratung„geschenkideen für gärtner“Ratgeber mit eingebundenen ProduktenFragen brauchen Text, dann erst Produkte
Anlass als Ergänzung„geschenkidee“ auf Bestseller-Kategoriebestehende Kategorie um einen Abschnitt erweiternKopie derselben Produkte würde Duplicate Content erzeugen

Der letzte Punkt ist wichtig: Wenn zwei Seiten fast dieselben Produkte zeigen, konkurrieren sie gegeneinander. Was dann passiert und wie du es vermeidest, steht unter Duplicate Content im Shop.

Aufbau einer saisonalen Landingpage

Die Seite muss zwei Dinge gleichzeitig können: in der Saison verkaufen und außerhalb der Saison bestehen bleiben. Das prägt den Aufbau.

  1. H1 mit Keyword und optional Jahreszahl. „Adventskalender für Frauen 2026“. Die Jahreszahl ist ein Klickargument in den Suchergebnissen und wird jährlich geändert.
  2. Einleitung in zwei bis drei Sätzen. Was gibt es hier, für wen, bis wann bestellen für rechtzeitige Lieferung. Der Liefertermin ist in der Saison das wichtigste Verkaufsargument.
  3. Produktbereich. In der Saison die aktuelle Auswahl. Ausverkaufte Artikel raus oder nach hinten; wie du mit deren Produktseiten umgehst, steht unter ausverkaufte Produkte und SEO.
  4. Ratgeberteil unter den Produkten. 300 bis 600 Wörter, die Fragen beantworten: Was passt zu wem, welche Preisklassen, worauf achten. Dieser Teil hält die Seite außerhalb der Saison relevant.
  5. FAQ-Block. Versandtermine, Rückgabe nach Weihnachten, Geschenkverpackung. Passend markiert liefern diese Fragen zusätzliche Treffer in den Suchergebnissen.
  6. Interne Links zu verwandten Seiten. Andere Saisonseiten, die passenden Kategorien, verwandte Ratgeber.
  7. Kein Countdown im Seitentitel. Anzeigen dürfen Countdowns haben, der Title für Google nicht. Er würde nach der Saison falsch sein und Klicks kosten.

Für Kategorieseiten als Landingpage gelten zusätzlich die üblichen Regeln aus Kategorieseiten optimieren: Text oberhalb und unterhalb der Produkte, sinnvolle Filter, kein leerer Textblock aus Keywords.

Der Jahreszyklus in vier Phasen

Phase 1: Vorsaison, 8 bis 12 Wochen vor dem Nachfragebeginn

  • Jahreszahl in Title, H1 und Einleitung aktualisieren.
  • Produkte prüfen: Was ist neu, was fällt weg, was ist noch nicht lieferbar.
  • Versandtermine, Rückgabefristen und Aktionszeitraum eintragen.
  • Ratgeberteil auf Aktualität lesen, veraltete Preise und Modelle ersetzen.
  • Interne Links prüfen: Zeigen alle noch auf existierende Seiten?
  • Nach der Aktualisierung die URL in der Search Console über die URL-Prüfung ansehen und eine erneute Indexierung anfordern.

Phase 2: Saison

  • Seite ins Hauptmenü und auf die Startseite verlinken.
  • Bestand täglich prüfen, ausverkaufte Produkte aus der Auswahl nehmen.
  • Versanddeadlines aktualisieren, wenn sie näher rücken („Bestellungen bis 19.12. kommen vor Weihnachten an“).
  • Rankings und Klicks beobachten. In ecomando siehst du die Positionen der Landingpage im Ranking-Checker und Fehler auf der Seite im SEO-Audit.

Phase 3: Nachsaison

  • Menü- und Startseiten-Link entfernen, die Links aus Footer, Ratgebern und Kategorien bleiben.
  • Einleitung umstellen: „Die Adventskalender-Saison 2026 ist vorbei. Die neue Auswahl kommt im September. Bis dahin findest du hier unsere ganzjährigen Geschenkideen.“
  • Produktbereich auf ganzjährig verfügbare, thematisch passende Artikel umstellen oder ausblenden, wenn nichts passt.
  • Ratgeberteil bleibt und trägt die Seite durch das Jahr.
  • Anmeldemöglichkeit für eine Erinnerung oder den Newsletter einbauen, damit die Nachfrage, die jetzt noch kommt, nicht verloren geht.
  • Ergebnisse festhalten: Rankings, Klicks, Umsatz über die Seite. Was dabei in die Dokumentation gehört, steht unter Kampagne auswerten und dokumentieren.

Phase 4: Ruhezeit

Nichts tun ist hier richtig. Die Seite bleibt indexiert, Google sieht sie regelmäßig, die Rankings sinken meist etwas ab, weil die Nachfrage fehlt, verschwinden aber nicht. Beim nächsten Vorsaison-Termin geht es mit Phase 1 weiter.

Außerhalb der Saison: was geht und was nicht

Umgang mit der SeiteBewertungFolge
Online lassen, Inhalt auf Nachsaison umstellenrichtigRankings bleiben weitgehend, Seite startet nächstes Jahr mit Vorsprung
Online lassen, unverändert mit abgelaufenen AngebotenschlechtBesucher finden falsche Preise und Termine, Vertrauen leidet, Klickrate in der Suche sinkt
Auf noindex setzenfalschSeite fällt aus dem Index, Wiederaufnahme dauert Wochen
Löschen (404 oder 410)falschRankings und Backlinks verloren
Auf die Startseite weiterleitenfalschGoogle behandelt das oft wie einen Fehler; die Signale kommen nicht an
Auf die passende Ganzjahreskategorie weiterleitennur bei endgültigem AusSinnvoll, wenn du das Thema nie wieder anbietest

Umsetzung in Shopify

In Shopify ist die natürliche saisonale Landingpage eine Kollektion unter „/collections/“. Wähle den Handle einmal ohne Jahreszahl und ändere ihn danach nicht mehr, weil sich damit die URL ändert. Falls du in früheren Jahren Kollektionen mit Jahreszahl hattest, leite sie unter Inhalte, Menüs, URL-Weiterleitungen auf die feste Kollektion um; so kommen die alten Links und Rankings bei der richtigen Seite an. Details zur Einrichtung stehen unter Weiterleitungen in Shopify einrichten.

Den Text der Kollektion pflegst du in der Kollektionsbeschreibung; für einen längeren Ratgeberteil unterhalb der Produkte brauchst du je nach Theme eine Anpassung des Templates oder einen Abschnitt im Theme-Editor. Ausverkaufte Produkte kannst du über die Sortierung der Kollektion nach hinten stellen.

Umsetzung in Lightspeed eCom (C-Series)

In der C-Series ist die Landingpage eine Kategorie oder eine Textseite. Kategorien haben eigene SEO-Felder für Meta-Titel (bis 70 Zeichen) und Meta-Beschreibung (bis 160 Zeichen), die du jährlich mit der Jahreszahl aktualisierst. Die Kategorie-URL bleibt unverändert, solange du den URL-Slug nicht änderst. Für den Ratgeberteil nutzst du den Beschreibungstext der Kategorie. Textseiten eignen sich für Ratgeber-Landingpages ohne direkte Produktliste.

Checkliste vor jeder Saison

  • URL enthält keine Jahreszahl und ist seit dem Vorjahr unverändert
  • Title und H1 tragen die aktuelle Jahreszahl, Meta-Beschreibung nennt Versandtermin oder Aktionszeitraum
  • Alle alten URLs mit Jahreszahl leiten per 301 auf die feste Seite
  • Produkte aktuell, ausverkaufte Artikel nach hinten oder raus
  • Versanddeadline, Rückgabefrist und Aktionszeitraum eingetragen
  • Ratgeberteil gelesen und aktualisiert
  • FAQ passt zur aktuellen Saison
  • Interne Links aus Footer, Ratgebern und Kategorien vorhanden; Menü-Link zum Saisonstart geplant
  • Indexierung nach der Aktualisierung in der Search Console angestoßen
  • Rankings des Vorjahres als Vergleichswert notiert

Häufige Fehler

  • Landingpage als Blogartikel mit Datum im Pfad („/blog/2026/11/black-friday“). Auch das ist eine Jahres-URL. Lege Ratgeber-Landingpages ohne Datum im Pfad an.
  • Text nur aus Keywords. Ein Absatz aus zwölf Varianten von „Weihnachtsgeschenke günstig kaufen“ hilft weder Google noch Kunden. Beantworte Fragen.
  • Angebote im Title. „Bis zu 50 % Rabatt“ im Seitentitel stimmt nach der Saison nicht mehr. Solche Aussagen gehören in die Einleitung und in Anzeigen.
  • Doppelte Landingpages durch Filter-URLs. Wenn deine Saisonkategorie über Filter viele URL-Varianten erzeugt, kann Google die falsche wählen. Lege fest, welche Filterkombinationen indexierbar sein sollen, und setze für den Rest ein Canonical auf die Hauptseite.
  • Kein Vergleichswert. Ohne die Rankings und Klicks des Vorjahres weißt du nächstes Jahr nicht, ob die Arbeit gewirkt hat.

Kurz zusammengefasst

Eine saisonale Landingpage lebt von Kontinuität: eine feste URL ohne Jahreszahl, jährliche Aktualisierung von Text, Produkten und Terminen, dauerhafte interne Verlinkung und ein Inhalt, der auch außerhalb der Saison Sinn ergibt. Wer das drei Jahre durchhält, tritt nicht mehr gegen die Konkurrenz an, sondern gegen sein eigenes Vorjahr.

Häufige Fragen

Soll die Jahreszahl in die URL einer saisonalen Landingpage?

Nein. Die URL bleibt jedes Jahr gleich, zum Beispiel /black-friday statt /black-friday-2026. Die Jahreszahl kannst du in Title und Überschrift setzen und jährlich anpassen. So behält die Seite Rankings, Backlinks und interne Links über die Jahre.

Was mache ich mit einer saisonalen Landingpage nach der Saison?

Online lassen, nicht löschen, nicht auf noindex setzen und nicht auf die Startseite weiterleiten. Stelle den Inhalt um: Hinweis auf die nächste Saison, ganzjährig passende Produkte, Ratgeberteil und eine Möglichkeit, sich erinnern zu lassen. Die Seite hält so ihre Rankings bis zur nächsten Saison.

Kategorieseite oder eigene Landingpage für die Saison?

Für kaufnahe Begriffe mit Produktauswahl ist eine Kategorie- oder Kollektionsseite die bessere Landingpage, weil sie Produkte, Filter und Text vereint. Eine separate Aktionsseite brauchst du nur für Ereignisse mit eigener Suchnachfrage wie Black Friday, die quer über Kategorien laufen.

Wann muss die saisonale Landingpage aktualisiert sein?

Als Erfahrungswert 8 bis 12 Wochen vor dem Beginn der Nachfrage. Aktualisiere Text, Produkte, Jahreszahl, Versandtermine und interne Links, prüfe dann per URL-Prüfung in der Search Console, ob Google die neue Version verarbeitet hat.

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