Google-Ads-Audit selbst machen: 30 Punkte, die Geld sparen
Prüfe dein Google-Ads-Konto in acht Blöcken: Messung, Struktur, Suchbegriffe, Anzeigen, Zielseiten, Gebote, Feed, Einstellungen – je Punkt Prüfweg und Handlung.

Inhalt
- Block 1: Messung (Punkte 1 bis 5)
- Block 2: Struktur (Punkte 6 bis 9)
- Block 3: Keywords und Suchbegriffe (Punkte 10 bis 14)
- Block 4: Anzeigen und Assets (Punkte 15 bis 18)
- Block 5: Zielseiten (Punkte 19 bis 21)
- Block 6: Gebote und Budget (Punkte 22 bis 25)
- Block 7: Produktdaten und Performance Max (Punkte 26 bis 28)
- Block 8: Einstellungen (Punkte 29 und 30)
- Auswertung: was du danach machst
Die meisten Google-Ads-Konten verlieren Geld nicht durch einen großen Fehler, sondern durch ein Dutzend kleine: doppelt gezählte Conversions, Suchbegriffe ohne Kaufabsicht, Kampagnen, die sich gegenseitig die Marken-Suchanfragen wegnehmen. Diese Liste arbeitest du in acht Blöcken durch. Zu jedem Punkt steht, wo du nachsiehst und was du tust. Plane zwei bis drei Stunden ein und nimm einen Zeitraum von 60 bis 90 Tagen als Grundlage.
Block 1: Messung (Punkte 1 bis 5)
1. Wird der Kauf sauber gezählt? Prüfweg: Conversion-Aktionen im Konto öffnen, Spalte für den Status und die Anzahl der letzten 30 Tage ansehen. Handlung: Aktionen ohne Daten oder mit Warnung sofort klären. Eine Testbestellung durchführen und kontrollieren, ob sie mit korrektem Wert erscheint.
2. Zählst du doppelt? Prüfweg: Gibt es sowohl eine eigene Kauf-Conversion als auch einen importierten Kauf aus Google Analytics 4? Handlung: Eine Quelle als primär festlegen, die andere auf sekundär stellen. Doppelte Zählung macht jeden ROAS wertlos.
3. Werden Umsatzwerte übertragen? Prüfweg: In der Conversion-Aktion nachsehen, ob ein dynamischer Wert verwendet wird oder ein fester Betrag. Handlung: Auf dynamische Werte umstellen. Ohne Werte kann keine wertorientierte Gebotsstrategie arbeiten. Details dazu im Artikel zum Conversion-Tracking in Google Ads.
4. Sind primäre und sekundäre Ziele richtig verteilt? Prüfweg: Alle Conversion-Aktionen durchsehen. Handlung: Nur Käufe primär. Newsletter, Warenkorb, Kontaktformular auf sekundär, sonst optimiert das System auf billige Nebenaktionen.
5. Sind erweiterte Conversions aktiv? Prüfweg: Einstellungen der Kauf-Conversion prüfen. Handlung: Erweiterte Conversions aktivieren, damit mehr Käufe zugeordnet werden. Das verbessert die Datenbasis der Gebotssteuerung, nicht nur den Bericht.
Block 2: Struktur (Punkte 6 bis 9)
6. Kannibalisieren sich Kampagnen bei Marken-Suchanfragen? Prüfweg: Suchbegriffe über alle Kampagnen filtern nach deinem Markennamen. Handlung: Marken-Suchanfragen in einer eigenen Suchkampagne bündeln und in Performance Max Markenausschlüsse setzen, damit du Markenkosten getrennt siehst.
7. Gibt es zu viele Kampagnen für das Budget? Prüfweg: Conversions je Kampagne in 30 Tagen zählen. Handlung: Kampagnen mit dauerhaft unter etwa 15 Conversions im Monat zusammenlegen. Die Zahl ist ein Erfahrungswert, keine Vorgabe von Google – sie beschreibt nur, ab wann du Unterschiede zwischen Kampagnen überhaupt beurteilen kannst. Wenige Kampagnen mit Daten schlagen viele ohne.
8. Trennen die Kampagnen, was unterschiedlich bewertet werden muss? Prüfweg: Liegen Produkte mit sehr unterschiedlicher Marge, verschiedene Länder oder Sprachen in einer Kampagne? Handlung: Nach Zielwert trennen, damit Ziel-ROAS und Budget zur jeweiligen Marge passen.
9. Bilden Anzeigengruppen eine Suchintention ab? Prüfweg: Keywords einer Anzeigengruppe durchlesen – passt ein gemeinsamer Anzeigentext dazu? Handlung: Anzeigengruppen mit gemischten Themen aufteilen, damit Text und Zielseite zur Anfrage passen.
Block 3: Keywords und Suchbegriffe (Punkte 10 bis 14)
10. Wofür bezahlst du wirklich? Prüfweg: Suchbegriffe-Bericht für 90 Tage, nach Kosten sortiert. Handlung: Alles ausschließen, was nicht kaufen kann – kostenlos, gebraucht, Reparatur, Anleitung, Ersatzteile, Jobs, Vergleichsportale. Vorgehen und Listenaufbau siehe Suchbegriffe ausschließen.
11. Gibt es Kostenfresser ohne Conversion? Prüfweg: Suchbegriffe mit vielen Klicks und null Conversions über 90 Tage. Handlung: Ausschließen oder die Zielseite prüfen. Je teurer der Begriff, desto eher zuerst.
12. Blockieren Ausschlüsse gute Anfragen? Prüfweg: Listen ausschließender Keywords durchsehen, vor allem breit formulierte Einträge in weitgehend passender Schreibweise. Handlung: Zu breite Ausschlüsse enger fassen. Ein falsch gesetztes Wort kann eine Kategorie komplett stilllegen.
13. Nutzt du zu viele weitgehend passende Keywords ohne Pflege? Prüfweg: Kosten nach Übereinstimmungstyp ansehen. Handlung: Weitgehend passend nur mit regelmäßiger Pflege der Ausschlüsse; sonst auf passende Wortgruppe und genau passend zurücknehmen.
14. Fehlen Keywords, die aus Suchbegriffen entstanden sind? Prüfweg: Suchbegriffe mit Conversions, die noch kein eigenes Keyword sind. Handlung: Als genau passendes Keyword in die passende Anzeigengruppe aufnehmen, damit du Text und Gebot steuern kannst.
Block 4: Anzeigen und Assets (Punkte 15 bis 18)
15. Sind Anzeigen abgelehnt oder eingeschränkt? Prüfweg: Spalte mit dem Anzeigenstatus je Anzeigengruppe. Handlung: Ablehnungen sofort korrigieren. Eine abgelehnte Anzeige kostet kein Geld, aber sie erwirtschaftet auch keines.
16. Sind die Anzeigenfelder gefüllt? Prüfweg: Responsive Suchanzeigen öffnen und prüfen, wie viele Anzeigentitel und Beschreibungen belegt sind. Handlung: Möglichst viele unterschiedliche Titel hinterlegen – Nutzen, Preisaussage, Versand, Auswahl, Marke –, statt fünf Varianten desselben Satzes.
17. Sind Assets vollständig? Prüfweg: Assets auf Konto-, Kampagnen- und Anzeigengruppenebene durchsehen. Handlung: Sitelinks, Zusatzinformationen, Snippets und Bilder ergänzen. Sie kosten nichts und vergrößern die Anzeigenfläche.
18. Sagen Anzeige und Angebot dasselbe? Prüfweg: Drei Anzeigen lesen und mit der Zielseite vergleichen. Handlung: Versprechen zu Versandkosten, Lieferzeit und Rabatten angleichen. Abweichungen kosten Conversion-Rate und Vertrauen.
Block 5: Zielseiten (Punkte 19 bis 21)
19. Führt jeder Klick auf die richtige Seite? Prüfweg: Finale URLs je Anzeigengruppe stichprobenartig aufrufen. Handlung: Keine Startseiten, keine 404-Seiten, keine Weiterleitungsketten. Passende Kategorie- oder Produktseite verwenden.
20. Bewirbst du Produkte, die nicht verfügbar sind? Prüfweg: Zielseiten der teuersten Keywords aufrufen. Handlung: Ausverkaufte Produkte pausieren oder auf die Kategorie umleiten. Bezahlter Traffic auf „nicht lieferbar“ ist reiner Verlust.
21. Ist die Seite mobil schnell und bedienbar? Prüfweg: Zielseite auf dem Handy aufrufen, Ladezeit und Weg in den Warenkorb testen. Handlung: Bremsen abstellen, siehe mobile Conversion-Rate verbessern. Bei bezahltem Traffic wirkt jede Sekunde direkt auf die Kosten je Bestellung. Messgrundlagen dazu erklärt web.dev.
Block 6: Gebote und Budget (Punkte 22 bis 25)
22. Passt die Gebotsstrategie zur Datenmenge? Prüfweg: Gebotsstrategie und Conversion-Anzahl je Kampagne gegenüberstellen. Handlung: Kampagnen mit wenigen Conversions auf eine einfachere Strategie stellen, statt ein Ziel zu erzwingen, das nie erreicht wird.
23. Ist das Ziel-ROAS aus der Marge abgeleitet? Prüfweg: Ziel im Konto mit deiner Rechnung vergleichen. Handlung: Ziel aus Rohmarge und erlaubten Kosten je Bestellung berechnen, nicht schätzen. Grundlage dazu in ROAS berechnen und verstehen.
24. Wo bremst das Budget, wo verbrennt es? Prüfweg: Statushinweise „durch Budget begrenzt“ und den Anteil möglicher Impressionen ansehen. Handlung: Budget aus Kampagnen mit schlechtem ROAS in begrenzte Kampagnen mit gutem ROAS verschieben, in Schritten von 10 bis 20 Prozent.
25. Wird zu oft an Geboten gedreht? Prüfweg: Änderungsverlauf der letzten 90 Tage durchsehen. Handlung: Änderungsrhythmus festlegen – eine Anpassung je Kampagne pro Woche genügt. Jede größere Änderung startet die Lernphase neu.
Block 7: Produktdaten und Performance Max (Punkte 26 bis 28)
26. Sind alle Produkte freigegeben? Prüfweg: Merchant Center öffnen, Produktstatus und Diagnose ansehen. Handlung: Ablehnungen nach Häufigkeit abarbeiten. Ein abgelehntes Bestseller-Produkt kostet mehr als zehn abgelehnte Randartikel. Mehr dazu unter Produktfeed optimieren.
27. Stimmen Preis und Verfügbarkeit mit dem Shop überein? Prüfweg: Diagnose im Merchant Center auf Preis- und Verfügbarkeitsfehler prüfen. Handlung: Aktualisierungstakt des Feeds erhöhen. Abweichungen führen zu Ablehnungen und zu Klicks auf falsche Preise.
28. Ist Performance Max steuerbar aufgesetzt? Prüfweg: Asset-Gruppen, Zielgruppensignale, Suchthemen, Zielvorhaben und Markenausschlüsse einer Kampagne durchsehen, dazu den Suchbegriffe-Bericht für Performance Max. Handlung: Asset-Gruppen nach Produktbereich trennen, Signale und Suchthemen hinterlegen, Ziele auf Kauf begrenzen, unpassende Anfragen ausschließen – auszuschließende Keywords sind bei Performance Max auf Kampagnen- und Kontoebene möglich. Was sich wirklich steuern lässt, steht in Performance Max für Shops.
Block 8: Einstellungen (Punkte 29 und 30)
29. Stimmen Standort-, Sprach- und Netzwerkeinstellungen? Prüfweg: Kampagneneinstellungen öffnen. Handlung: Standortoption auf Präsenz stellen, wenn du nur im Liefergebiet werben willst. In Suchkampagnen bewusst entscheiden, ob Suchnetzwerk-Partner und Displaynetzwerk mitlaufen sollen – oft lohnt der getrennte Blick auf deren Leistung.
30. Laufen Automatismen ohne dein Wissen? Prüfweg: Empfehlungen und automatisch angewandte Empfehlungen prüfen, außerdem automatisch erstellte Assets. Handlung: Alles abschalten, was du nicht bewusst willst. Empfehlungen zu technischen Fehlern annehmen, Vorschläge zu Budget und Keywords einzeln bewerten.
Auswertung: was du danach machst
| Befund | Priorität | Wirkung |
|---|---|---|
| Tracking falsch oder doppelt | sofort | Alle Entscheidungen beruhen darauf |
| Kostenfresser bei Suchbegriffen | sofort | Direkte Einsparung, ohne Umsatzverlust |
| Abgelehnte Anzeigen oder Produkte | sofort | Umsatz, der einfach nicht stattfindet |
| Zielseiten und Verfügbarkeit | diese Woche | Bessere Conversion-Rate aus gleichem Budget |
| Struktur und Zusammenlegungen | diesen Monat | Bessere Datenlage für die Gebotssteuerung |
| Ziel-ROAS und Budgetverteilung | nach den ersten Korrekturen | Wirkt erst, wenn die Messung stimmt |
Halte je Punkt fest: Befund, Handlung, Datum. Beim nächsten Audit siehst du dann, was gewirkt hat – und stolperst nicht zweimal über denselben Fehler. Wenn du die Liste zum ersten Mal durchgehst, lies vorher den Überblick zu Google Ads für Online-Shops, damit klar ist, welche Struktur du eigentlich anstrebst.
In ecomando läuft ein Teil dieser Prüfungen als Ads-Audit automatisch mit; die Bewertung der Befunde bleibt aber deine Entscheidung, weil nur du deine Margen kennst.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich ein Google-Ads-Audit machen?
Einmal im Monat die kurze Runde über Messung, Suchbegriffe und Budget, einmal im Quartal die vollständige Liste. Nach größeren Änderungen am Shop oder am Tracking sofort.
Womit fange ich beim Audit an?
Immer mit der Messung. Wenn Conversions doppelt gezählt werden oder Werte fehlen, sind alle folgenden Bewertungen falsch – dann optimierst du auf ein verzerrtes Bild.
Welcher Punkt spart im Schnitt am meisten Geld?
Erfahrungsgemäß der Suchbegriffe-Bericht in Verbindung mit ausschließenden Keywords. Dort zahlst du für Anfragen, die nie zu einer Bestellung führen können, etwa Suchen nach Reparatur, Anleitung oder Gebrauchtware.
Soll ich die Empfehlungen von Google einfach übernehmen?
Nein, aber lies sie. Technische Hinweise auf fehlerhafte Conversions oder abgelehnte Anzeigen sind wertvoll. Vorschläge zu Budget, weitgehend passenden Keywords und automatischer Anwendung prüfst du einzeln.
Wie lange sollte der Zeitraum für ein Audit sein?
Nimm 60 bis 90 Tage, damit genug Conversions je Kampagne zusammenkommen. Bei sehr kleinen Konten lieber 6 Monate ansehen und saisonale Effekte im Kopf behalten.


